Chinesisch-europäisches Konsortium baut weltweit größte CLC-Demonstrationsanlage zur CO2-Abscheidung

Nach Labortests unter anderem bei SINTEF in Trondheim soll die Chemical Looping Combustion-Technologie jetzt auf einer Demonstrationsanlage in China getestet werden.©SINTEF

Trondheim / Paris / Deyang, 10. Februar 2022. CHEERS, ein chinesisch-europäisches Konsortium aus führenden Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen, wird die weltweit größte Demonstrationsanlage für Chemical Looping Combustion (CLC) in Deyang in China bauen, in der CO2 abgeschieden und aufgefangen wird. Das norwegische Forschungsinstitut SINTEF ist an dem Projekt beteiligt. TotalEnergies, Dongfang Boiler Group Co. (DBC), die Tsinghua University und IFP Energies Nouvelles werden die 3 MWth CLC-Demonstrationsanlage errichten. 

CLC ist eine Oxy-Combustion-Technologie, die zur Umwandlung von Biomasse und fossilen Brennstoffen verwendet wird, um einen Fluss von reinem CO2 zu erhalten, der für eine kostengünstige Abscheidung geeignet ist. Diese integrierte CO2-Abscheidungslösung minimiert den Einsatz kostspieliger Gastrennverfahren, wie sie an bestehenden Verbrennungsanlagen nachgerüstet werden. CLC erzeugt Wärme, die zur CO2-neutralen Strom- und/oder Dampferzeugung genutzt werden kann.

Ziel des CHEERS-Projekts ist es, die Effizienz der CO2-Abscheidung in der Industrie zu verbessern und dazu beizutragen, nachhaltige, sichere und erschwingliche Energie zu gewährleisten. Dies wird erreicht, indem eine Chemical-Looping-Technologie der zweiten Generation zunächst im Labormaßstab (150 kWth) getestet und verifiziert und dann zu einem 3 MWth-Systemprototyp zur Demonstration in einer Betriebsumgebung entwickelt wird.

„Es macht wahnsinnig viel Spaß, dass wir mit einem so wichtigen Projekt zum Klimaschutz beitragen können. Und vor allem, dass es einen so großen Umfang hat und ein internationales Projekt ist. Die CO₂-Abscheidung hat in China großes Potenzial, da es dort viele Industrien gibt, die mit dieser Technologie ihre Emissionen senken können“, sagt Projektleiter Dr. Nils Erland L. Haugen von SINTEF.

Das CHEERS-Projekt ebne den Weg für die Dekarbonisierung von Industrien, die für einen erheblichen Teil der weltweiten CO-Emissionen verantwortlich sind. Es könnte die Tür für eine kostengünstigere Reduzierung von Emissionen aus Biomasse und fossilen Brennstoffen in Anlagen auf der ganzen Welt öffnen, so Haugen weiter.

Mit der SINTEF-CLC-Anlage in Trondheim wurde die CLC-Technologie der zweiten Generation getestet. Im Bild: SINTEF-Forscher Øyvind Langørgen©Ingvil Snøfugl, Gemini.no

Der Bau der Demonstrationsanlage bringe die CLC-Technologie näher an ein industrielles Niveau heran, teilt SINTEF mit. Es bestätige auch CLC als Schlüsseltechnologie bei der Arbeit zur Kostensenkung im Zusammenhang mit der CO₂-Abscheidung. Die Demonstrationsanlage, die 2023 in Betrieb gehen soll, bilde zudem die Grundlage für die weitere kommerzielle Projektentwicklung.

„Die Dekarbonisierung der Stromerzeug ist eine große Herausforderung. Die F&E-Gruppen von TotalEnergies haben die Forschungs- und Entwicklungsphasen übernommen, die den Projektpartnern in CHEERS die Möglichkeit gaben, diesen Schritt zu gehen. Ihre Arbeit hat auch grünes Licht für den Bau einer nichtkommerziellen Anlage gegeben, die die technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Nutzungsaspekte der CLC-Technologie validieren wird“, sagt Philip Llewelleyn, Programmmanager für CCUS bei TotalEnergies.

Die Erstinvestition in die Demonstrationsanlage in Deyang beläuft sich auf fast zehn Millionen Euro, zehn Millionen Euro wurden bereits in F&E-Aktivitäten investiert.

„SINTEF hat viele Jahre lang CLC-Aktivitäten aufgebaut, wir haben eine große CLC-Anlage in Trondheim gebaut, auf der wir mehrere Tests und Projekte durchgeführt haben, einschließlich des CHEERS-Projekts“, schließt Nils Erland L. Haugen.

Das Projekt wurde von der europäischen Förderprogramm EU Horizon 2020 und dem chinesischen MOST-Programm unterstützt.

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