Noch mehr Eurodual-Lokomotiven für Norwegen

Die Eurodual von Stadler Rail erweist sich als die perfekte Zweisystem-Lokomotive für den Schienengüterverkehr in Norwegen.©Stadler Rail

Oslo, 28. Oktober 2021. Die norwegische Güterbahn Onrail, die seit diesem Jahr das Container-Zugpaar zwischen Åndalsnes und Oslo mit großem Erfolg betreibt, hat bereits Expansionspläne. Von European Loc Pool in Frauenfeld werden zwei Eurodual-Lokomotiven geleast. Weil die Sublieferanten von Stadler Rail die Hauptteile wegen Covid-Problemen erst mit Verspätung liefern, können diese Zweikraftlokomotiven erst ab Dezember 2022 zum Einsatz gelangen – doch nicht wie erwartet für die Traktion des erwähnten Containerzuges, sondern für einen neuen Containerzug von Fauske direkt nach Oslo Alnabru, der fünfmal wöchentlich fahren und hauptsächlich Zuchtlachs transportieren soll.

Für die 1.217 Kilometer lange Gesamtstrecke wird eine Fahrzeit von 20 Stunden angestrebt. Auf der Nordlandsbanen werden die Eurodual mit Dieseltraktion fahren und weiter elektrisch über die Dovrebanen, bei Umleitungen über Røros – Kongsvinger fast die gesamte Strecke mit Dieseltraktion. Keine Freude am neuen Konkurrenten hat die staatliche Cargonet, die ebenfalls begonnen hat, Fisch über die Nordlandsbanen  zu transportieren und ihre weiteren Expansionspläne gefährdet sieht.  

Die Eurodual ist eine sehr leistungsfähige Dual-Mode-Lokomotive hauptsächlich für den Güterverkehr. Sie lässt sich dank einem elektrischen und einem dieselelektrischen Antrieb sowohl auf elektrifizierten als auch nicht elektrifizierten Eisenbahnlinien einsetzen. In Norwegen fährt bereits Green Cargo Norge mit zwei Eurodual, während auch Cargonet kürzlich zwei Eurodual bestellt hat. Nun kommen noch die zwei Eurodual für Onrail hinzu. Für Güterzüge schätzt man im Gebirgsland Norwegen die sechsachsigen Lokomotiven. Es hat sich gezeigt, dass trotz moderner Elektronik die vierachsigen Lokomotiven nicht dieselbe Leistung erbringen können. 

Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@swissonline.ch

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