Wasserstoff-Elektrolyse REFHYNE nimmt Betrieb auf – SINTEF als Projektkoordinator

REFHYNE, die europaweit ersten Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff mit einer Kapazität von 1.300 Tonnen pro Jahr. Eine zweite Anlage mit einer Produktionskapazität von bis zu 15.000 Tonnen Wasserstoff soll 2024 in einer der Shell-Raffinerien in Köln in Betrieb gehen.©Refhyne.eu

Wesseling, 2. Juli 2021. Als eine der europaweit ersten Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff ging heute die Wasserstoff-Elektrolyse REFHYNE im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland in Betrieb. Koordinator des EU-Projektes ist das norwegische Forschungsinstitut SINTEF. Keynote-Speaker des Festaktes war Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen.

Mitte 2019 startete das europäische Konsortium aus Shell, ITM Power, SINTEF, Sphera und Element Energy, gefördert von EU Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU, mit dem Bau einer 10-MW-PEM-Wasserstoffelektrolyse in Wesseling mit dem Projektnamen REFHYNE. Sie ist heute die größte PEM-Elektrolyse Europas und setzt den Maßstab für weitere Entwicklungen im Wasserstoffbereich, heißt es in einer Shell-Pressemitteilung. Pläne zum Ausbau dieser Elektrolyse und zur Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff am Standort liegen bereits vor. Bereits jetzt plant Shell gemeinsam mit ITM Power, ITM Linde Electrolysis GmbH (ILE) und Linde die Errichtung einer 100-MW-Elektrolyse-Anlage in Wesseling – REFHYNE II.

Der Bau dieser Anlage kann bereits im nächsten Jahr beginnen. REFHYNE II wird in einer der Shell-Raffinerien in Köln einen 100-MW-PEM-Elektrolyseur bauen und testen. Die Anlage soll 2024 in Betrieb gehen und mit einer Produktion von bis zu 15.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr die größte ihrer Art weltweit sein. Ziel ist es, Wasserstoff für weniger als drei Euro pro Kilo zu produzieren, was weniger als der Hälfte der Kosten von besteuertem Diesel für den Transport entspricht.

Inbetriebnahme der Wasserstoff-Elektrolyse REFHYNE im im Shell Energy and Chemicals Park in Wesseling. In der Mitte Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen.©Screenshot Shell

Die jetzt eröffnete Anlage wird von Shell betrieben und von ITM Power hergestellt. Der Elektrolyseur hat eine Spitzenleistung von 10 MW (Megawatt) und wird rund 1.300 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produzieren. Dieser entkarbonisierte Wasserstoff kann vollständig in Raffinerieprozesse einschließlich der Entschwefelung konventioneller Kraftstoffe integriert werden. Das Projekt wird den erzeugten Wasserstoff für die Verarbeitung und Veredelung von Produkten in der Raffinerie Wesseling verwenden. Die neue Anlage ist mit einer Polymer-Elektrolyt-Membran-Technologie (PEM) ausgestattet, die im größtmöglichen Umfang getestet werden soll – ebenso wie die Anwendungen in anderen Sektoren, einschließlich Industrie, Stromerzeugung, Gebäudeheizung und Verkehr.

Die Investitionssumme beträgt 16 Millionen Euro. Hiervon trägt das Europäische Fuel Cell Hydrogen Joint Undertaking zehn Millionen Euro bei, sechs Millionen Euro werden vom Konsortium mit Shell, ITM Power, SINTEF, thinkstep und Element Energy übernommen. Die Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) ist eine öffentlich-private Partnerschaft zur Förderung von Forschungs-, Technologieentwicklungs- und Demonstrationsaktivitäten im Bereich Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologien in Europa.
Ziel ist es, die Markteinführung dieser Technologien zu beschleunigen, um ein kohlenstofffreies Energiesystem zu erreichen und die Vorteile von Brennstoffzelle und Wasserstoff in Europa zu erschließen. Mitglieder des FCH JU sind die Europäische Kommission, die Brennstoffzellen- und Wasserstoffindustrie, vertreten durch Hydrogen Europe, und die durch Hydrogen Europe Research vertretene Forschungslandschaft.

„REFHYNE ist auf den Schultern von etwa 30 EU-geförderten Projekten zur Produktion von grünem Wasserstoff verteilt, an denen wir bei SINTEF beteiligt waren.Heute feiern wir einen wichtigen Meilenstein, der Norwegens Bemühungen hoffentlich beschleunigen wird. Wir haben bereits starke industrielle Traditionen, Unternehmen, die sich in mehreren Teilen der Wertschöpfungskette im globalen Wettbewerb behaupten, Spitzenforschung und erneuerbare Energien, daher sind die Erfolgskriterien vorhanden“, sagt SINTEF-Marketingdirektor für Wasserstoff und Vorstandsmitglied von Hydrogen Europe Research Steffen Møller-Holst. Anders Ødegård, Senior Projektmanager bei SINTEF und Koordinator für REFHYNE, ist davon überzeugt, dass dieses Projekt den Standard für den Bau von Elektrolyseanlagen setzen wird.

Das REFHYNE-Projekt startete im Januar 2018 und läuft über fünf Jahre bis Dezember 2022. SINTEF ist durch den leitenden Projektmanager Anders Ødegård der Koordinator für REFHYNE I und REFHYNE II.

Kontakt:
Anders Ødegård, Senior Projektmanager und Koordinator für REFHYNE I und II.
anders.odegard@sintef.no, Telefon +47 94 35 65 95.

Norwegen ist ein wichtiger Partner der Europäischen Union beim Aufbau einer Wasserstoff-Struktur. Das Land hat eine lange Wasserstoff-Geschichte. Bereits 1940 errichtete Norsk Hydro in der Stadt Rjukan die weltweit größte Elektrolyseanlage, in der die Wasserkraft eines örtlichen Staudamms genutzt wurde, um grünen Wasserstoff für die Düngemittelproduktion herzustellen. Aber billiges Erdgas ersetzte in den 1950er Jahren den grünen Wasserstoff durch grauen Wasserstoff. Grauer Wasserstoff dominierte das Geschehen über Jahrzehnte. Jetzt will Norwegen wieder an die Spitze der Bewegung für grünen Wasserstoff zurückkehren. Das norwegische Unternehmen Nel ASA ist der größte Elektrolyseur-Hersteller der Welt.

Lesen Sie auch

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

CCUS braucht Regulierung, Infrastruktur und First Movers