Schweden reduziert Stromfluss nach Norwegen – Statnett reagiert mit Begrenzung des Stromexportes

Strommasten von Statnett in Aurland©Stig Storheil

Oslo, 23. November 2021. Der schwedische Netzbetreiber Svenska Kraftnät hat den Stromaustausch zwischen Südschweden und dem Osten Norwegens eingeschränkt. Das Unternehmen kündigte an, dass es künftig insgesamt Einschränkungen im Stromaustausch mit Norwegen und mehreren anderen Ländern geben werde. Jetzt hat der norwegische Netzbetreiber Statnett reagiert. Das Unternehmen teilte mit, dass es den Stromfluss aus Ostnorwegen über die Grenze nach Schweden ebenfalls begrenzen werde.

Svenska kraftnät hätte Kapazitätsgrenzen zwischen dem schwedischen Preisgebiet SE3 (im Süden an der norwegischen Grenze) und dem norwegischen Gebiet NO1 (Ostnorwegen)festgelegt. Diese Beschränkungen hätten zusammen mit Herausforderungen im schwedischen Netz dazu geführt, dass trotz niedrigerer Preise in Südschweden nur wenig Strom nach Ostnorwegen fließt, teilt Statnett mit. Gleichzeitig sei in Zeiten mit gleichen oder niedrigeren Strompreisen auf norwegischer Seite Strom nach Schweden exportiert worden.

Die Situation auf dem Strommarkt sei in diesem Herbst ungewöhnlich, mit starken Einschränkungen der Stromübertragung von Schweden in den Süden nach Norwegen, heißt es in einer Mitteilung.  Dies habe den Betrieb des Stromnetzes vor Herausforderungen gestellt. „Transparenz, Gegenseitigkeit und gemeinsames Verständnis sind die Eckpfeiler des nordischen Stromsystems. Wir erleben jetzt, dass es notwendig ist, eine ähnlichere Praxis im Betrieb zu praktizieren“, sagt Hilde Tonne, CEO von Statnett.

Das nordische Stromübertragungsnetz©Svenska Kraftnät

Statnett habe beschlossen, das Netz nach Schweden nach den gleichen Grundsätzen zu betreiben, wie die Schweden ihr Netz betrieben haben. Das heißt, auch Norwegen werde nun keinen sogenannten Systemschutz nutzen, um die Kapazität an der Grenze zu optimieren, was wiederum dazu führt, dass die Kapazität für Exporte aus Ostnorwegen etwas abnimmt. Systemschutz sind Einstellungen im Netzwerk, die zu einer erhöhten Handelskapazität auf Verbindungen intern und zwischen den nordischen Ländern beitragen und gleichzeitig ein gewisses Risiko für den Betrieb des Netzwerks darstellen. Auf norwegischer Seite wurde ein Anlagenschutz installiert, um den Leistungsfluss zu optimieren. Dies ist auf schwedischer Seite nicht vorgesehen. Statnett verzichtet nun auf einen Systemschutz, der eine erhöhte Auslastung der Verbindung zwischen den Ländern ermöglicht.

„Ein gut funktionierender Markt erfordert einen transparenten, ausgewogenen und berechenbaren Zugang zu Kapazitäten und gleiche Bedingungen für die Kapazitätsberechnung auf beiden Seiten der Börse. Die Prinzipien, auf denen die Berechnung von Handelskapazitäten beruht, sollten möglichst ähnlich sein“, betont Hilde Tonne.

„Die Situation beunruhigt uns und wir haben mit Svenska kraftnät über das Problem gesprochen. Wir haben auch Input dazu, wie das Netz betrieben werden kann, um die Kapazität wichtiger Übertragungsgrenzen zu erhöhen. Bis diese vorhanden sind, ist es für uns selbstverständlich, die gleichen Betriebsbedingungen wie auf schwedischer Seite zu praktizieren, um Symmetrie und Ausgewogenheit in unserer Zusammenarbeit zu gewährleisten“, sagt die Statnett-CEO.

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