Starke Erholung der norwegischen Wirtschaft im Jahr 2021

––– Bruttoinlandsprodukt des Festlandes und ––– Konsum der Haushalte. Insgesamt drei Monate, fortlaufend. Saisonbereinigt. Volumenindizes. 2019 = 100©SSB

Oslo, 16. Februar 2022. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das norwegische Festland ist im vergangenen Jahr so stark gewachsen wie seit 2007 nicht mehr. Die Wirtschaft (ohne Öl- und Gasindustrie, Pipelinetransport und Auslandsschifffahrt) stieg laut vorläufigen Zahlen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen von 2020 bis 2021 um 4,2 Prozent (in konstanten Preisen). Im ersten Corona-Jahr 2020 war die Wirtschaft noch um 2,3 Prozent geschrumpft. Das Gesamt-BIP Norwegens, einschließlich Öl- und Gasförderung, Pipelinetransport und Auslandsschifffahrt, legte von 2020 bis 2021 um 21,5 Prozent zu – insbesondere dank der hohen Gaspreise.

Der Aufschwung spiegele die schrittweise Wiederöffnung der Gesellschaft wider und wurde insbesondere von den Dienstleistungsbranchen getragen, erklärt die norwegische Statistikbehörde SSB. Es gab ein steiles Wachstum, und das BIP für das norwegische Festland stieg um bis zu 5,9 Prozent vom Tiefststand im März bis zu einem vorläufigen Höchststand im November 2021.

“Zu Beginn und Ende des Jahres gab es einen hohen Infektionsdruck und Maßnahmen zur Infektionskontrolle, die jedoch 2021 weniger weitreichende wirtschaftliche Folgen hatten als 2020. Im April begann die schrittweise Wiedereröffnung der Gesellschaft, und die Aktivität in der Wirtschaft auf dem Festland nahm von April bis November jeden Tag zu“, sagt Pål Sletten, Abteilungsleiter für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen im norwegischen Statistikamt SSB.

Durch die Pandemie hat sich das Bild einer zweigeteilten Wirtschaft herausgebildet. Besonders stark von der Pandemie und den Maßnahmen zum Infektionsschutz betroffen waren Dienstleistungsbranchen mit vielen persönlichen Kontakten, Branchen, die viele ausländische Arbeitskräfte einsetzen, sowie Tourismus und Kultur. Der Einzelhandel hingegen hat durch veränderte Konsumgewohnheiten der Haushalte und geschlossene Grenzen einen großen Aufschwung erlebt. Nicht zyklische Industrien wie die traditionelle Fischerei und die Stromerzeugung haben sich während der Pandemie ebenfalls gut entwickelt und zum Wachstum der Wirtschaft auf dem Festland beigetragen.

“Im Jahr 2021 hatten wir das höchste Wachstum des nominalen BIP seit mehreren Jahrzehnten, höher als während der Ölpreisschocks in den 1970er Jahren”, so Sletten weiter. Hauptgrund ist ein starker Anstieg der Rohöl- und Gaspreise. Der Wert der Öl- und Gasexporte stieg von 2020 bis 2021 um mehr als 500 Milliarden NOK auf ein historisch hohes Niveau. Die Handelsbilanz mit anderen Ländern wurde deutlich gestärkt.“

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Neu im Jahr 2021 war, dass die internationale Energiepreisinflation auf inländische Strompreise umschlug. Infolgedessen mussten sowohl norwegische Unternehmen als auch Haushalte einen deutlichen Anstieg der Stromkosten verzeichnen.

Die Bruttoinvestitionen gingen von 2020 auf 2021 um 0,3 Prozent zurück.

Sowohl die Exporte als auch die Importe von Waren stiegen im Jahr 2021, was zum größten Handelsüberschuss aller Zeiten im Jahr 2021 führte.

Das Wachstum der Beschäftigtenzahl betrug 2021 gegenüber 2020 1,2 Prozent.

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