Norwegens Regierung legt Entwurf zur Änderung der Aktiengesetzgebung für ausländische Aktionäre vor

Ausländische Aktionäre norwegischer Unternehmen, die bisher über Nominee registriert sind, sollen künftig direkt in die Eigentümerliste eingetragen werden. Dafür sollen verschiedene Aktiengesetze geändert werden.©BPN

Oslo, 9. April 2021. Die Regierung will mehr Transparenz zu ausländischen Aktionären in Norwegen herstellen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit bieten, an Hauptversammlungen der Unternehmen teilzunehmen, an denen sie Aktien besitzen. Entsprechende Änderungen des Companies Act, des Public Limited Liability Companies Act und des Central Securities Depository Act hat Norwegens Industrieministerin Iselin Nybø heute vorgeschlagen. Die Vorschläge gelten für Aktiengesellschaften (ASA) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (AS), deren Aktien in einem zentralen Wertpapierdepot registriert sind. Für die meisten Gesellschaften mit beschränkter Haftung sind sie nicht relevant.

Im Jahr 2019 befanden sich rund 40 Prozent der Aktienwerte an der Osloer Börse im Besitz ausländischer Investoren. Die Mehrheit dieser Aktien sind über so genannte Nominee registriert. Dies bedeutet, dass die Namen der tatsächlichen Eigentümer dieser Aktien nicht in den Eigentumsdaten des Unternehmens enthalten sind und dass der Aktienbesitz durch einen Strohmann registriert wird. Einige Unternehmen gestatten diesen Aktionären nicht, an der Hauptversammlung des Unternehmens teilzunehmen und abzustimmen.

Die Regierung unterbreitet nun Vorschläge zur Änderung des norwegischen Unternehmensgesetzes, des Gesetzes über Aktiengesellschaften und des Central Securities Depository Act, um die Transparenz darüber zu erhöhen, wer im Namen von Nominees eingetragene Aktien besitzt. Damit können Eigentümer von Aktien mit Nominee-Eintragung ihre Aktionärsrechte gleichberechtigt mit anderen Aktionären der Unternehmen ausüben.

Einige der Vorschläge basieren auf einer EU-Richtlinie über langfristige Eigentumsverhältnisse (EU 2017/828)

Das Nominee-Registrierungssystem erleichtert Ausländern die Investition in norwegische Unternehmen. Dies bedeutet, dass Ausländer kein Konto bei einem norwegischen zentralen Wertpapierdepot eröffnen müssen und stattdessen die Hilfe von Treuhändern in Anspruch nehmen können, um den lokalen Gesetze und Vorschriften gerecht zu werden. Dies ist besonders wichtig für kleine Sparer und diejenigen, die in Märkte in mehreren Ländern investieren.

Die Öffentlichkeit soll Zugang zu Informationen erhalten, wer als Eigentümer norwegischer Unternehmen registriert ist. 

“Norwegen hat eine lange Tradition der Offenheit darüber, wer Anteile an norwegischen Unternehmen besitzt. Dennoch ist es Ausländern seit über 40 Jahren möglich, anonym Aktien zu besitzen. Der Vorschlag der Regierung, der Öffentlichkeit ein Recht auf Zugang zu den im Besitz von Nominees eingetragenen Aktien zu gewähren, legt den Grundsatz fest, dass alle Aktionäre norwegischer Unternehmen transparent sein sollten”, sagt Nybø.

Finden Sie hier den Gesetzentwurf für die Änderung der Aktiengesetzgebung in Norwegen.

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