Norwegens Regierung schlägt Umstrukturierung der Mineralölsteuer vor

Energieministerin Tina Bru erläutert auf einer Pressekonferenz die neuen Regeln für die Mineralölsteuer.©Screenshot Regjeringen.no

Oslo, 31. August 2021. Norwegens Regierung befürwortet ab 2022 eine umfassende Änderung der Mineralölsteuer. Wie das Finanz- und Energieministerium mitteilen, soll eine Cashflow-Steuer eingeführt werden, die die Regelungen zu Abschreibung und steuerfreien Erträgen in der Sondersteuer für Erdöl durch eine sofortige Aufwandserfassung von Investitionen (Cashflow-Steuer) ersetzen wird. Auf die Frage, ob der Wechsel der Beginn der kontrollierten Liquidation der Ölindustrie sei, antworteten sowohl der Finanzminister als auch die Energieministerin mit einem klaren „Nein“. „Dies ist nicht der Beginn des Ausstiegs, es ist im Gegenteil der Beginn der nächsten Phase für diese fantastische Branche“, erklärte Energieministerin Tina Bru.

„Durch die Umstrukturierung wird das Steuersystem für das Öl- und Gasgeschäft in den kommenden Jahren besser an die Entwicklungen auf dem norwegischen Festlandsockel angepasst. Durch die Änderungen werden die steuerlichen Rahmenbedingungen verschärft und wirken sich neutraler auf Investitionen aus. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass die Unternehmen planbare Rahmenbedingungen haben“, sagt Finanzminister Jan Tore Sanner auf einer Pressekonferenz.

Eine Umstellung auf eine Cashflow-Steuer habe mehrere positive Effekte. Für den Staat bringe die Umstrukturierung im Laufe der Zeit höhere Steuereinnahmen und eine bessere Übereinstimmung zwischen den Rentabilitätseinschätzungen der Unternehmen und der Gesellschaft. Für die Unternehmen werde der Vorschlag eine erhebliche Liquiditätsversorgung bedeuten. Ob dies im Laufe der Zeit eine Steuererhöhung für die Unternehmen wird oder nicht, hänge davon ab, wie sie zukünftige Abzüge mit einer hohen geforderten Rendite bewerten, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Energieministerin Tina Bru betonte, dass die norwegische Öl- und Gasindustrie mit dem veränderten Steuerregeln weiterentwickelt werden soll. Berechenbare Rahmenbedingungen seien für die Unternehmen im norwegischen Schelf sehr wichtig. Bru hofft auf eine breite politische Einigung über eine Umstellung auf Cashflow-Steuer.

Die Änderungen gelten nicht für die vorübergehenden Regeln, die angesichts der Corona-Krise eingeführt wurden. Diese werden im Einklang mit der Entscheidung des Stortings auslaufen.

Finden Sie hier Einzelheiten zum Umstellung der Mineralölsteuer.

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