Strengere Regeln für Elektroroller in Norwegen

Die Zahl der durch Elektroroller verletzten Personen ist in Oslo im April dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahresmonat um das Dreifache gestiegen. Jetzt sollen neue Regeln die Unfallgefahr dämmen. ©Jonas Jacobsson / Unsplash/SINTEF

Oslo, 7. Mai 2021. In Norwegen gelten ab dem 18. Mai neue Regeln für den Einsatz von Elektrorollern. Unter anderem werden Fahrten mit zwei Personen auf einem Roller mit einer Geldstrafe von 3.000 NOK geahndet. Gemeinden können Parkgebühr erheben und Zonen einrichten, in denen Elektroroller verboten sind. An Fußgängern dürfen Elektroroller nur im Schritttempo vorbeifahren. Eine Alkoholbegrenzung gibt es noch nicht. Damit das Fahren im betrunkenen Zustand verboten wird, müssen Elektroroller und andere kleine Elektrofahrzeuge im Straßenverkehrsgesetz als Kraftfahrzeugtyp eingestuft werden.

„Elektroroller sind sehr beliebt geworden und eignen sich gut für die Mikromobilität. Gleichzeitig sind mit ihrer Verwendung eine Reihe von Herausforderungen verbunden. Deshalb nehmen wir jetzt einige Änderungen an den Vorschriften für den Einsatz von Elektrorollern vor“, sagt Verkehrsminister Knut Arild Hareide.

Die Regierung hat folgende Änderungen im Rahmen des Straßenverkehrsrechts verabschiedet:

  • Die Kommunen erhalten mehr Möglichkeiten, um Verkehrsprobleme mit kleinen Elektrofahrzeugen zu bewältigen. Sie können Parkverstöße mit Parkgebühren ahnden und Schilder für Parkverbotszonen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Nutzungsverboten aufstellen.
  • Elektroroller dürfen nur von einer Person genutzt werden. Sowohl die Polizei als auch die norwegische öffentliche Straßenverwaltung können bei Verstoß gegen diese Regel Strafen in Höhe von 3.000 NOK verhängen.
  • Fußgänger haben auf Gehwegen Vorrang. Für Elektroroller wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 6 km/h festgelegt, wenn sie an Fußgängern auf Fußwegen, Gehwegen vorbeifahren oder in Fußgängerzonen unterwegs sind.
  • Die Verkehrsregeln schränken das kommunale Eigentum nicht einschränken.

Vor dem Sommer kann es zu weiteren Regeländerungen für den Einsatz von Elektrorollern kommen. Das Storting arbeitet derzeit an einer Gesetzesvorlage, die den Kommunen unter anderm eine klare Rechtsgrundlage für die Regelung der Vermietung von Elektrorollern auf öffentlichem Gelände bieten soll.

„Wir sind uns bewusst, dass das Ziel des Storting darin besteht, dass die Gemeinden bereits vor dem Sommer eine explizite Rechtsgrundlage haben, um die Vermietung von Elektrorollern in der Gemeinde zu regeln“, erklärt Nikolai Astrup, Minister für Kommunalverwaltung und Modernisierung.

Allein im April hat der Rettungsdienst von Oslo nach Angaben von e24.no 131 Verletzungen mit Elektrorollern registriert, eine Verdreifachung gegenüber dem gleichen Monat im Jahr 2020. Seit 2019 gab es in Oslo 2.300 Verletzungen durch Elektroroller, die der Rettungsdienst behandelt hat. Über 200 werden als schwerwiegend eingestuft, 650 als mittelschwer. Die Verletzten sind im Durchschnitt 30 Jahre alt.

Das Forschungsinstitut SINTEF hat im Auftrag der norwegischen öffentlichen Straßenverwaltung einen Mobilitätskalkulator entwickelt, der Aufschluss darüber gibt, was mit dem Verkehrsmuster, der Nutzung von Straßen und Gehwegen, der öffentlichen Gesundheit und den Klimaemissionen passiert, wenn eine Stadt neue Elektroroller erhält. Damit soll Politikern und Planern in den Gemeinden, die die Nutzung und Vermietung von Elektrorollern regulieren, eine bessere Entscheidungsgrundlage bereitgestellt werden.

„Der Mobilitätskalkulator liefert keine endgültige Antwort, sondern einen Hinweis darauf, wie sich Motorroller auf Klimaemissionen, Transportmuster, Unfälle und körperliche Aktivität der Einwohner auswirken und wie viel Platz sie einnehmen“, sagt der Mobilitätsforscher Hampus Karlsson von der SINTEF Community.

Die Daten, auf denen der Rechner basiert, umfassen Interviews mit Elektrorollerfahrern, Statistiken aus der Notaufnahme, Flächenberechnungen und Lebenszyklusanalysen, dh berechnete Klimaemissionen aus der Herstellung, dem Betrieb und der Verwendung von Elektrorollerfahrrädern.

Finden Sie hier den Mobilitätskalkulator von SINTEF.

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