Mitglieder des Arktischen Rates verabschieden erstmals strategischen Aktionsplan

Am Meeting des Arktischen Rates nahmen die Außenminister der acht Mitgliedsländer, Vertreter der permanenten Mitglieder und Beobachter teil.©Arctic Council

Reykjavik, 20. Mai 2021. Auf dem Treffen der Außenminister des Arktischen Rates in Reykjavik haben die acht arktischen Länder erstmals einen strategischen Aktionsplan 2021 bis 2030 für die gesamte Breite der Arbeit des Rates verabschiedet. Er enthält sieben strategische Ziele mit Maßnahmen sowohl für den Klima- und Umweltschutz als auch für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der Arktis.

Mitglieder des Arktischen Rates sind die  USA, Kanada, Russland, Norwegen, Island, Dänemark, Schweden und Finnland. Russland übernimmt für die nächsten zwei Jahre den Vorsitz von Island. Außenminister Sergej Lawrow erklärte auf dem Ministertreffen, den “Geist der Zusammenarbeit” beizubehalten, die konstruktive Interaktion zwischen allen Mitgliedstaaten zu stärken und die Bereitschaft zu erhöhen, die besten Lösungen zu erarbeiten.

Russland übernimmt von Island für die kommenden zwei Jahre den Vorsitz des Arktischen Rates. Danach folgt Norwegen. Im Bild: Russlands Außenminister Sergej Lawrow und Islands Außenminister Guðlaugur Þór Þórðarson©Arctic Council

“Wir sind uns alle einig, dass die Hauptverantwortung für das, was in der Region geschieht, bei den AC-Mitgliedstaaten liegt. Wir unterstützen die Idee, einen Arktisgipfel durchzuführen, sobald die notwendige internationale Situation reif ist. Wenn dies während des russischen Vorsitzes geschieht, sind wir bereit, dies zu organisieren”, so Lawrow in seinem Statement.

Norwegens Außenministerin Eriksen Søreide erwartet, dass die Russen die bisherigen Ziele des Rates “auf gute Weise weiterverfolgen”. Russland sei ein konstruktiver Partner im Arktischen Rat. 

Die norwegische Delegation. Links Vertreterin des Saami Council, rechts Norwegens Außenministerin Eriksen Søreide©Arctic Council

Für Norwegen hat die Arktis große Bedeutung, denn ein großer Teil des Meeresgebietes liegt in der Arktis und neun Prozent der Bevölkerung leben in dieser Region. 

Der Arktische Rat hat eine Reihe von Maßnahmen zur Erreichung der Ziele vereinbart. unter anderem eine verstärkte Dokumentation und Berichterstattung über Klima- und Umweltveränderungen, die Reduzierung der Treibhausgasemissionen, Investition in umweltfreundliche Energielösungen, ökosystembasiertes Management und die Erhaltung gefährdeter Ökosysteme und der biologischen Vielfalt. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit und Sicherheit für die arktische Bevölkerung ausgebaut werden.

Norwegen sieht sich bei der Sicherung der Meeresressourcen an vorderster Front. In den nächsten zwei Jahren wird Norwegen zwei Projekte zur Vermeidung von Plastikverschmutzung in der Arktis realisieren: ein Projekt zum Verlust von Fischereiausrüstungen und ein Projekt zur Strandreinigung in arktischen Gebieten.

Am Rande des Außenministertreffens sprachen Norwegens Außenministerin und US-Außenminister Antony Blinken über das sicherheitspolitische Klima im hohen Norden. “Es ist wichtig, sich gegenseitig über die Entwicklung in unseren lokalen Gebieten zu informieren. Wir sehen, dass das Vokabular aus Russland gegen alliierte Aktivitäten im Norden und gegen das Verteidigungsabkommen zwischen Norwegen und den USA härter geworden ist”, sagt Eriksen Søreide gegenüber der norwegischen Zeitung VG in Reykjavik.

©Petty Officer 2nd Class Nathan Beard. U.S. Naval Forces Europe-Africa/U.S. Sixth Fleet

Während die Außenminister der Anrainerländer der Arktis über die künftige Zusammenarbeit diskutieren, hielt die NATO Europas größte Luft- und Raketenübung „At-Sea-Demo / Formidable Shield“ unter anderem auf dem Andoya-Trainingsgelände vor Norwegen ab. 15 Schiffe und Dutzende Flugzeuge aus zehn NATO-Staaten sind an der Übung beteiligt.

Finden Sie hier weitere Dokumente des 12. Treffens der Außenminister des Arktischen Rates.

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