2021 war in Norwegen das schlechteste Lachsfischjahr aller Zeiten

Im Jahr 2021 wurden in Norwegen lediglich 289 Tonnen Lachs in Flüssen gefangen, verglichen mit durchschnittlich 427 Tonnen in den fünf Jahren zuvor.©Sturla Brørs

Oslo, 28. Januar 2022. Im Jahr 2021 wurden in Norwegen 289 Tonnen Lachs in Flüssen gefangen. In den fünf Jahren zuvor betrug der Fang jährlich etwa 427 Tonnen. Hinzu kommen 98 Tonnen, die mit stationärem Fanggerät und 0,2 Tonnen, die mit Rute und Handleine auf See gefangen wurden. Damit erlebte Norgwegen im vergangenen Jahr das schlechteste  Lachsjahr aller Zeiten. 

2021 wurden 56.900 Atlantische Lachse mit insgesamt 197 Tonnen in den Flüssen gefangen und getötet. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent in der Anzahl und 37 Prozent in Tonnen. Alle Regionen waren davon betroffen, wobei die Finnmark den größten Rückgang zu verzeichnen hatte. Dort wurden 13.600 Lachse gefangen und getötet, 46 Prozent weniger als 2020.

Insgesamt holten Angler nach Angaben des norwegischen Statistikbüros SSB 416 Tonnen Lachs, Meerforelle, Regenbogenforelle und Buckellachs aus den norwegischen Flüssen, 18 Prozent mehr als 2020. Der Rekordfang von 111.700 Buckellachsen im Jahr 2021 machte 57 Prozent des getöteten Salmonidenfangs aus. Fänge von Buckellachsen in den Flüssen wurden erstmals im Jahr 2019 gemeldet. Damals gab es 13.900 Fänge mit insgesamt 21 Tonnen. Fast alle Buckellachse wurden in Troms und Finnmark gefangen, aber auch in anderen Bezirken wurden Fänge dieser Art registriert. Buckellachs ist in Norwegen nicht erwünscht, und viele Flüsse in Troms und Finnmark hatten ihre eigene Initiative zum Fischen auf Buckellachs.

Fänge in Flüssen, Seen und gesamt in Mio Tonnen 

……Flussangeln – – – Seeangeln ––––– gefangene Lachse gesamt©Norwegische Umweltbehörde

„Der große Fangrückgang lässt sich nicht nur durch die überarbeiteten Fischereivorschriften oder durch schlechte Fangbedingungen erklären, sondern ist vermutlich auch darauf zurückzuführen, dass weniger Lachse als früher ihren Aufenthalt im Meer überlebt haben und in den Fluss zurückkehren. Das beunruhigt uns und zeigt, dass die Reduzierung der Fischerei im Jahr 2021 notwendig war“, sagt Ellen Hambro, Direktorin der norwegischen Umweltbehörde. 

Die Verschärfung der Fischerei im  Meer und Fluss  im vergangenen Jahr habe auf einer Lachsmenge beruht, die den  vorangegangenen fünf Jahren entsprach, erklärte Hambro. Da die Menge an Lachsen, die im vergangenen Jahr vom Meer in die Flüsse gelangten, weitaus geringer gewesen zu sein schien als zuvor, müsse man nun beurteilen, ob die Verschärfung im letzten Jahr ausreichend war. 

Jährliche Schwankungen bei den Fängen hängen nach Angaben von SSB hauptsächlich damit zusammen, wie viel Lachs in den Flüssen aufsteigt und von den Fangbedingungen in den Flüssen. Darüber hinaus wurden im Hinblick auf gefährdete Lachsbestände im Jahr 2021 strenge Vorschriften für die Lachsfischerei eingeführt. Flüsse wurden für das Angeln gesperrt oder die Fangzeit wurde verkürzt. Beispielsweise wurde der Fluss Tanavassdraget nicht zum Angeln freigegeben. Auch gab es Änderungen an Quotenregelungen und Zwischensaisonbewertungen mit Managementmaßnahmen.

Flüsse mit den meisten Fängen 2021

o getötete Fische gesamt o wieder ausgesetzte Fische ©ssb.no

Die drei Flüsse mit den meisten Fängen an getöteten Salmoniden im Jahr 2021 waren die Vesterelva in Nesseby, Neidenelva und Munkelva mit Fängen von 20.300, 16.100 bzw. 13.600 Lachsfischen. Allerdings bestand fast der gesamte Fang aus Buckellachs. Wenn man den Buckellachs außer Acht lässt, wurden im Altavassdraget mit 4.300 Fischen die meisten Fische gefangen und getötet. Es folgen der Namsen-Wasserlauf und der Målselv-Wasserlauf mit 4.100 und 3.700 getöteten Fischen

Der Tana-Wasserlauf ist einer der wichtigsten Lachswasserläufe in Norwegen, wurde jedoch 2021 nicht für das Lachsfischen geöffnet.

Finden Sie hier die Statistik zu den Fängen in Flüssen und Seen in Norwegen.

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