Norwegens Regierung legt überarbeiteten Staatshaushalt 2022 vor – Wirtschaft ist unzufrieden

Norwegens Unternehmerschaft ist unzufrieden mit dem vorgelegten Ergänzungshaushalt der neuen norwegischen Regierung. Im Bild: Das Haus der Wirtschaft in Oslo mit dem Sitz des Unternehmerverbandes NHO.

Oslo, 8. November 2021. Am 12. Oktober hat die alte norwegische Regierung ihren Haushalt für das Jahr 2022 vorgelegt. Am 8. November 2021 hat die neue norwegische Regierung Vorschläge zu Ergänzungen zum Staatshaushalt 2022 präsentiert. Sie stützt sich dabei auf die makroökonomischen Zahlen ihrer Vorgängerin und behält die Verwendung von Ölgeldern wie im Staatshaushalt vorm 12. Oktober vorgeschlagen bei. Da Norwegen jetzt eine Minderheitsregierung hat, müssen sich die Arbeiterpartei und die Zentrumspartei im Storting eine Mehrheit suchen, um den Haushalt zu verabschieden. Norwegens Unternehmerverband NHO äußert sich kritisch zu den Vorschlägen.

„Dieses Budget der Regierung von Støre ist eine schlechte Nachricht“, sagt Ole Erik Almlid, CEO von NHO. Der Bedarf an Maßnahmen, die den Klimaschutz beschleunigen können, wie etwa einem CO2-Fonds für den gewerblichen Verkehr, sei nach wie vor groß. Das Storting müsse die Regierung auffordern, mit der Wirtschaft über eine solche Lösung zu verhandeln.

Ole Erik Almlid, CEO des Unternehmerverbandes NHO©Screenshot NHO

In einer Zeit steigender Infektionsraten und zunehmender Besorgnis in den Betrieben sollte die Regierung die Lohnpflicht des Arbeitgebers bei einer Entlassung nicht von 10 auf 15 Tage erhöhen. Das schaffe zusätzliche Unsicherheit für Unternehmen, die sich seit langem in einer anspruchsvollen Situation befänden. Darüber hinaus fordert die Wirtschaft zusätzlich zu den von der Regierung angekündigten Maßnahmen zum Abschluss der Sekundarstufe II weitere Anstrengungen in der Facharbeiterausbildung.

Die Steuerpolitik laufe in die falsche Richtung. Die Unternehmen und Eigentümer bräuchten Kapital, um in die grüne Transformation und Arbeitsplätze im ganzen Land zu investieren – keine zusätzliche Rechnung von sechs bis sieben Milliarden NOK für Vermögensteuer und Dividendensteuer. Gleichzeitig setzt sich der Verband für eine verstärkte Gleichbehandlung des Wohnraums ein. 

Bezüglich des Klimas erklärt Almlid: „Wir haben immer noch großen Bedarf, den Klimaschutz zu beschleunigen. Wir sollten schnell mit der Arbeit an einem CO2-Fonds beginnen, den beide Regierungsparteien zuvor unterstützt haben.“

Finden Sie hier die einzelnen veränderten Positionen.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Immer mehr und immer größere Kreuzfahrtschiffe in norwegischen Häfen