Norwegens Regierung besorgt über hohe Corona-Infektionszahlen – neue nationale Regeln eingeführt

Pressekonferenz zu neuen nationalen Schutzmaßnahmen gegen Corona.©regjeringen.no|Screenshot

Oslo, 13. Dezember 2021. Norwegens Regierung führt vor Weihnachten weitere nationale Infektionsschutzmaßnahmen ein, um die Gesundheits- und Pflegedienste nicht zu überlasten und kritische gesellschaftliche Funktionen zu schützen. Bei Veranstaltungen und Nachtleben für Erwachsene, im kulturellen Leben und bei organisierten Freizeitaktivitäten wird es strengere Regeln geben. Im ganzen Land werden Ausschankverbote eingeführt. Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht eine Erhöhung der Impfrate. Die Armee und Apotheken sollen die Gemeinden bei Impfungen unterstützen. Die Regulierungsmaßnahmen treten in der Nacht auf Mittwoch, 15. Dezember, in Kraft. Sie gelten vorerst für vier Wochen. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass sie länger andauern oder weiterer Verschärfungsbedarf besteht. Zu möglichen Einreisebeschränkungen hat sich die Regierung nicht geäußert. Nach wie vor gilt, dass sich alle Einreisenden, unabhängig vom Impfstatus, ab zwei Tag vor der Abreise registrieren und bei der Ankunft testen lassen müssen.

„Die Infektionen in Norwegen nehmen stark zu und wir haben jetzt neue Erkenntnisse über die Omicron-Variante und wie schnell sie sich ausbreiten kann. Wir befinden uns in einer ernsteren Situation. Die Regierung erlässt daher strengere Maßnahmen, um die Kontrolle über die Pandemie aufrechtzuerhalten“ sagt Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.

Die große Herausforderung bestehe darin, dass Omicron ansteckender ist als die anderen Corona-Varianten, heißt es in einer Pressemitteilung.  Dadurch würden mehr Menschen infiziert. Mehrere von ihnen werden schwer erkranken, auch wenn die Virusvariante ein geringeres Risiko für schwere Erkrankungen mit sich bringen sollte. Krankenhäuser, Pflegeheime, Hausärzte und Notaufnahmen geraten durch kranke Patienten, erhöhte Krankenstände des Gesundheitspersonals und weniger Zugang zu Zeitarbeitskräften aus dem Ausland zunehmend unter Druck.

Das National Institute of Public Health (NIPH) schätzt in einem vorläufigen Szenario, dass es in drei Wochen bis zu 90.000 bis 300.000 Fälle pro Tag und 50 bis 200 Aufnahmen pro Tag geben kann, wenn die Maßnahmen die Epidemie nicht signifikant verlangsamen. Dies könnte den Gesundheitsdienst komplett überlasten. Sowohl das FHI als auch die norwegische Gesundheitsdirektion empfehlen die sofortige Umsetzung bedeutender Maßnahmen. Darüber hinaus sei eine Impfung mit Auffrischungsdosen dringend erforderlich.

„Es ist besonders wichtig, dass alle Personen über 65 Jahre und Personen mit einem hohen Risiko für eine schwere Erkrankung so bald wie möglich mit einer Auffrischungsdosis im vorgeschriebenen Impfintervall geimpft werden. Wir müssen auch versuchen, so viele Menschen wie möglich zu erreichen, die zuvor nicht vollständig geimpft wurden. Das Intervall zwischen der zweiten Dosis und der Auffrischungsdosis wurde heute für alle, denen eine Auffrischungsdosis empfohlen wird, auf 4,5 Monate geändert“, sagt die Ministerin für Gesundheits- und Pflegedienste Ingvild Kjerkol.

Sie betont, dass es auch wichtig sei, dass die Gemeinden und Krankenhäuser ihr eigenes Gesundheitspersonal stärker impfen als bisher.

Das NIPH wird vor Weihnachten zusätzliche Impfdosen versenden, damit die Gemeinden die Möglichkeit haben, alle über 45 Jahre impfen zu lassen, wenn zwischen der zweiten Dosis und der Auffrischungsdosis 4,5 Monate vergangen sind. Bis Mitte Januar sollte allen über 45 Jahren eine Auffrischungsdosis angeboten werden.

Die Regierung verschärft Veranstaltungen und Nachtleben für Erwachsene, kulturelles Leben und organisierte Freizeitaktivitäten. Ausschankstopps werden eingeführt.

Alle Primar- und Sekundarschulen sowie Kindergärten müssen spätestens ab Donnerstag, 16. Dezember, gelb geführt werden. Die Sekundarstufe II und die Erwachsenenbildung müssen eine rote Stufe haben. Schulen und Kindergärten müssen sicherstellen, dass sie auf einen schnellen Übergang auf die rote Stufe vorbereitet sind.

Universitäten, Hochschulen und Berufskollegs müssen die digitale Lehre ermöglichen.

Es werden gemeinsame Regeln für die Isolierung und Quarantäne von Infektionen eingeführt, unabhängig von der Virusvariante. 

Auch der Einsatz von Gesichtsmasken und strengere Richtlinien für die Nutzung von Homeoffice werden ausgeweitet.

Der Kontakt untereinander soll eingeschränkt werden. Für Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche gibt es keine Einschränkungen. Im eigenen Haushalt sollten nicht mehr als 10 Gäste empfangen werden. In den Weihnachts- und Neujahrsferien können einmalig bis zu 20 Gäste kommen, jedoch sollte ein Meter Abstand zwischen den Gästen eingehalten werden. 

Unternehmen müssen, wenn es möglich ist, Homeoffice anbieten.

Finden Sie hier den vollständigen Überblick über die neuen Maßnahmen.

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