Leitzins bleibt in Norwegen bei null Prozent – Erhöhung für September angekündigt

Entwicklung des Leitzins‘ in Norwegen in Prozent©Norges Bank

Oslo, 17. Juni 2021. In Norwegen bleibt der Leitzins bei null Prozent. Diese Entscheidung traf der Ausschuss für Geldpolitik und Finanzstabilität der Norges Bank einstimmig am 17. Juni. Allerdings signalisierte Gouverneur Øystein Olsen eine Zinserhöhung für September.  Der antizyklische Kapitalpuffer wird mit Wirkung zum 30. Juni 2022 auf 1,5 Prozent angehoben.

Die Aktivität der norwegischen Wirtschaft habe nach dem starken Einbruch im Frühjahr 2020 wieder Fahrt aufgenommen. Anfang 2021 hätten höhere Infektionsraten und verschärfte Covid-bedingte Beschränkungen die Erholung gedämpft, teilt Norges Bank mit. Nach der Erhöhung des Impftempos und der schrittweisen Wiederöffnung der Gesellschaft sei die Arbeitslosigkeit gesunken, bleibe aber hoch. Es herrsche noch Unsicherheit über die Entwicklung der Pandemie, aber die Wirtschaftstätigkeit scheine sich jetzt deutlich und etwas schneller zu erholen als zuvor prognostiziert.

Die zugrunde liegende Inflation liegt nun unter dem Ziel von zwei Prozent. Höhere globale Inflation und Inflationserwartungen würden Unsicherheit über die bevorstehende Inflation schaffen. Die Aufwertung der Krone seit 2020 und die Aussichten auf ein moderates Lohnwachstum deuteten jedoch darauf hin, dass die Inflation in Norwegen in den kommenden Jahren unter dem Zielwert bleiben werde. Solange die Kapazitätsauslastung steige, sei das Risiko einer zu niedrigen Inflation begrenzt.

Der Ausschuss betonte den Beitrag niedriger Zinsen zur Beschleunigung der Rückkehr zu einem normaleren Produktions- und Beschäftigungsniveau. Dies verringere das Risiko, dass sich die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau festsetzt, und trägt dazu bei, die Inflation wieder in Richtung des Zielwertes zu bringen. Gleichzeitig erhöhe eine lange Niedrigzinsphase das Risiko des Aufbaus finanzieller Ungleichgewichte. Der Ausschuss wies auf den deutlichen Anstieg der Wohnimmobilienpreise seit dem Frühjahr 2020, stellte jedoch fest, dass sich die Immobilienpreisinflation zuletzt etwas abgeschwächt habe.

Nach Einschätzung des Ausschusses deuten der Gesamtausblick und die Risikobilanz auf eine weiterhin expansive Geldpolitik hin. Eine weitere Lockerung der Covid-bezogenen Beschränkungen werde zu einer Rückkehr zu normaleren wirtschaftlichen Bedingungen beitragen. Dies deute darauf hin, dass es bald angebracht sein werde, den Leitzins vom aktuellen Niveau anzuheben.

Finden Sie hier den Monetary Policy Report der Norges Bank.

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