DNV-Energy Transition Outlook 2021: Mehr Anstrengungen zum schnelleren Einsatz von Wasserstoff notwendig

Oslo, 1. September 2021. Das Klassifizierungs- und Zertifizierungsunternehmen DNV hat am 1. September seinen neuen Energy Transition Outlook 2021 vorgestellt. CEO Remi Eriksen wies bei der Online-Präsentation der Studie darauf hin, dass sich die Prognosen des Unternehmens bezüglich der Entwicklung des globalen Energiesystem bis 2050 und der Klimaentwicklung seit dem Erscheinen des ersten Berichtes vor fünf Jahren nicht verändert haben. Ende dieses Jahrhunderts werde sich das Weltklima um 2,3 Prozent vom Beginn der Industrialisierung an erwärmt haben. Selbst wenn ab heute alle Elektrizität „grün“ wäre, wäre die Welt immer noch weit davon entfernt, die Ziele des COP21-Abkommens von Paris für 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

Der Bericht 2021 hebt die globale Pandemie als „verpasste Chance“ zur Beschleunigung der Energiewende hervor, da sich die Covid-19-Konjunkturpakete weitgehend auf den Schutz und nicht auf die Transformation bestehender Industrien konzentriert haben. „Wir haben gesehen, wie Regierungen auf der ganzen Welt außergewöhnliche Schritte unternommen haben, um die Auswirkungen der Pandemie zu bewältigen und eine Erholung anzuregen. Ich bin jedoch zutiefst besorgt darüber, was Regierungen unternehmen werden, um die Entschlossenheit und Dringlichkeit, die sie angesichts der Pandemie gezeigt haben, auf unser Klima zu übertragen. Wir müssen jetzt die gleiche Dringlichkeit sehen, um eine Klimakatastrophe zu vermeiden“ sagte Eriksen.

Viele der Pandemie-Wiederherstellungspakete hätten sich weitgehend auf den Schutz und nicht auf die Transformation bestehender Industrien konzentriert. Viel „Zurückbauen“ im Gegensatz zu „besser bauen“, und obwohl dies eine verpasste Chance war, sei es nicht die letzte, um schneller zu einem stark dekarbonisierten Energiesystem überzugehen.“

Der Bericht geht davon aus, dass sich die Elektrifizierung innerhalb einer Generation verdoppeln wird. Erneuerbare Energien seien bereits die wettbewerbsfähigste Quelle für neuen Strom. Die Prognose von DNV zeigt jedoch, dass die globalen Emissionen bis 2030 nur um neun Prozent sinken werden.

DNV hat konsequent einen schnellen Übergang zu einem dekarbonisierten Energiesystem bis Mitte des Jahrhunderts prognostiziert.

„So schnell dieser Übergang auch ist“, heißt es bei DNV weiter – er sei trotz aller Bemühungen definitiv nicht schnell genug, um die Ambitionen des Pariser Abkommens zu erreichen

Energieeffizienz bleibe die größte Chance zur Bekämpfung des Klimawandels, da sich die Welt immer weiter von Paris entfernt. Eine deutliche Verbesserung in diesem wichtigen Bereich wird von DNV als wichtigster Hebel für den Wandel angesehen – mehr Effizienz sei der Grund dafür, dass sich der weltweite Energiebedarf auch bei wachsendem Weltbevölkerungs- und Wirtschaftswachstum abflachen wird.

Der Verbrauch fossiler Brennstoffe sei bemerkenswert schnell reduziert worden, aber diese Quellen, insbesondere Gas, würden bis 2050 immer noch 50 Prozent des globalen Energiemixes ausmachen – was die Notwendigkeit von Investitionen in und die Skalierung von Wasserstoff sowie der Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff umso wichtiger macht. Die Ölnachfrage werde sich voraussichtlich halbieren, wobei der Kohleverbrauch bis Mitte des Jahrhunderts auf ein Drittel sinken werde.

Laut Prognose werden im Jahr 2050 69 Prozent des netzgekoppelten Stroms durch Wind und Sonne erzeugt und indirekte Elektrifizierung (Wasserstoff und E-Fuels) sowie Biokraftstoffe weiterhin entscheidend bleiben, aber sich keine dieser Quellen schnell genug entwickelt.

Wasserstoff sei der Energieträger mit dem höchsten Potenzial zur Bekämpfung schwer zu reduzierender Emissionen. Die DNV-Prognose geht jedoch davon aus, dass Wasserstoff erst ab Mitte der 2030er Jahre skaliert und selbst dann bis 2050 nur fünf Prozent des Energiemixes ausmacht.

„Außerordentliche Maßnahmen werden erforderlich sein, um die Wasserstoffwirtschaft früher voll in Kraft zu setzen – aber dies sind außergewöhnliche Zeiten. Das Fenster zur Vermeidung eines katastrophalen Klimawandels schließt sich bald und die Kosten dafür sind nicht unvorstellbar“, sagt DNV Group President und CEO Remi Eriksen.

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