Klimakonferenz COP26: Norwegen verdoppelt Beitrag zu Klimafinanzierung

Norwegens neuer Premierminister Jonas Gahr Støre setzt im Klimabereich die Politik seiner Vorgängerin Erna Solberg konsequent fort.©Sceenshot_regjeringen.no

Oslo, 29. Oktober 2021. Vom 31. Oktober bis 12. November 2021 treffen sich die Mitgliedsstaaten der UN-Klimakonvention zu den Glasgow-Klimaverhandlungen in Schottland (COP26). Bei den jährlichen Klimagipfeln verhandeln die Ländervertreter, wie der weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen auf faire Weise reduziert werden kann. Grundlage der Verhandlungen sind internationale Abkommen, die UN-Klimakonvention, das Pariser Abkommen und das Kyoto-Protokoll. In diesem Jahr finden die Klimaverhandlungen zum 26. Mal statt. Die norwegische Delegation wird von Espen Barth Eide, Minister für Klima und Umwelt, geleitet. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre nimmt am 1. und 2. November am sogenannten High-Level-Part teil, zu dem die Staatsoberhäupter aus aller Welt zusammenkommen.

Premierminister Jonas Gahr Støre hat gegenüber norwegischen Medien angekündigt, die norwegische Klimafinanzierung für Entwicklungsländer innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln – von sieben auf 14 Milliarden NOK jährlich. „Mit dieser Entscheidung, die Hilfe bis 2026 zu verdoppeln, wird die Bekämpfung des Klimawandels in den kommenden Jahren eine wichtige Investition in die norwegische Entwicklungspolitik sein“ sagt Støre in einem Interview mit VG. Støre kündigt außerdem an, dass der Ölfonds Government Pension Fund Global „der weltweit führende Fonds für das Management von Klimarisiken“ werden soll. „Ich möchte nach Glasgow eine klare Botschaft bringen, dass Norwegen alles tun wird, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen“, fügt Støre hinzu. Er unterstreicht weithin, dass die norwegische Investition in die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung erfolgreich sein muss, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.

Auf die Frage, ob die Regierung die Suche nach Öl und Gas in neuen Gebieten zulässt, antwortet Støre: „Wir haben noch keine Entscheidung in der Regierung zur 26. Lizenzrunde getroffen. Was wir gesagt haben, stimmt mit den Signalen der Unternehmen überein, dass sie weiterhin in ausgereiften Gebieten arbeiten wollen, in der Nähe der verfügbaren Infrastruktur, sagt Støre. Aber bei der Entscheidung werden wir zunehmend sowohl das Finanzrisiko als auch das Klimarisiko zugrunde legen.“

Die britische Präsidentschaft hat das Treffen unter das Motto „Keeping 1.5 Degree alive“ gestellt. Von Glasgow sollen politische Signale für stärkere Emissionsreduktionen, aber auch eine verstärkte Klimaanpassung und eine verstärkte Unterstützung für Entwicklungsländer ausgehen. Erhöhte Klimaambitionen sind das wichtigste Thema des Treffens. Norwegen wird Großbritannien in dieser Frage unterstützen, das heißt, die Teilnehmer auffordern, ihre Ziele so zu aktualisieren, dass die Chance besteht, die Begrenzung der Erderwärmung von 1,5 Grad zu erreichen.

Wichtigste Vorlage des Gipfels ist der Hauptbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses der Vereinten Nationen für Klimaänderungen (IPCC), dessen erster Teil am 9. August veröffentlicht wurde. Anlässlich dieser Veröffentlichung forderte UN-Generalsekretär António Guterres unter anderem, die Exploration und Produktion fossiler Brennstoffe einzustellen und die Subventionen für fossile Brennstoffe in erneuerbare Energien zu verlagern. Diese Forderung betrifft Norwegen als bedeutenden Öl- und Gasexporteur direkt.

Ein weiteres wichtiges Thema des diesjährigen Klimagipfels ist die Vervollständigung des Regelwerks des Pariser Abkommens, das zur Umsetzung des Abkommens beitragen wird.

Bei den Klimaverhandlungen (COP21) 2015 wurde das Pariser Abkommen verabschiedet, in dem sich alle Länder zu dem gemeinsamen Ziel verpflichtet haben, Emissionen zu reduzieren, um die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad – am besten unter 1,5 Grad – zu begrenzen. Darüber hinaus verpflichteten sich die Länder, Ziele für die Reduzierung ihrer Emissionen festzulegen. Diese nationalen Ziele werden „Nationally Defined Contributions“ (NDC) genannt. Die Ziele sollen die höchsten Ambitionen des Landes darstellen und eine Weiterentwicklung der bisherigen Ziele darstellen.

Das Pariser Abkommen verpflichtet die Länder, alle fünf Jahre neue und ehrgeizigere Klimaziele vorzulegen, erstmals im Jahr 2020.

Da die COP26 aufgrund von Covid-19 auf 2021 verschoben wurde, gibt es hohe Erwartungen, dass weitere Länder in Glasgow verstchärfte Klimaziele vorlegen werden. Norwegen hat sein Ziel im Rahmen des Pariser Abkommens im Februar 2020 verstärkt. Das Land hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 bis 55 Prozent zu reduzieren und seine Treibhausgasemissionen in Zusammenarbeit mit der EU senken.

Das Pariser Abkommen enthält auch Ziele und Bestimmungen zur Klimafinanzierung. Industrieländer sollten Entwicklungsländer verstärkt bei der Umsetzung von Klimamaßnahmen unterstützen.

Finden Sie hier die norwegische Position und die norwegische Strategie zu den Klimaverhandlungen.

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