Norwegens Zentralbank erhöht Leitzins auf 0,25 Prozent


Gouverneur Øystein Olsen gab auf einer Pressekonferenz in Oslo die Entscheidung der Zentralbank zur Zinserhöhung bekannt. ©Screenshot Norges Bank


Oslo, 23. September 2021. Der Ausschuss für Geldpolitik und Finanzstabilität der norwegischen Zentralbank Norges Bank hat den Leitzins von null Prozent auf 0,25 Prozent angehoben. „Eine sich normalisierende Wirtschaft legt jetzt nahe, dass es angemessen ist, mit einer schrittweisen Normalisierung des Leitzinses zu beginnen“, sagt Gouverneur Øystein Olsen.

Die Wiedereröffnung der Gesellschaft habe zu einem deutlichen Aufschwung der norwegischen Wirtschaft geführt, und die Aktivität lägen jetzt über dem Niveau vor der Pandemie, heißt es in einer Pressemitteilung der norwegischen Zentralbank. Die Arbeitslosigkeit sei weiter gesunken und die Kapazitätsauslastung scheine sich auf einem normalen Niveau zu bewegen. Die Infektionsraten seien nach dem Sommer gestiegen, aber eine hohe Impfrate habe den Bedarf an Covid-bedingten Einschränkungen reduziert. Der wirtschaftliche Aufschwung werde voraussichtlich bis zum Herbst anhalten. Die zugrunde liegende Inflation sei niedrig, aber eine erhöhte Aktivität und ein steigendes Lohnwachstum würden dazu beitragen, die Inflation in Richtung des Inflationsziels von zwei Prozent anzuheben, begründet die Bank die Zinserhöhung.

Eine sich normalisierende Wirtschaft deute darauf hin, dass das derzeitige Maß an geldpolitischer Akkommodation nicht mehr beibehalten werden müsse. Auch das Ziel, dem Aufbau finanzieller Ungleichgewichte entgegenzuwirken, spreche für höhere Zinsen. Die Unsicherheit über die Auswirkungen höherer Zinsen rechtfertige eine schrittweise Erhöhung des Leitzinses.

Der Ausschuss befasste sich in seiner Diskussion der Risikoabwägung mit der Ungewissheit über die Entwicklung der Pandemie und der möglicherweise bremsenden Wirkung, die neue Virusvarianten auf den wirtschaftlichen Aufschwung haben könnten. Nach Einschätzung des Ausschusses besteht weiterhin das Risiko, dass die Pandemie nachhaltige Folgen für die Beschäftigung hat. Dies begünstige die Unterstützung des Wirtschaftswachstums, um Arbeitslosen eine schnellere Rückkehr an den Arbeitsplatz zu ermöglichen. Andererseits könnten Kapazitätsengpässe zu einer unerwartet hohen Preis- und Lohninflation führen. Dennoch ist der Ausschuss der Ansicht, dass das Risiko einer zu hohen Inflation begrenzt ist.

„Basierend auf der aktuellen Einschätzung des Ausschusses zu den Aussichten und der Risikobilanz wird der Leitzins höchstwahrscheinlich im Dezember weiter angehoben“, sagt Gouverneur Øystein Olsen.

Die Leitzinsprognose impliziert eine schrittweise Zinserhöhung in den kommenden Jahren. Der Leitzinspfad ist etwas höher als im geldpolitischen Bericht vom Juni 2021.

Finden Sie hier den Monetary Policy Report 3/2021 der norwegischen Zentralbank.

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