Norwegens Regierung hebt Corona-Maßnahmen fast vollständig auf

Pressekonferenz zur Corona-Situation am 1. Februar, v.l.: Gesundheitsministerin Ingvild Kjerkol, Finanzminister Trygve Slagsvold Vedum, Premierminister Jonas Gahr Støre und Bjørn Guldvog, Direktor des Gesundheitsdirektorates©statsministerens kontor

Oslo, 1. Februar 2022. Norwegens Regierung hat zum 1. Februar, 23.00 Uhr, zahlreiche Corona-Maßnahmen aufgehoben. Wie Premierminister Jonas Gahr Støre in einer Pressekonferenz erklärte, verursache die jetzige Virusvariante weniger schwere Krankheitsverläufe als frühere Varianten. Die Impfungen würden gut schützen. Weiterhin muss sich Jeder, der nach Norwegen reist, vor seiner Ankunft in Norwegen registrieren. Wer kein EU-Zertifikat für den Nachweise der vollständigen Impfung oder einer Genesung vorlegen kann, braucht vor der Einreise eine negativen Testbescheinigung. Die Test-Anforderungen an der Grenze wurden bereits in der vergangenen Woche abgeschafft.

Wie das norwegische Gesundheitsamt FHI schätzt, können sich im Sommer zwischen drei und vier Millionen Menschen mit Omikron infizieren. Die Behörde rechnet mit einem Krankenstand von 20 Prozent. Daher behält die Regierung einige der Maßnahmen noch bei, darunter die Empfehlung zur Abstandshaltung und zum Tragen eines Mundschutzes.

Hier sind einige der Änderungen:

  • Eine Empfehlung für eine Begrenzung der Anzahl der Gäste zu Hause sowie eine Begrenzung der Anzahl für Veranstaltungen im Innen- oder Außenbereich entfällt.
  • Bei Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen, wie im Kino, Theater oder in der Kirche, entfällt das Abstandsgebot beim Sitzen auf dem Sitzplatz. Damit können alle Sitzplätze in einem Saal genutzt werden. Der Veranstalter stellt sicher, dass im Veranstaltungs- bzw. Veranstaltungsbereich eine anderweitige Abstandswahrung möglich ist.
  • Ausschankstopps und Anforderungen für den Tischservice entfallen, Anforderungen für den ordnungsgemäßen Betrieb zur Infektionskontrolle werden beibehalten.
  • Es ist keine nationale Empfehlung mehr für eine Gelbstufe in Kindergärten und Schulen. 
  • Hochschulen, Universitäten und Berufskollegs wird empfohlen, während des Unterrichts eine vollständige physische Präsenz anzustreben. Von der Empfehlung eines Abstands von einem Meter kann beim Unterrichten abgewichen werden.
  • Organisierte Sport- und Freizeitaktivitäten können nun wie gewohnt sowohl drinnen als auch draußen für alle Altersgruppen stattfinden.
  • Freizeitparks, Spielplätze, Spielhallen und Co. dürfen wieder öffnen, müssen aber einen infektionskontrollfreien Betrieb garantieren.
  • Arbeitgebern können wieder selbst einzuschätzen, wie viel Homeoffice am jeweiligen Arbeitsplatz richtig ist. Hier müssen Unternehmen auch darüber nachdenken, wie sie verhindern können, dass alle gleichzeitig erkranken.
  • Die Anforderung zum Test bei der Einreise wird gestrichen.

Die Regierung strebt an, die letzten Beschränkungen bis zum 17. Februar aufzuheben, wenn die Entwicklung so verläuft, wie gegenwärtig vorausgesagt wird. Kommunen können bei Bedarf die Einführung lokaler Maßnahmen in Betracht ziehen.

Die Regierung wird angesichts der sehr hohen Durchimpfungsrate keine weiteren Unterscheidungen zwischen geimpften und ungeimpften Personen in die nationalen Maßnahmen aufnehmen. Wenn später strengere Maßnahmen eingeführt werden müssen, kann die Verwendung eines Corona-Zertifikats bei Veranstaltungen und Restaurants wieder relevant sein.

Allerdings weist die Regierung darauf hin, dass Ungeimpfte und Personen, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, große Menschenansammlungen und Ansammlungen in Restaurants, bei denen es schwierig ist, Abstand zu halten, meiden sollten beziehungsweise sehr vorsichtig sein sollten.

Ausnahmen von den aktuellen Testanforderungen werden vor der Abreise nach Spitzbergen eingeführt. Alle Personen, die in Spitzbergen ankommen, müssen weiterhin innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Ankunft getestet werden.

Mit den folgenden Erleichterungen in TISK werden weitere Registrierungspflichten von Gästen/Teilnehmern bei Veranstaltungen und Restaurants abgeschafft. 

Die Isolationszeit verkürzt sich von 6 auf 4 Tage. Infizierte mit Symptomen müssen zudem mindestens 24 Stunden fieberfrei gewesen sein, bevor die Isolation beendet werden kann. Die Regierung bewertet die Isolierungsanforderungen laufend.

Kosten für Tests im Zusammenhang mit Auslandsreisen trägt der Reisende. Die Kommunen können bei entsprechender Kapazität Tests im Zusammenhang mit Auslandsreisen anbieten, die der Reisende selbst bezahlen muss.

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