Totalerneuerung der Fløibanen in Bergen

Bergen, 10. Januar 2022. Die berühmte Fløibanen, die Standseilbahn, die auf den 320 Meter hohen Hausberg von Bergen führt, wird grundlegend modernisiert. Die Bahn ist seit September 2021 außer Betrieb. Im April 2022 wird sie wieder eröffnet. Dann werden zwei neue Fahrzeuge des österreichischen Unternehmens Doppelmeyr und der schweizerische Garaventa die Strecke befahren.

Die erste Bauart der Fløibanen wurde 1918 eröffnet. Danach wurde die Linie 1954, dann 1974 und zuletzt 2002 erneuert. Künftig fährt die Fløibanen bei der Bergstation fünf Meter weiter hinauf. So kann die Aussichtsplattform ohne Treppensteigen oder Lift erreicht werden. Auch an der Talstation wird die Strecke fünf Meter verlängert. Sonst würde sich die Kreuzungsstelle nicht mehr in der Mitte befinden. Alle fünf Haltestellen werden Kinderwagen- und Rollstuhlgerecht umgebaut. Für die Sicherheit werden Glaswände mit Türen zwischen den Bahnsteigen und den Fahrzeugen installiert. Zur verbesserten Evakuierung wird die Treppe entlang der Linie durchgehend von der Talstation zur Bergstation verlängert. Die Zäune entlang der Strecke werden von 120 auf 180 Zentimeter erhöht.

Schon nach 20 Jahren erhält die Fløibanen wieder zwei neue Wagen. Der Tradition entsprechend einen in Rot und einen in Blau. Die neuen längeren Fahrzeuge mit Glasdach bieten Platz für 120 statt wie bisher für 70 Fahrgäste. Die Geschwindigkeit wird von sechs auf sieben Meter pro Sekunde erhöht. Die Kosten für die Modernisierung sind mit 160 Millionen NOK veranschlagt. Mit diesen Maßnahmen wird die Fløibanen zu den modernsten und leistungsfähigsten Standseilbahnen in Europa gehören. 

Auf einer Streckenlänge von 848 Metern überwindet die Fløibanen eine Höhendifferenz von 302 Metern. In der Mitte der Strecke befindet sich die Ausweichstelle, an der sich die beiden Wagen kreuzen. Mit drei Haltestellen unterwegs dient die Fløibanen neben dem Tourismus auch dem Lokalverkehr. Durch die zahlreichen Kreuzfahrtenschiffe hat sich die Anzahl der Fahrgäste deutlich erhöht. 

Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@swissonline.ch

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