Mehr Gas aus norwegischem Ormen-Lange-Feld für Exporte nach Großbritannien

Ormen Lange wird das erste Feld mit Gasverdichtung ausschließlich mit Kompressoren auf dem Meeresboden. Eine Anlage an der Meeresoberfläche wird nicht gebraucht.©IllustrationShell

Oslo, 20. September 2021. Das Öl- und Gasunternehmen A/S Norske Shell, Betreiber des Ormen-Lange-Feldes auf dem norwegischen Festlandsockel, hat dem Ministerium für Erdöl und Energie gemeinsam mit seinen Partner einen Plan für Entwicklung und Betrieb des Öl- und Gasfeldes Ormen Lange, Phase 3, vorgelegt. Der Plan sieht vor, weitere 30 bis 50 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Ormen Lange herauszuholen. Dadurch erhöht sich die Wiedergewinnungsrate des Feldes von 75 auf 85 Prozent. Das Projekt Ormen Lange soll 2026 in Betrieb gehen.

Ormen Lange ist Norwegens zweitgrößtes Gasfeld. Das Gas wird über die Gaspipeline Langeled nach Easington an der englischen Ostküste exportiert. Langeled ist in das bestehendes Gaspipelinesystem bei Sleipner East integriert, so dass die Exporte je nach Bedarf zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa aufgeteilt werden können. Nach Easington wurden im vergangenen Jahr nach Angaben von Norsk Petroleum 16,4 Prozent der norwegischen Gasexporte geliefert.

Ormen Lange arbeitet mit einem Unterwasserkompressionssystem, das komplett ohne Unterstützung einer Offshore-Plattform entwickelt wurde. Auf dem Meeresboden, 120 Kilometer vom Land entfernt, werden in der Nähe der Bohrlöcher in 900 Metern Meerestiefe zwei Stationen mit Gaskompressoren installiert. Dies erhöht den Gasfluss aus dem Reservoir in die Bohrlöcher. 

Die Ministerin für Erdöl und Energie Tina Bru erhält den Plan von CEO Marianne Olsnes von A/S Norske Shell.©Energieministerium

„Wir sind stolz darauf, eine Investitionsentscheidung für ein Projekt getroffen zu haben, das technische Grenzen verschiebt und dazu beiträgt, Norwegens Position als globale Drehscheibe für die Unterwasserindustrie zu stärken“, sagt Marianne Olsnes, CEO von A/S Norske Shell.

Ormen Lange gehört zu den Feldern mit der niedrigsten Kohlenstoffintensität in Norwegen. Das Feld wird mit Strom aus dem norwegischen Stromnetz elektrifiziert und das Gas in einem geschlossenen System im Gaswerk Nyhamna verarbeitet. Der Abstand zwischen Land- und Meeresbodenkompressoren stellt einen neuen Längenrekord für Stromkabel für Kompressoren unter Wasser dar, teilt Shell mit. 

Die Unterwassersysteme werden von der Zulieferfirma OneSubsea hergestellt und installiert. Der norwegische Zulieferanteil an dem Projekt wird vom Betreiber auf 78 Prozent geschätzt.

„Das Gasfeld Ormen Lange ist eine norwegische Erfolgsgeschichte. Das Feld wurde durch Innovation, Technologieentwicklung und viele Best-in-Class-Labels angetrieben. Dies gilt auch für die Entwicklung der dritten Phase. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, was wir in Zukunft auf dem norwegischen Schelf wollen. Ein Projekt, das eine verbesserte Rückgewinnung aus in Betrieb befindlichen Feldern ermöglicht und gleichzeitig neue Technologien entwickelt, qualifiziert und verwendet“, sagt Energieministerin Tina Bru.

Partner von Ormen Lange sind die Unternehmen Petoro, Equinor, INEOS und Vår Energi. 

Das Feld wurde 1997 erprobt und nahm 2007 die Produktion auf. Tiefes Wasser und die Bedingungen am Meeresboden erschwerten die Entwicklung, so dass neuer Technologien entwickelt werden mussten. Nach der jetzigen Pahse drei ist eine vierte Phase für Bohrungen und Produktion aus mehreren Bohrungen geplant.

Shell ist in Norwegen seit über 100 Jahren aktiv. Heute ist das Unternehmen Betreiber von Ormen Lange und Knarr und technischer Dienstleister für den täglichen Betrieb der Prozessanlage Nyhamna. Shell ist auch Miteigentümer des Gasriesen Troll.

Darüber hinaus ist Shell aktiver Partner der CCS-Initiativen Northern Lights und des Mongstad Technology Centers, bietet über NewMotion elektrisches Laden an und ist über Shell Ventures Miteigentümer mehrerer norwegischer Technologieunternehmen, darunter des Batterieunternehmens Corvus Energy.

Der Hauptsitz von Shell in Norwegen befindet sich in der Gemeinde Sola in der Nähe von Stavanger.

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