Neues Munch-Museum in Oslo: Nachhaltigkeit innen und außen

„Die Fassade verleiht MUNCH in Bjørvika eine rätselhafte und sich ständig verändernde Präsenz und spiegelt die fantastischen Lichtverhältnisse in Oslo wider, die sich im Laufe des Tages und der verschiedenen Jahreszeiten ständig ändern.“
(Jens Richter, Estudio Herreros)©Einar Aslaksen

Oslo, 22. Oktober 2021. Nach fünf Jahren Bauzeit inklusive einem Jahr Baustopp wegen der Corona-Pandemie wurde am 22. Oktober das Edvard-Munch-Museum in Oslo eröffnet. Es beherbergt die weltweit größte Munch-Sammlung und bietet auf 13 Etagen Kunst-, Kultur- und kulinarische Erlebnisse sowie eine spektakuläre Aussicht auf Oslo und den Oslo-Fjord. Entworfen wurde das Gebäude von dem spanischen Architekturbüro Estudio Herreros und dem deutschen Architekten Jens Richter. Die Innenmöbel lieferte die norwegische Firma Vestre AS.

MUNCH ist ein Prestigeprojekt der Stadt Oslo und konzipiert nach dem FutureBuilt-Kriterium zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen in den Bereichen Verkehr, Energie- und Materialeinsatz um mindestens 50 Prozent im Vergleich zu aktuellen Standards.

Das Gebäude ist aus kohlenstoffarmen Beton und recyceltem Stahl gebaut und auf eine technische Lebensdauer von 200 Jahren ausgelegt. Das Museum wurde nach dem Passivhausstandard errichtet, das heißt, der Energiebedarf wird durch zusätzliche Wärmerückgewinnung, extra gut gedämmte Fenster und gute Wärmedämmung reduziert.

Das neue Museum ist an ein Fernwärmenetz, ein System mit Meerwasserkühlung sowie an ein Energiemanagementsystem angeschlossen, das den Energieverbrauch im Gebäude optimiert. Es gibt keine Parkplätze neben dem Gebäude, weder für Gäste noch für Personal, sondern lediglich einhundert Fahrrad-Stellplätze. 

Möbliert ist das Haus mit Sitzmöbeln und Tischen aus der Serie Munch des norwegischen Unternehmens Vestre. Das Familienunternehmen liefert Außenmöbel in die ganze Welt, von Aker Brygge in Oslo bis zum Times Square in New York. Die neue Edvard-Munch-Museum wurde exklusiv von Andreas Engesvik und Jonas R. Stokke entwickelt. Die Sofas, Bänke und Loungesessel sind im ganzen Museum verstreut, um den Besuchern bequeme Ruheplätze zu bieten. Die Stühle und Tische aus der Munch-Serie sind im Museumscafé zu finden. 

Bänke, Stühle , Sessel und Sitzsofas sind im neuen Munch-Muserum besonders bequem.©Vestre

Vestre gewann 2017 den nationalen Designwettbewerb um den prestigeträchtigen Auftrag zur Entwicklung einer Möbelserie für das Museum und kurz darauf auch die Ausschreibung für die Produktion der Bänke. Im März 2021 wurde die Serie mit dem renommierten DOGA-Preis für Design und Architektur ausgezeichnet.

Die Munch-Serie besteht aus Sofas, Bänken und Loungesesseln sowie einem Cafétisch und -stuhl. Den Designern war es wichtig, dass sich die Besucher des Museums setzen, zurücklehnen und eine Pause vom Rundgang einlegen können. Anstatt der Tradition zu folgen, lange, schmale Bänke zu bauen, die eher zu kurzen Pausen einladen, entschieden sich die Designer für bequeme Sofabänke.

Die Bänke und Stühle bestehen aus Schichten von elastischem Stahlgewebe, das über einen einfachen Stahlrahmen drapiert ist. Sie sind mit oder ohne Kissen aus Wollstoff erhältlich. Die Möbel der Munch-Serie seien für eine lange Lebensdauer ausgelegt, teilt Vestre mit. Alle Teile wurden zusammengeschweißt, verzinkt und abschließend lackiert.

Jan Christian Vestre, bisheriger CEO von Vestre, wurde Anfang Oktober mit der Bildung der neuen Regierung zum norwegischen Minister für Handel und Industrie ernannt. Neuer CEO ist Stefan Tjust.

Das Unternehmen baut gegenwärtig eine neue Möbelfabrik, The Plus, die die umweltfreundlichsten Möbelfabrik der Welt werden soll. The Plus ist die größte Investition in der norwegischen Möbelindustrie seit Jahrzehnten. Konzipiert wurde das Werk als ein weltweites Schaufenster für nachhaltige und hocheffiziente Produktion mit einer spektakulären Architektur, einem Besucherzentrum und einem 300 Hektar großen Abenteuerpark. Auf diese Weise will Vestre mehr Menschen dazu inspirieren, sich an der grünen Verschiebung zu beteiligen.

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