Norwegen erarbeitet Modell für Festivals – Präsenzveranstaltungen für Unternehmen wieder erlaubt

Ein Forschungsprojekt untersucht in Norwegen, ob mit Schnelltests das Risiko einer Ansteckung so weit reduziert wird, dass das Abstandsgebot bei Großveranstaltungen nicht mehr notwendig ist. Einbezogen sind unter anderem die Festivals Bergen Live, Øyafestivalen, Palmesus. Im Bild: Palmesus, die größte Strandparty Skandinaviens in Kristiansand, soll im Juli 2022 wieder stattfinden. ©Palmesus

Oslo, 28. Mai 2021. Norwegen ist am Donnerstag 27. Mai, in die sogenannte zweite Phase der Wiedereröffnung nach der Corona-Pandemie eingetreten. Das heißt, die nationalen Infektionsbeschränkungen wurden gelockert. Kindergärten und Schulen wurden geöffnet, Veranstaltungen mit mehreren Personen und sportliche Aktivitäten in der Gruppe sind wieder möglich, alkoholischer Getränke werden wieder bis 24.00 Uhr ausgeschenkt. Mit Inkrafttreten der zweiten Stufe des Corona-Wiedereröffnungsplanes wurden auch die Einreisebestimmungen für verschiedene Gruppen geändert. Für Touristen aus fast allen EU-Ländern bleibt das Land allerdings weiter geschlossen.

Die Norweger genossen vor allem die Tatsache, dass man sich wieder auf ein Bier oder ein Glas Wein im Restaurant treffen kann. Oslos Bürgermeister und Norwegens Premierminister mischten sich unters Volk.

Die  Regierung erlaubt auch Testveranstaltungen für Festivals, darunter Bergen Live, Øyafestivalen, Palmesus und weitere norwegische Konzert-Highlights. Sie will die Veranstaltungen mitfinanzieren und den Veranstaltern damit unter die Arme greifen. Die Erlaubnis zur Durchführung der Events setze voraus, dass ein Modell existiert, bei dem Schnelltests die Ausbreitung der Infektion verhindern. In einem Forschungsprojekt wird untersucht, ob mit Schnelltests das Risiko einer Ansteckung so weit reduziert wird, dass das Abstandsgebot bei Veranstaltungen nicht mehr notwendig ist. Die Ergebnisse sollen Hinweise auf die Bedeutung von Großereignissen für die Infektionsentwicklung während einer Pandemie geben.

Das Gesundheitsamt FHI und die Organisatoren planen fünf Testveranstaltungen in Bergen und Oslo mit insgesamt 15.000 Teilnehmern. Zusätzlich werden 15.000 Menschen in den Test einbezogen, die nicht zum Konzert gehen werden. Die Konzertteilnehmer werden vor dem Konzert mit einem Schnelltest und alle Teilnehmer nach der Veranstaltung getestet. Das Projekt wurde von der Regionalen Ethikkommission (REK) genehmigt. Die Verpflichtung des Veranstalters, den Überblick über die Anwesenden zu behalten, bleibt bestehen.

Zeitgleich treten am 1. Juni dieses Jahres auch neue Regelungen zu Zusammenkünften in Unternehmen in Kraft. Im vergangenen Jahr musste die Geschäftswelt durch ein vorübergehendes Gesetz auf digitale Meetings zurückgreifen. Dieses Gesetz wird am 1. Juni 2021 aufgehoben. Es obliegt nun wieder den Unternehmen, in welcher Form, physisch oder digital, Vorstandssitzungen, Hauptversammlungen, Jahresversammlungen und andere Veranstaltungen abgehalten werden.
Die neuen Vorschriften gelten für nahezu für alle Unternehmensformen. “Das Wichtigste ist, den Eigentümern die Möglichkeit zu geben, ihre Rechte auszuüben, unabhängig davon, ob sie sich physisch treffen müssen oder elektronisch teilnehmen können”, sagt Industrieministerin Iselin Nybø.

Trotz der nationalen Lockerungen gibt es immer noch mehrere Gemeinden, in denen die örtlichen Vorschriften strenger sind als die nationalen.

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