Stromkabel zwischen Norwegen und Großbritannien fertig verlegt

Die beiden Enden der 720-Kilometer-lange-Stromverbindung zwischen Suldal in Rogaland und Blyth in England wurde am 15. Juni zusammengefügt.©Statnett / NSL

Suldal, 15. Juni 2021. Nur wenige Tage nach der offiziellen Inbetriebnahme des Stromkabels NordLink zwischen Norwegen und Deutschland vermeldet der norwegische Netzbetreiber Statnett jetzt die Fertigstellung der Verbindung zwischen Suldal in Rogaland, Norwegen, und Blyth in England. Am Abend des 15. Juni wurden beide Kabelenden 150 Kilometer vor Tananger in Rogaland auf See zusammengefügt. Mit 720 Kilometern ist North Sea Link das längsten Unterseestromkabel der Welt. Bisher hielt NordLink diesen Rekord. Wie Statnett mitteilt, ermögliche die Stromtrasse Versorgungssicherheit, Wertschöpfung und ein klimafreundlicheres Stromsystem in Europa.

„Das Zusammenfügen der Kabel ist eine komplizierte Aufgabe. Die Kabelenden aus Norwegen und England wurden vom Meeresboden aufgenommen und an Deck gebracht. Dort wurden sie manuell von Spezialisten miteinander verbunden. Die Arbeiten dauerten etwa zwei Wochen“, sagt Projektleiter Thor Anders Nummedal in Statnett. Anschließend wurde das durchgehende Kabel ins Meer abgesenkt. Der letzte Teil der Operation besteht in einer ferngesteuerten Verlegung des Kabels.

Im Zusammenhang mit der eigentlichen Kabelverlegung seien einige einzigartige Arbeitsschritte notwendig gewesen. In Suldal wurde eine schwimmende Spezialplattform gebaut, die einzige ihrer Art in Norwegen, bei der die Kabel im Suldalsvatnet verlegt werden. Um die Kabel vom Suldalsvatnet zum Hylsfjorden zu verlegen, musste ein 2.300-Meter-langer-Tunnel gebaut werden, bevor das Kabel in der Nordsee versenkt werden konnte.

„Dies ist eine wichtige Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und Norwegen, um das Beste aus unseren gesamten erneuerbaren Energieressourcen herauszuholen“, sagt Nigel Williams, Projektleiter von National Grid, der der britischen Partnerfirma von Statnett.

North-Sea Link ist ein gemeinsames Projekt der British National Grid und Statnett. Beide Unternehmen besitzen je die Hälfte der Anteile an dem Projekt. Es funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie das NordLink-Kabel nach Deutschland: Wenn es in England windig ist und die Windkraftproduktion hoch ist, kann Norwegen Strom von den Briten kaufen und das Wasser in den Stauseen belassen. Wenn in England wenig Wind weht und ein größerer Strombedarf besteht, kann das Land aus Wasserkraft produzierten Strom aus Norwegen kaufen.

Im Sommer soll der Stromanschluss getestet werden, am 1. Oktober 2021 soll der Probebetrieb starten.  

Fakten zum Projekt 

  • Länge: 720 Kilometer
  • Spannung: 525 kV
  • Kapazität: Ca. 1.400 MW
  • Lage: Das Kabel verläuft zwischen der Gemeinde Suldal in Norwegen und dem Gebiet Newcastle in England
  • Geplante Inbetriebnahme 2021
  • Erwartete Kosten: 1,5 – 2,0 Milliarden Euro. 

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