Energiebericht der Regierung: Ölförderung wird fortgesetzt – Offshore-Wind wird das neue Öl Norwegens

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Oslo, 11. Juni 2021. Norwegen will seine Position als Energienation durch Investitionen in neue Industrien wie Wasserstoff und Offshore-Wind, die Stärkung des Stromnetzes und eine zukunftsorientierte Öl- und Gasindustrie mit geringen Emissionen weiter ausbauen. Im Weißbuch der Regierung „Energie für Arbeit“, den Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg und Energieministerin Tina Bru dem Parlament am 11. Juni vorstellten, werden die Strategie zur vollständigen Elektrifizierung des Landes beschrieben und der Weg zur langfristigen Wertschöpfung aus norwegischen Energieressourcen aufgezeigt. Erneuerbare Energien und das Stromnetz sollen den Grundstein für die Elektrifizierung und den Ausstieg aus fossilen Energien legen. Grundlage des Weißbuches ist der Klimaplan der Regierung. Im Rahmen des Storting-Berichts legte die Regierung auch eine Roadmap für Wasserstoff vor. Kurzfristig soll eine Drehscheibe für Wasserstoff im Seeverkehr aufgebaut und die Wasserstoffforschung gestärkt werden. Bis 2025 will die Regierung den Aufbau von fünf Wasserstoff-Hubs im Seeverkehr in Zusammenarbeit mit privaten Akteuren, den Aufbau von ein bis zwei Industrieprojekten mit dazugehörigen Produktionsanlagen sowie zwischen fünf und zehn Pilotprojekten zur Entwicklung und Demonstration neuer und kostengünstigerer Wasserstofflösungen und -technologien ermöglichen. Eine Wasserstoffstrategie hatte die Regierung bereits im Juni 2020 veröffentlicht.

„Jetzt findet die Grüne Wende statt. Die Umstellung ist schneller als von den meisten erwartet und bringt an mehreren Orten des Landes einen steigenden Strombedarf mit sich, der durch konkrete Pläne zum Beispiel für Batteriefabriken und Wasserstoffproduktion bedingt ist. Wir müssen daher eine rentablere erneuerbare Energieerzeugung ermöglichen und das Stromnetz weiter stärken. Offshore-Windkraft ist eine industrielle Chance für Norwegen und könnte ein wichtiger Teil des nächsten Kapitels in der Geschichte der Energienation Norwegen sein. Wir unternehmen jetzt wichtige Schritte, um sowohl schwimmende als auch bodenfeste Offshore-Windkraft zu ermöglichen“, sagt Ministerin für Erdöl und Energie Tina Bru.

Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg und Energieministerin Tina Bru bei der Vorstellung des Energieberichtes vor der Presse.©Screenshot Regjeringen.no

Das Öl- und Gasgeschäft werde auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle in der norwegischen Wirtschaft spielen, aber es wird nicht auf ewig Lokomotive in der Wirtschaft fungieren wie bisher, heißt es in dem Bericht. Die Regierung will die langfristige Wertschöpfung aus der Erdölindustrie im Rahmen der norwegischen Klimapolitik und der Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen ermöglichen. „Wir werden eine zukunftsorientierte norwegische Öl- und Gasindustrie ermöglichen, die im Rahmen der Klimapolitik emissionsarm produziert. Es ist auch sehr wichtig, dass das Know-how und die Technologie in der Öl- und Gasindustrie zur Entwicklung neuer Industrien und Technologien wie CO2-Abscheidung und -Speicherung, Offshore-Windkraft und Wasserstoffproduktion beitragen. Das Hauptziel der Regierungspolitik, langfristig eine profitable Förderung von Öl und Gas zu ermöglichen, bleibt unverändert“, sagt Tina Bru.

Der Bericht skizziert vier Ziele für die langfristige Wertschöpfung aus norwegischen Energieressourcen:

Wertschöpfung als Basis für Arbeitsplätze in Norwegen
Die Regierung strebt an, dass die erneuerbaren Energieressourcen Norwegens so weit wie möglich in Norwegen genutzt und veredelt werden. Sowohl die Stromproduktion an sich als auch die Nutzung von Strom in der Wirtschaft schaffe große Werte und viele Arbeitsplätze. Der Bericht behandelt auch die Möglichkeiten der erneuerbaren Energieerzeugung auf See sowie das Wasserstoff- und CO 2 -Management. Neue Industrien sollen vom Know-how und der Technologie aus den bereits etablierten Teilen der norwegischen Energiewirtschaft profitieren: dem Stromsektor und dem Öl- und Gassektor.

Elektrifizierung erfordert weiteren Ausbau der Stromproduktion und der Netze
Im Bericht betont die Regierung, dass ein stabiler Zugang zu erneuerbaren Energien die Grundlage für große Teile der etablierten Industrie in Norwegen, aber auch eine Voraussetzung für neue Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze. Um diese gute Ausgangslage auch in Zukunft fortsetzen zu können, müssen die Stromproduktion und das Stromnetz ausgebaut werden. Dies sei abzuwägen gegen die Überlegung, den Naturverlust zu begrenzen. In dem Bericht stellt die Regierung eine Strategie für die Elektrifizierung vor. Sie besteht aus Maßnahmen, die kurz- und langfristig zu einer ausgewogenen Entwicklung der Stromversorgung beitragen sollen.

Die Strategie für eine smarte und effiziente Elektrifizierung ist Teil des Storting-Berichts zur langfristigen Wertschöpfung aus norwegischen Energieressourcen. Kurzfristig wird die Regierung daran arbeiten, die im Klimaplan 2021 2030 vorgestellten Elektrifizierungsmaßnahmen sowie ausgereifte Projekte für Strom vom Land bis zum norwegischen Schelf zu realisieren.

Aufbau neuer, profitabler Industrien   
Die Regierung geht davon aus, dass die norwegischen Energieressourcenden Grundstein für neue Industrien legen, die dazu beitragen, Norwegen zu einer emissionsarmen Gesellschaft zu machen. Beispiele für solche neuen Industrien sind die Produktion und Nutzung von Wasserstoff, Offshore-Windkraft, CO2-Abscheidung und -Speicherung, aber auch die Batterieproduktion oder andere Unternehmen, bei denen der Zugang zu erneuerbarer Energie ein Wettbewerbsvorteil ist. Die Regierung will die Entwicklung und Etablierung neuer, profitabler Geschäftsaktivitäten auf der Grundlage effizienter und vorhersehbarer Rahmenbedingungen erleichtern.

Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten Öl- und Gasindustrie im Rahmen der Klimaziele
In dem Bericht geht die Regierung davon aus, dass die Erdölindustrie mit einem ausgereiften norwegischen Festlandsockel und mit steigenden Forderungen nach geringeren Emissionen vor großen Herausforderungen steht. Die Regierung werde zur Entwicklung des norwegischen Festlandsockels beitragen, indem sie eine Erdölpolitik fortsetzt, die langfristig eine profitable Förderung von Öl und Gas im Rahmen der norwegischen Klimapolitik und der Klimaziele ermöglicht. Um dies zu erreichen, werde die Regierung stabile und vorhersehbare Rahmenbedingungen aufrechterhalten, Explorationsgebiete zuteilen und aktiv zu Forschung und Entwicklung beitragen, die zu einer guten Ressourcennutzung und geringeren Treibhausgasemissionen aus der Produktion auf dem norwegischen Schelf beiträgt. Die Regierung werde eine Explorationspolitik mit regelmäßigen Lizenzrunden fortsetzen, um den Unternehmen neue Explorationsgebiete zur Verfügung zu stellen. Die Kartierungen von Erdölressourcen auch in Gebieten, die für Erdölaktivitäten nicht offen sind, soll fortgesetzt werden. Damit werde auch in Zukunft die Grundlage für Arbeitsplätze und Aktivitäten im ganzen Land geschaffen. Die Regierung hält es für besonders wichtig, dass das Know-how aus den Erdölaktivitäten weitergeführt und in anderen Industrien genutzt wird.

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