Norwegens Staatsfonds soll Zahl der Unternehmensbeteiligungen reduzieren

Oslo, 9. April 2021. Norwegens Regierung schlägt vor, den Aktienindex der staatlichen Pensionskasse zu vereinfachen, indem die Anzahl der Unternehmen im Index verringert wird. Dies spare Kosten und reduziert die Komplexität der Verwaltung, erklärte Finanzminister Jan Tore Sanner im Anschluss an die Präsentation des Jahresberichts des Government Pension Fund Global vor dem norwegischen Parlament. Der Fonds hat im Laufe der Zeit die Anzahl der Unternehmen erhöht, in die er erheblich investiert hat, und besaß Ende 2020 Beteiligungen an 9.123 Unternehmen. Nach einer Gesamtbewertung schlägt er nun vor, die Anzahl der Unternehmen im Referenzindex um 25 bis 30 Prozent zu reduzieren. Dieser Index ist die “Roadmap”, der der Fonds für seine Anlagen folgt.

Im Rahmen einer umfassenden Überprüfung der Zusammensetzung des Referenzindex für Aktien hat die Regierung den Rahmen und den Teilindex für Schwellenländer bewertet. Der Aktienindex des Fonds basiert auf einem breiten, globalen Index des Anbieters FTSE Russell. Der Index ist im Laufe der Zeit gewachsen, da FTSE Russell neue Märkte aufgenommen hat.

Die Regierung schlägt vor, derzeit keine weiteren Märkte in den GPFG-Referenzindex für Aktien aufzunehmen. Dies bedeutet, dass neue Schwellenländer, die der Indexanbieter möglicherweise in seine Indizes aufnehmen möchte, nicht automatisch Teil des Referenzindex des Fonds werden.

“Der Aktienindex des Fonds umfasst derzeit eine erhebliche Anzahl von Märkten, einschließlich aller wichtigen Volkswirtschaften. Die Einbeziehung von mehr und häufig kleinen Schwellenländern trägt wenig zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen Rendite und Risiko bei”, sagt Finanzminister Jan Tore Sanner (H).

Das Managementmandat für die GPFG verpflichte die Zentralbank, alle Märkte zu genehmigen, in die die Fonds investiert sind, einschließlich der Märkte, die im vom Finanzministerium festgelegten Referenzindex enthalten sind, teilt das Finanzministerium mit. Im Rahmen der Folgemaßnahmen der Ethikkommission beabsichtige das Ministerium, die Bestimmungen des Mandats zu Risikobewertungen und Berichterstattung im Zusammenhang mit der Marktzulassung der Bank festzulegen.

Im Laufe der Zeit hab die Anzahl der Märkte und Unternehmen im GPFG-Referenzindex für Aktien erheblich zugenommen. Der Index besteht derzeit aus rund 8.800 Unternehmen in 24 entwickelten und 22 aufstrebenden Märkten.   

Der Bericht schlägt vor, die Anzahl der Unternehmen im Referenzindex für Aktien der GPFG zu verringern, indem die 25 bis 30 Prozent kleinsten Unternehmen aus dem Index gestrichen werden. Eine solche Änderung wird dazu führen, dass der Referenzindex etwa 2.200 Unternehmen weniger enthält.

“Eine große Anzahl von Unternehmen und Märkten im Index trägt zu einer höheren Komplexität des Managements bei und kann zu höheren Kosten führen. Dies kann auch die Arbeit mit verantwortungsbewusstem Management schwieriger machen”, sagt der Finanzminister. 

Die kleinsten Unternehmen machen einen sehr kleinen Anteil am Gesamtmarktwert des Aktienindex aus. Dies lässt sich daran erkennen, dass ein Viertel der Anzahl der Unternehmen nur zwei Prozent des gesamten Marktwerts des Index ausmacht. Die Diversifizierungsgewinne aus der Einbeziehung der kleinsten Unternehmen sind daher begrenzt. Gleichzeitig sind die Kosten für den Handel mit Aktien in kleinen Unternehmen höher als in großen Unternehmen.

Das Ministerium hat festgestellt, dass über kleine Unternehmen weniger Informationen verfügbar sind als über große Unternehmen, und dass der Ethikrat darauf hinweist, dass sich eine Verringerung der Anzahl der Unternehmen im Fonds positiv auf ihre Arbeit auswirken wird.

Hohe Renditen, verantwortungsbewusstes Management und Transparenz bleiben wichtigsten Ziele des norwegischen Staatsfonds Government Pension Fund Global in der Zukunft. Um diese Ziele auch weiterhin zu erreichen, hat Norges Bank Investment Management (NBIM), Verwalter des Staatsfonds, die Strategie für 2020–2022 überarbeitet. “Die überarbeitete Strategie konzentriert sich auf die Optimierung von Prozessen, Technologie und Entwicklung unserer Mitarbeiter”, sagt Nicolai Tangen, CEO der Norges Bank Investment Management.

“Die überarbeitete Strategie ist kürzer, klarer und enger mit dem Handeln und dem Zusammenhang der laufenden Aufgaben mit unseren strategischen Ambitionen verbunden”, heißt es in einer Pressemitteilung. “Als Fondsmanager ist es unser Ziel, durch verantwortungsbewusstes Investieren und mit Hilfe qualifizierter Mitarbeiter eine möglichst hohe Rendite nach Kosten mit akzeptablem Risiko zu erzielen. Dieser strategische Plan drückt aus, wie wir dieses Ziel im Rahmen unseres Mandats erreichen werden. Wir werden unsere Anlagestrategien und unsere Kosteneffizienz weiterentwickeln, wobei der Schwerpunkt auf der Nettorendite nach Kosten liegt. Wir werden das Know-how, die Synergien und die Skaleneffekte nutzen, auf die wir als Teil der Norges Bank zugreifen können.”

Der Referenzindex ist ein zentraler Bestandteil des Mandats. Es besteht zu 70 Prozent aus Aktien und zu 30 Prozent aus festverzinslichen Wertpapieren. Das Mandat legt Beschränkungen fest und legt Anforderungen an die Verwaltung des Fonds anhand dieses Index fest. Norges Bank Investment Management verwaltet den Fonds in der Nähe des Referenzindex, aber alle Anlagestrategien enthielten auch aktive Elemente, teilt NBIM mit. Die Fondmanager würden verschiedene Anlagestrategien verwenden, um den Fonds mit akzeptablem Risiko und innerhalb des im Mandat festgelegten Rahmens zu verwalten. Diese Strategien ergänzen sich. Sie seien an die Risikotoleranz des Fonds und die einzigartigen Eigenschaften als großer, langfristiger Anleger mit begrenztem kurzfristigen Liquiditätsbedarf und geringen Verwaltungskosten angepasst.

Lesen Sie hier den Bericht der Staatlichen Pensionskasse.

Lesen Sie hier mehr zu Investitionen des norwegischen Staatsfonds.

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