Weiterhin hohe Infektionszahlen in Norwegen – 12- bis 15-Jährige erhalten Impfangebot

Pressekonferenz zur Erläuterung der neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.©Screenshot regjeringen.no

Oslo, 2. September 2021. Hohe Infektionszahlen haben in Norwegen dazu geführt, dass die Regierung die Stufe drei ihres Wiedereröffnungsplans beibehält, bis mehr Menschen vollständig geimpft sind. Die Pandemie in Norwegen habe aufgrund des Delta-Virus und vermehrter Kontakte zwischen Menschen nach den Sommerferien zugenommen, erklärte Premierministerin Erna Solberg auf einer Pressekonferenz. Die Infektion steigt vor allem in jüngeren Altersgruppen und ist in der Altersgruppe 13 bis 19 Jahre deutlich am höchsten. Die Regierung hat daher beschlossen, dem Rat des Gesundheitsamtes FHI zu folgen und Kindern im Alter von 12 bis 15 Jahren einen Impfstoff anzubieten.

Die Gruppe der 12- bis 15-Jährigen macht rund 260.000 Menschen oder 4,8 Prozent der Bevölkerung aus. Drei Jahrgänge gehören zur Sekundarstufe II (2008, 2007 und 2006) und ein Jahrgang zur Primarschule (2009).

Die endgültige Entscheidung über die Impfung ihrer Kinder treffen die Eltern, die betroffenen Jugendlichen müssen aber bei Entscheidungen über ihre eigene Gesundheit gehört werden. Die Corona-Impfung bedarf der Zustimmung der Person oder der Personen, die die elterliche Verantwortung tragen.

Kommunen mit größeren Infektionsausbrüchen bei Kindern und Jugendlichen sollten erwägen, vorübergehend auf die gelbe Stufe des Infektionsampel umzustellen, um die Kontrolle zu erlangen oder regelmäßig Massentests durchführen, um einen guten Überblick zu behalten, wer infiziert ist und wer zur Schule gehen kann, sagt Solberg.

Um einen normalen Schul- und Studientag für Kinder und Jugendliche zu gewährleisten, soll den Kommunen mehr Zeit gegeben werden, die Situation besser unter Kontrolle zu bekommen. Deshalb werde es vorerst nicht zur Umsetzung der Stufe vier des Öffnungsplanes kommen. Lokale Ausbrüche sollen mit lokalen Maßnahmen bekämpft werden. 

Die Regierung wird die Wiedereröffnung jetzt nicht fortsetzen und bei Schritt 3 bleiben, bis Norwegen mit erhöhter Bereitschaft zu einem normalen Alltag übergehen kann. Das soll dann geschehen, wenn 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft sind, so Solberg.

Gegenwärtig sind fast 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mit einer Dosis geimpft und über 70 Prozent aller Erwachsenen haben bereits zwei Dosen erhalten.

Die Phase, die als normaler Alltag mit erhöhter Bereitschaft bezeichnet wird, lässt sich mit zwei Punkten zusammenfassen:

  • Die Bevölkerung wird im Alltag kaum von der Pandemie betroffen sein. Hand- und Hustenhygiene müssen weiterhin beachtet werden. Im Krankheitsfall muss der Betroffene zu Hause bleiben und sich selbst testen.
  • Gleichzeitig werden die lokalen und nationalen Behörden die Entwicklungen genau beobachten, damit bei einer Änderung der Situation schnell Maßnahmen ergriffen werden können. Die Regierung, die Gesundheitsbehörden, die Krankenhäuser und die Gemeinden werden die Überwachung und Vorbereitung verstärkt haben.


Die bisherige Strategie Testen, Isolation, Infektionsverfolgung, Quarantäne behält die Regierung bei, plant jedoch, kurz nach einem Dialog mit den Gemeinden und Landesverwaltungen über Inhalt und Zeitpunkt auf angepasste Strategien überzugehen.

Bei den Einreisebeschränkungen wird es kleinere Anpassungen geben. Unter anderem können Freunde und Großeltern aus Drittstaaten ab dem 12. September in Norwegen einreisen. Dabei müssen Quarantäne- und Testregeln befolgt werden.

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