Zwei von drei Schiffsneubauten in Norwegen noch mit Dieselmotoren ausgestattet

Norwegische Seeschifffahrtsdirektion fordert härtere Maßnahmen und mehr Anreize für die Umstellung auf emissionsfreie und emissionsarme Schiffe©Vidar Strønstad, Fotowettbewerb für Seeleute/Norwegian Maritime Authority

Oslo, 18. November 2020. Bei zwei von drei Schiffsneubauten in Norwegen handelt es sich um konventionelle Schiffe, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Norwegens Seeschifffahrtsdirektion Sjøfartsdirektoratet erhält noch immer Meldungen über den Bau neuer Schiffe, die mit Dieselmotoren ausgestattet sind, obwohl in Norwegen die Emissionen der inländischen Schifffahrt und Fischerei bis 2030 halbiert werden sollen. Diese Schiffe haben eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Demnach planten die Reedereien die Zukunft ohne emissionsarme oder emissionsfreie Technik, erklärt Lars Alvestad, Direktor der Seeschiffahrtsdirektion. Dies sei eine Warnung. Alvestad fordert härtere Maßnahmen, sowohl in Form von Forderungen als auch in Form von Anreizen.

Welche Technologie für Neubauten genutzt werden, können die Reeder selbst entscheiden. „Um die Klimaziele für die Schifffahrt zu erreichen, werden wir unterwegs wohl einige Türen hinter uns schließen müssen. Nicht zu erneuern sollte keine Option sein“, so Alvestad. 

Norwegen hat in den vergangenen acht Jahren 138 neue batteriebetriebene Schiffe erhalten, und es werde oft gelobt, dass das Land bei der Umstrukturierung führend ist, teilt die Schifffahrtsdirektion mit. Um das Ziel 2030 mit einer Kombination aus emissionsfreien und emissionsarmen Schiffen zu erreichen, müssten in den nächsten acht Jahren jährlich mindestens 138 neue emissionsarme und emissionsarme Schiffe gebaut werden.

Die norwegische Seeschifffahrtsdirektion will zum grünen Wandel beitragen, indem sie Partnerschaften mit der Industrie eingeht, damit diese ihre Ziele erreichen können. Als Partner können wir nicht am Kai sitzen und auf die große Technologierevolution warten. Wir werden unsere Kunden bei der Planung neuer Schiffe begleiten und eine schnelle und gute Fallbearbeitung sicherstellen, sowohl im Rahmen bestehender Vorschriften als auch durch Zulassungslösungen für neue Technologien“, sagt Alvestad. Wenn die Umbaugeschwindigkeit zu niedrig sei, müsse die norwegische Seeschifffahrtsdirektion auch strengere Anforderungen an Kunden stellen, die Schiffe mit traditionellen Antriebslösungen bauen wollen, ohne einen Hauch von Technologie, die weniger Emissionen verursacht.

Die Seeschifffahrtsdirektion geht davon, dass strengere Vorgaben erforderlich sind, wenn Norwegen mit der grünen Verschiebung erfolgreich sein will. Vor diesem Hintergrund müsse die gesamte Branche zum Erfolg beitragen, sowohl Ausrüster, Ladungseigner, Reeder, Behörden als auch politische Instrumente.

Alvestad regt an, dass die maritime Industrie bei der Umstellung auf saubere Antriebe ähnlich unterstützt werden müsse wie die Umstellung auf Elektroautos. Eine groß angelegte Umstrukturierung sei eine bedeutende Geschäftsmöglichkeit für die norwegische Schifffahrtsindustrie und könne Norwegen eine Position als maritime Supermacht sichern. 

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