Elkem ASA startet Pilotproduktion zur Herstellung von Batteriegraphit in Kristiansand

In Kristiansand hat das Unternehmen Vianode, eine Tochter des Siliziumherstellers Elkem ASA, die Pilotproduktion aufgenommen.©Elkem

Oslo, 19. Mai 2021. Der norwegische Silizium-Hersteller Elkem ASA hat sein Pilotprojekt zur Herstellung von Batteriegraphit in Kristiansand, Norwegen, erfolgreich in Betrieb genommen und die Pilotproduktion im industriellen Maßstab gestartet. Als nächsten Schritt zur Produktion in großem Maßstab etablierte Elkem nun Vianode als neues Unternehmen, das sich der Entwicklung und Herstellung nachhaltiger und qualitativ hochwertiger aktiver Anodenmaterialien widmen soll. Am 18. Mai unterzeichnete Vianode mit dem Batteriehersteller Morrow Batteries eine Absichtserklärung zur  Lieferung von Batteriematerial.

Elkem will im Industriepark Herøya eine Großanlage zur Herstellung von Batteriegraphit bauen. Das Projekt mit dem Namen Northern Recharge zielt darauf ab, die schnell wachsende Batterieindustrie durch einen wettbewerbsfähigen Produktionsprozess zu versorgen und Batterien mit geringeren CO2-Emissionen umweltfreundlicher zu machen.

Vianode wurde als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Elkem gegründet. Elkems bestehende Aktivitäten im Bereich fortschrittlicher Batteriematerialien werden Teil des neuen Unternehmens. Elkem lädt derzeit externe Industrie- und Finanzpartner zur Teilnahme an dem Projekt ein. Vianode setze seine aktive Rekrutierung für Schlüsselpositionen fort, einschließlich der Organisation für die geplante Anlage im Herøya Industrial Park, teilt das Unternehmen mit.

„Die Herstellung von Batteriematerialien ist eine unserer größten Wachstumschancen. Mit der Inbetriebnahme des Pilotprojektes haben wir einen wichtigen Schritt bei der Vorbereitung unserer Produkte für Kunden getan. Durch die Etablierung von Vianode als engagiertes Unternehmen für fortschrittliche Batteriematerialien stellen wir sicher, dass wir uns voll und ganz auf die Entwicklung dieses Geschäfts konzentrieren und das große Batteriewerk auf eine geplante endgültige Investitionsentscheidung im Jahr 2021 vorbereiten“, sagt Michael Koenig, CEO von Elkem. Das Pilotprojekt von Vianode in Kristiansand habe bereits mit mehreren Batteriezellenherstellern Qualifizierungsprozesse gestartet, teilt das Unternehmen mit.

„Die Eröffnung des Industriepiloten ist ein wichtiger Meilenstein für die industrielle Produktion nachhaltiger Batteriematerialien in Norwegen und der westlichen Welt. Wir erwarten erhebliche Synergien aus dem Produktions- und Forschungsumfeld in Kristiansand in Bezug auf die Batterieanwendungen von heute und morgen. Die Erfahrungen aus dem Betrieb des Industriepiloten werden für den Bau der Großanlage für Batteriematerialien im Herøya Industrial Park von entscheidender Bedeutung sein. Dies ist der erste Schritt zum Aufbau eines weltweit führenden Herstellers von fortschrittlichen Batteriematerialien“, sagt Chris York, Vice President bei Vianode.

Wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterien bestehen typischerweise aus vier Hauptkomponenten: einer Anode, einer Kathode, einem Elektrolyten und einem Separator. Anodenmaterialien sind heute einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen bei der Herstellung von Batteriezellen. “Vianode beabsichtigt, die Emissionen aus diesem Teil der Wertschöpfungskette für Batteriematerialien im Vergleich zur konventionellen Produktion um mehr als 90 Prozent zu senken“, erklärt Stian Madshus, Vice President und General Manager Europe bei Vianode.

Vianode stehe derzeit im Dialog mit einer Reihe von Batteriezellenherstellern weltweit und hat im Oktober 2020 ein Memorandum of Understanding zur Lieferung von Batteriematerial mit FREYR geschlossen. Das jetzt unterzeichnete Memorandum of Understanding (MoU) mit Morrow Batteries sieht eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Qualifizierung der großtechnischen Versorgung der geplanten Lithium-Ionen-Batteriezellenanlage von Morrow Batteries im Eyde Energy Park, Arendal, Norwegen, mit Anodenmaterialien vor. Vianode beabsichtigt, die Anodenmaterialien aus seiner geplanten Großanlage für Batteriegraphit im norwegischen Industriepark Herøya zu liefern. Die Unternehmen wollen gemeinsam maßgeschneiderte High-End-Anodenmaterialien entwickeln, die für Anwendungen von Lithium-Ionen-Zellen von Morrow geeignet sind, einschließlich synthetischer Graphit- und siliziumhaltiger Anodenmaterialien. Die Zusammenarbeit soll zu einem langfristigen, großvolumigen Liefervertrag für Anodenmaterialien führen. Die Vereinbarung sei unverbindlich und nicht exklusiv, erklären die beiden Unternehmen.

Vianode hat bereits  zehn Millionen NOK an finanzieller Unterstützung von der norwegischen Regierungsbehörde Enova erhalten. In den kommenden Monaten will das Unternehmen weitere Anträge in Bezug auf die Großanlage bei der Förderagentur einreichen. Finanzielle Zuschüsse erhielt Vianode ebenfalls von Innovation Norway.

Vianode beteiligt sich an den von SINTEF und dem Österreichischen Institut für Technologie koordinierten Forschungsprojekten Hydra und 3beLiEVe zu Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation. Beide Projekte wurden aus dem EU-Horizontprogramm finanziert. Vianode investiert auch in Forschung und Entwicklung zum Recycling von Graphit in Batteriequalität, das vom norwegischen Forschungsrat unterstützt wird.

In den vergangenen Jahren haben mehrere norwegische Unternehmen Batterieinitiativen gestartet, darunter Corvus und Siemens. Pläne zum Bau von Batteriezellenfabriken haben die Unternehmen Freyr, Morrow Batteries, Beyonder und dem Trio Equinor, Panasonic und Hydro angekündigt. Das Forschungsinstitut Sintef hat ein Batterielabor in Trondheim eingerichtet.

Kontakt:
Odd-Geir Lyngstad, VP Finanzen & Investor Relations, Elkem ASA
Tel.: +47 976 72 806
odd-geir.lyngstad@elkem.no

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