Pilotprojekt in Norwegen zur Verlagerung von Lkw-Transporten von der Straße auf das Meer erfolgreich gestartet

In den elf Monaten, in denen das Pilotprojekt „Meeresfrüchteroute „zwischen Mittelnorwegen und Europa in Betrieb war, bot sie die Möglichkeit, jede Woche 100 Lkw von norwegischen Straßen zu entfernen.©DNV

Oslo, 6. Juli 2021. Zwei bis drei Millionen Tonnen Warenimporte nach Norwegen, das entspricht 100.000 Lkw, können jährlich von der Straße auf das Meer verlagert werden. Das zeigt ein Pilotprojekt der norwegischen Coastal Ports Alliance, an dem sich 50 norwegische Warenproduzenten seit elf Monaten beteiligen. Dabei wird frischer Fisch aus Mittelnorwegen, der bisher auf der Straße nach Europa gebracht wurde, über den Seeweg nach Rotterdam geliefert. Ziel des Projektes sei es, eine signifikante Verlagerung der Güter von der Straße auf das Meer zu erreichen, ohne die Qualität der gelieferten Ware zu beeinträchtigen noch die Frachtzeit zu verlängern, teilt der Zertifizierungskonzern DNV mit. Bisher sind sowohl die beteiligten Lachsexporteure als auch die Lebensmittelimporteure zufrieden. Die Initiative wird von Norwegens größtem Lebensmittelgroßhändler ASKO unterstützt. Jetzt ist auch das Green Shipping Program (GSP), eine von der Zertifizierungsgesellschaft DNV initiierte öffentlich-private Partnerschaft, der Coastal Ports Alliance beigetreten.

Die derzeitige Logistik und Infrastruktur für den Güterverkehr in Norwegen ist vor allem auf den Straßenverkehr ausgerichtet. Ein Großteil der aus Europa importierten Güter werden – unabhängig vom endgültigen Bestimmungsort – durch Ostnorwegen transportiert. Das Green Shipping Programm zielt darauf ab, mehr Güter per Schiff zu transportieren und den Transport somit umweltfreundlicher zu machen. Die Vision des Programms besteht darin, in Norwegen die effizienteste und umweltfreundlichste Schifffahrt der Welt zu etablieren. 

„Die Zusammenarbeit über Branchen hinweg und mit verschiedenen Produzenten wird zu großen Emissionsreduktionen und weniger Straßenverkehr führen. Die bisherigen Ergebnisse des Projekts zeigen, dass es sehr realistisch ist, langfristig fünf bis sieben Millionen Tonnen zu transferieren, wie dies auch bereits in den Arbeiten zum Nationalen Verkehrsplan identifiziert wurde. Besonders interessant ist, dass einige der führenden Unternehmen nun bereit sind, den Seetransport zwischen Europa und Norwegen in großem Maßstab zu testen. Daher ist es sehr positiv, dass wir jetzt eng mit der Coastal Ports Alliance zusammenarbeiten, die schon viel Vorarbeit geleistet hat“, sagt Eivind Dale, Green Shipping Program.

Die Coastal Ports Alliance bringt seit mehreren Jahren Wareneigentümer, Reedereien, die Speditionsbranche und regionale Behörden mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: der Verlagerung von Gütern von der Straße auf das Meer. Der Schwerpunkt liegt auf dem Seetransport von frischen Meeresfrüchten nach Europa. Die mittelnorwegische Zusammenarbeit entstand im vergangenen Jahr mit einer Pilotinitiative. Wöchentlich fahren Schiffe, die hauptsächlich mit Lachs beladen sind, von Mittelnorwegen nach Rotterdam und kehren mit verschiedenen Gütern zurück nach Mittelnorwegen.

Die angepasste Transportroute zwischen Mittelnorwegen und dem Kontinent ist als „Seafood Route“ bekannt geworden. In den elf Monaten, in denen die Pilotstrecke in Betrieb war, konnten wöchentlich 100-Lkw-Touren auf der Straße eingespart werden.

„Wir hatten auf jeder einzelnen Fahrt Lachswagen und haben sehr gute Erfahrungen mit Vorlaufzeit, Qualität, Preis und Stabilität der Route gemacht“, sagt Logistikleiter Espen Andersen bei Lerøy Seafood.

Robert Radford, Transportmanager Import bei COOP Norwegen, hat einige Anpassungen an seiner Logistik vorgenommen und Teile des Warenimports auf die wöchentliche „Seafood Route“ verlegt. „Den Übergang vom normalen Autotransport durch unseren Transportpartner haben wir kaum mitbekommen. Das werten wir als gutes Zeichen“. Die Zusammenarbeit mit der Reederei habe bestens funktioniert, sagt Radford.

„Es ist sehr befriedigend zu sehen, dass der Seeverkehr so ​​deutlich dokumentiert, dass lokale Transportunternehmen dem Seeverkehr die erforderliche Wettbewerbsfähigkeit verleihen, indem sie einen neuen Tür-zu-Tür-Transport schaffen, der sowohl zuverlässig, benutzerfreundlich als auch flexibel genug für den Export von frischen Meeresfrüchten ist “, serklärt Roar Melum, Regionalmanager Trøndelag  im norwegischen Verband der Lkw-Besitzer (NLF).

In der Coastal Port Alliance haben sich Kristiansund und Nordmøre Havn IKS, Trondheim Havn IKS, Nord-Trøndelag Havn Rørvik IKS und Helgeland Havn IKS zusammengeschlossen. Die Allianz will jährlich 6.500 Lachsanhänger von der Straße bringen und die frischen Meeresfrüchte, die aus Mittelnorwegen exportiert werden stattdessen auf Schiffen transportieren.

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