Gewerkschaft, Eksportkreditt und Unternehmerverband fordern offensive Fokussierung auf Exportindustrien

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Oslo, 21. Juni 2021. Norwegens Gewerkschafts-Dachverband LO, der Unternehmerverband NHO und die norwegische Kreditversicherung Eksportkreditt Norge haben am 21. Juni einen neuen Bericht zur norwegischen Exportwirtschaft vorgestellt, den die Unternehmensberatung Menon Economics im Auftrag der Organisationen erstellte. Wie schon im Exportbericht des Vorjahres zeigt auch der neue Bericht die Probleme der norwegische Exportwirtschaft auf. Auch bei einer starken Abschwächung der Krone konnte die norwegische Industrie ihr Exportvolumen nicht steigern. Gemessen in Euro, Dollar oder Festpreisen lag das Wachstum der norwegischen Exporte in den letzten 13 Jahren bei fast null.

“Wir sehen einen dramatischen Rückgang der norwegischen Exporte. Norwegen ist auf einem Jumbo-Sitz gelandet. Norwegische Exporte sind wichtig für die Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand. Die Entwicklung muss umkehren, und sie ist dringend”, sagt LO-Chefin Peggy Hessen Følsvik. Gemeinsam mit NHO-Präsident Svein Tore Holsether und Exportkreditmanager Otto Søberg fordert die LO-Chefin nun Bemühungen, das Wachstum der norwegischen Exporte zu steigern.

2020 exportierten norwegische Unternehmen Waren und Dienstleistungen im Wert von 1.100 Milliarden NOK. Die Exportunternehmen legten den Grundstein für rund 560.000 Mitarbeiter in Norwegen. “Dies entspricht jedem fünften norwegischen Arbeitsplatz. Dies zeigt, wie unglaublich wichtig die Exportunternehmen für die Wertschöpfung und Beschäftigung in Norwegen sind”, sagt Otto Søberg, CEO von Export Credit Norway. “Ab Mitte der 2020er Jahre sollen die Einnahmen aus Öl und Gas sinken. Es fängt also an, dringlich zu werden. Wir müssen vorrangige Bereiche identifizieren und ihre Ökosysteme stärken. Gleichzeitig müssen KMU einen besseren Zugang zu Finanzierungslösungen haben.”

Entwicklung der norwegischen Exporte nach Waren, Dienstleitungen und Öl und Gas

Seit Jahren gelingt es Norwegen nicht, die Exporte kontinuierlich und dynamisch zu steigern. ©Statistikamt SSB

Der Menon-Bericht enthält aktuelle Exportdaten auf regionaler und kommunaler Ebene. Vestland ist das größte Exportland des Landes (ohne Öl und Gas), gefolgt von Oslo und Viken. Gleichzeitig zeigt der Exportbericht, dass die negative Entwicklung für den Export Norwegens anhält. Kein anderes OECD- oder BRICS-Land hat in den letzten 20 Jahren so schnell Weltmarktanteile verloren wie Norwegen.

Bezogen auf die Wirtschaftsgröße hat Norwegen mittlerweile den niedrigsten Exportanteil aller westeuropäischen Länder. Norwegens Exporte machten 2019 37 Prozent des BIP aus (27 Prozent ohne Öl und Gas). In Schweden hatten Exporte einen Anteil am BIP von 47 Prozent, in Dänemark von 58 Prozent, in den Niederlanden von 83 Prozent und in Irland von 127 Prozent.

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