Norwegens Aluminiumkonzern Norsk Hydro steigt in das Wasserstoff-Geschäft ein

Der Aluminiumkonzern Hydro will in Norwegen eine Wertschöpfungskette für Wasserstoff aufbauen.©iStock/Hydro

Oslo, 7. April 2021. Der norwegische Aluminiumkonzern Norsk Hydro ASA will in das Wasserstoff-Geschäft einsteigen. Wie das Unternehmen mitteilt, werde gegenwärtig das Potenzial für die Entwicklung und den Betrieb von Wasserstoffanlagen untersucht, um die große interne Nachfrage zu befriedigen und einen externen Markt zu bedienen. Dabei will das Unternehmen sein Know-how in den Bereichen Industrie und erneuerbare Energien nutzen. Hydros Strategie zielt darauf ab, seine Position bei kohlenstoffarmem Aluminium zu stärken und gleichzeitig neue Wachstumschancen bei Recycling und neuer Energie zu erkunden. Als Teil eines großen Umbaus des Konzerns hatte Hydro Anfang März dieses Jahres den Verkauf seines Walzgeschäftes verkündet.

“Wir sehen ein erhebliches Potenzial für den industriellen Wasserstoffverbrauch. Die Übernahme einer Entwickler- und Betreiberrolle im Wasserstoffsektor bietet Hydro die Möglichkeit, die industriellen CO2-Emissionen zu reduzieren und ein profitables und nachhaltiges Geschäft auf Wasserstoffbasis aufzubauen”, sagt Hilde Merete Aasheim, Präsidentin und CEO von Hydro.

Hilde Merete Aasheim, Präsidentin und CEO von Hydro

Hydro verfüge über einzigartige Fähigkeiten, die das Unternehmen aufgrund der eigenen Positionen und Kompetenzen im Bereich erneuerbarer Energien und der großen internen Nachfrage nach Gas, das durch umweltfreundliche Wasserstofflösungen ersetzt werden kann, von anderen Industrieunternehmen abheben. Hydro könne daher in Norwegen eine vollständige Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff aufbauen und entwickeln.

Eine Entwickler- und Betreiberrolle für Hydro würde wahrscheinlich eine vollständige oder teilweise Umstellung von Gas auf Wasserstoff in Anlagen an mehreren Standorten bedeuten, teilt das Unternehmen mit. Dieser Prozess könne mit der Umstellung von Gas auf Wasserstoff in einigen Aluminiumwerken von Hydro in Norwegen starten.

„Wir haben eine große interne Nachfrage nach Gas, das zum Heizen und zur Anodenproduktion verwendet wird, und eine Wasserstoffproduktionsanlage könnte in der Nähe des Verbrauchs platziert werden. Für Hydro würde dies zu unserem Ziel beitragen, unsere eigenen CO2-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent zu senken“, sagt Aasheim.

Wasserstofftechnologien und ihre Anwendungen standen seit mehreren Jahrzehnten mehrfach auf der Agenda von Hydro. In den letzten Jahren hätten sich mehrere Elemente geändert, was die Rentabilität bei der Umstellung von Gas auf Wasserstoff in den Hydro-Werken erhöht, teilt der Konzern mit. Die Ambitionen der EU und Norwegens, die Wirtschaft bis 2050 zu dekarbonisieren, erfordere Wasserstoff als wichtigen Energieträger, und es würden Unterstützungsprogramme eingeführt. Darüber hinaus würden die Technologiekosten sinken, und Norwegen eigne sich aufgrund seiner attraktiven, erneuerbaren Energie gut für die Entwicklung und Nutzung von Wasserstoff.

Bei der Vorstellung des Quartalsberichts am 27. April will Hydro mehr Informationen zum Wasserstoff-vorhaben liefern.

Neben dem Aluminiumgeschäft betreibt Hydro in Norwegen auch Wasserkraftanlagen und eine Windkraftanlage Tonstad.

In Norwegen sind bereits mehrere Unternehmen am Aufbau einer Wertschöpfungskette für Wasserstoff beteiligt: Nel ASA liefert Elektrolyseure, Hydrogenpro baut fertige Elektrolysesysteme, Everfuel liefert Tankstellen und Hexagon Purus Lagersysteme.

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