17 Lizenzen für Offshore-Windparks rund um Schottland vergeben

Mit dem Projekt ScotWind setzt sich Schottland an die Spitze der Entwicklung von Offshore-Windparks. Im Bild: Vergebene Gebiete für den Bau von Offshore-Windparks rund um Schottland©Crown Estate Scotland

17.  Januar 2022. Schottland hat Lizenzen für 17 Offshore-Windkraftprojekte rund um die schottische Küste erteilt, die zusammen fast so viel Energie liefern werden wie alle derzeitigen Offshore-Windparks in Europa. Für die erteilten Lizenzen erzielte die schottische Regierung insgesamt 8,4 Milliarden NOK. Wie die schottische Immobilien- und Entwicklungsgesellschaft Crown Estate Scotland mitteilt, hatten sich 74 Unternehmen um Aufträge für das Projekt ScottWind Leasing beworben. Zu den Gewinnern gehören drei an der Osloer Börse notierten Unternehmen BW Ideol, Baywa und Elicio. Die norwegischen Unternehmen wollen einen schwimmenden Offshore-Windpark mit einer Produktionskapazität von 960 Megawatt entwickeln. Der norwegische Energiekonzern Equinor und Aker Offshore Wind gingen leer aus. ScotWind ist die weltweit größte kommerzielle Runde für schwimmende Offshore-Windenergie.

„ScotWind wird uns mit genügend Strom für jedes Haus in Schottland versorgen, Schottland an die Spitze der grünen Wasserstoffrevolution bringen und es uns ermöglichen, ein wichtiger Exporteur sauberer Energie zu werden“, erklärte Michael Matheson, Staatssekretär für Net Zero, Energie und Verkehr, 1m 18. Januar vor dem schottischen Parlament zu den Ergebnissen der ScotWind-Offshore-Wind-Leasingrunde.“ Es ist ein riesiger wirtschaftlicher Preis im Angebot, mindestens eine Milliarde Pfund an Investitionen für jedes gebaute Gigawatt, Das dazu beitragen wird, Tausende von Arbeitsplätzen zu schaffen und die schottische Wirtschaft umzugestalten.“

Viele der beteiligten Konsortien haben Ambitionen für grünen Wasserstoff. Dies bietet Schottland eine Reihe neuer Energie- und Exportmöglichkeiten. Ziel ist es, bis 2030 5 GW erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff und bis 2045 mindestens 25 GW zu erzeugen.

ScotWind wird allein für diese ersten Ausschreibungsrunde rund 700 Millionen Pfund an Einnahmen an die öffentliche Hand liefern. Diese Geldern sollen nach Angaben von Matheson investieren werden, um zur Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise beizutragen.

Bei der Ausschreibung handelt es sich um die ersten schottische Offshore-Wind-Leasingrunde seit über einem Jahrzehnt und der ersten seit der Übertragung der Verwaltung von Offshore-Windrechten an Schottland.

Die von den 17 Projekten abgedeckte Meeresbodenfläche beträgt etwas mehr als 7.000 Quadratkilometer. Die Fläche wurde von der Sectoral Marine Plan der schottischen Regierung zur Verfügung gestellt. Die meisten der 17 Gebiete liegen vor der Ostküste Schottlands, einschließlich der Projekte BW Ideol und Fred. Olsen Seewind. Das Gebiet Magnora Offshore Winds befindet sich im Nordwesten.

Schottland rechnet mit Investition für Zulieferungen von mehreren Milliarden Pfund. Die potenziell erzeugte Energie soll für die zunehmende Elektrifizierung der schottischen Wirtschaft sorgen.

Als deutsches Unternehmen hat sich EnBW Energie Baden-Wurttemburg AG als Partner von BP qualifiziert.

Die norwegische Regierung hat bisher zwei Gebiete für Offshore-Windparks eröffnet: Sørlige Nordsjø II und Utsira Nord. In einem Debattenbeitrag der Online-Ausgabe von TU warnt Arvid Nesse, Leiter des Clusters Norwegian Offshore Wind, davor, dass Norwegen ins Hintertreffen geraten kann, wenn die Regierung nicht weitere Gebiete für Offshore-Wind öffnet. „Die Schotten beziehen hier eine Position, die Norwegen gerne hätte – und für die wir das Potenzial haben. Weit über die Hälfte der Kapazität des schottischen Windparks wird aus schwimmender Technologie stammen. Dies ist ein Bereich, in dem Norwegen dank des soliden Fachwissens der Erdölindustrie weltweit führend ist.“

Die norwegische Investition müsse Fahrt aufnehmen, schreibt Nesse. Bis heute habe die Regierung zwei Offshore-Windparks in Norwegen eröffnet: Sørlige Nordsjø II und Utsira Nord. Die Vergabe von Projekten brauche Zeit. Zu lange Zeit. „Das Problem ist auch, dass wir in diesen Projekten nicht groß genug denken. Utsira Nord an der Küste von Rogaland wurde eröffnet, um drei Gebiete mit jeweils 500 MW zu entwickeln. Das Potenzial im stillgelegten Bereich ist viel größer! Wir glauben , dass zwei weitere Gebiete mit je 500 MW erschlossen werden müssen.“

Norwegen müsse sein Verständnis dafür erweitern, dass es sich in einem internationalen Rennen befindet. Es werde nicht viele weitere große Auslandsinvestitionen brauchen, bis das Land ins Hintertreffen gerate. 


Finden Sie hier der Liste der Gewinner der Ausschreibung und ihrer Projektpartner.

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