Norwegen wird Weltraum-Nation – Grünes Licht zum Bau der Satelliten-Startbasis auf Andøya

Illustration der Startbasis für Kleinsatelliten auf Andøya in Nordland.©Andøya Space

Andøya, 8. Oktober 2021. Das norwegische Weltraumunternehmen Andøya Space erhält eine Finanzierung in Höhe von insgesamt 365,6 Millionen NOK zur Errichtung einer Startbasis für Kleinsatelliten auf der Halbinsel Andøya in Norwegen. „Norwegen wird damit eines der wenigen Länder sein, das Satelliten vom eigenen Territorium aus starten kann“, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg auf einer Pressekonferenz. Bis zu 150 neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Der erste Satellitenstart von Andøya aus soll im dritten Quartal 2022 erfolgen.

Seit den frühen 1960er Jahren werden von Andøya aus Forschungsraketen in die Erdatmosphäre geschickt. Im August 1962 startete die Rakete Ferdinand 1 von Andøya aus, nur fünf Jahre nach dem Start des ersten Sputnik-Satelliten der Welt. Seitdem wurden mehr als 1.200 Raketen von Andøya aus hochgeschickt, um im Auftrag internationaler Organisationen wie der NASA Atmosphärenmessungen durchzuführen. Mit der jetzt erfolgten Zusage zur Finanzierung gab die Regierung grünes Licht für den Schritt in die Erdumlaufbahn. 30 Meilen südlich des bestehenden Raketenstartplatzes auf Andøya wird ein Weltraumbahnhof gebaut, von dem aus Raketen kleine Satelliten in eine Umlaufbahn um die Erde befördern können.

Im Juni 2020 hatte das Storting Andøya Space eine bedingte Zusage von bis zu 282,6 Millionen NOK bewilligt. Um die Finanzierung zu erhalten, musste Andøya Space dokumentieren, dass das Eigenkapital dem Staat eine finanzielle Rendite einbringt, die dem entspricht, was ein Marktinvestor akzeptiert hätte.

Premierministerin Erna Solberg und Industrieministerin Iselin Nybø gaben auf einer Pressekonferenz die Finanzierung bekannt.©Andøya Space

„Die Startbasis auf Andøya ist eine Investition mit großen Chancen, aber auch mit großem Risiko. Von staatlicher Seite sei es zwingend erforderlich gewesen zu dokumentieren, dass das staatliche Eigenkapital zu Bedingungen investiert werde, die ein kommerzieller Investor akzeptieren würde“, sagtIndustrieministerin Iselin Nybø. Es sei sowohl herausfordernd als auch zeitaufwendig gewesen, diesen Fall zu bearbeiten. Die Regierung habe klare Erwartungen, dass Andøya Space Ergebnisse erzielen wird, die dem Geschäftsplan entsprechen.

Außerdem musste das Unternehmen einen Plan vorlegen, der sicherstellt, dass die Interessen anderer Branchen, wie beispielsweise der Fischerei, verantwortungsvoll gewahrt werden. 

Das Andøya Space Center gehört zu 90 Prozent dem Staat und zu zehn Prozent dem Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen Kongsberg Defence & Aerospace der Kongsberg Gruppe. Geir Håøy, CEO der Kongsberg Group, begrüßt die Investitionsentscheidung des Staates.

„KONGSBERG liefert seit vielen Jahrzehnten Lösungen für die internationale Raumfahrtindustrie und ist heute das größte Raumfahrttechnologieunternehmen der nordischen Region. Das Signal für eine neue Satellitenstartbasis auf Andøya ist ein wichtiger Meilenstein, der uns als Unternehmen und Kongsberg Defence & Aerospace als Partner spannende kommerzielle Möglichkeiten bietet. Durch die neue Investition wird Norwegen über neue weltraumgestützte Kapazitäten verfügen, die den Ambitionen entsprechen, Norwegen zu einer führenden Raumfahrtnation zu machen“, erklärte Håøy.

Andøya Space hat langfristige Vereinbarungen mit den deutschen Satellitenträgerunternehmen Isar Aerospace und Rocket Factory Augsburg (RFA) geschlossen. Andøya Space wird Startdienste für den Start von Isar Aerospace und RFA bereitstellen, während Isar Aerospace und RFA Starts für internationale Kunden anbieten, die Satelliten starten müssen.

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