Norwegens Energiekonzern Equinor startet mit CCS-Projekt in Großbritannien

Mit drei Projekten an der britischen Ostküste zur Reduzierung der CO2-Emissionen und der Lagerung unter dem Meeresboden soll bis 2040 das erste Industriecluster entstehen, das keine CO2-Emissionen verursacht.©Equinor

London, 17. März 2021. Equinor und weitere Industriepartner wollen an der Ostküste Großbritanniens bis 2040 das weltweit erste Industriecluster schaffen, das keine CO2-Emissionen ausstößt. Der staatliche britische Industrial Strategy Challenge Fund (ISCF) hat jetzt drei Projektkonsortien finanzielle Unterstützung für das Vorhaben zugesagt. Bei allen drei Projekten spielt der CCS-Prozess, also die Abspaltung von Kohlendioxid bei Industrieabgasen und der CO2-Speicherung unter dem Meeresboden, eine Rolle. Die Investitionssumme, die in einer öffentlich privaten Partnerschaft aufgebracht werden soll,  beträgt 229 Millionen GBP, wobei Equinor und seine Partner mehr als zwei Drittel des Gesamtbetrags übernehmen.

Zero Carbon Humber (ZCH) ist eine Partnerschaft von zwölf Unternehmen. Bei diesem Projekt soll das größte Industriecluster Großbritanniens durch den schrittweisen Einsatz von kohlenstoffarmen Wasserstoff, Kohlenstoffabscheidung und negativen Emissionen an Standorten in der gesamten Humber-Mündung auf Null gesetzt werden. Hierfür wird Equinor im Industriepark Saltend eine Anlage für kohlenstoffarmen Wasserstoff bauen. National Grid Ventures wird ein Pipeline-Netzwerk für Wasserstoff und Kohlendioxid (CO2) errichten, das durch die Humber-Industriestandorte führt.

Der Saltend Chemicals Park. Hier will Equinor eine Produktionsanlage für kohlenstoffarmen Wasserstoff bauen.©px Group)

An Net Zero Teesside (NZT) sind fünf Unternehmen beteiligt. Hier geht es um die Dekarbonisierung des Industrieclusters Teesside durch Kohlenstoffabscheidung und um den Bau eines neuen Gaskraftwerks mit modernster Technologie zur Kohlenstoffabscheidung.

Northern Endurance Partnership (NEP), eine Partnerschaft von sechs Unternehmen (ENI, National Grid, Shell, Total und Operator bp) entwickelt eine Offshore-Infrastruktur für den Transport und die Speicherung von Kohlendioxid in der britischen Nordsee, die sowohl ZCH als auch NZT nutzen werden.

„Die gemeinsame Herausforderung des Klimawandels erfordert, dass Regierungen, Industrien und Gesellschaften zusammenkommen. Die Förderung der britischen Behörden zeigt, dass dies in der Praxis funktioniert, und wir freuen uns, dass diese drei wegweisenden Projekte erfolgreich waren. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Stakeholdern wird Equinor weiterhin seine Fähigkeiten einsetzen, um diese Projekte umzusetzen, damit wir gemeinsam den signifikanten Wert demonstrieren können, den Kohlenstoffabscheidung und -speicherung sowie Wasserstoff für Gemeinden und Länder in einer Netto-Null-Zukunft bieten“, sagt Irene Rummelhoff, Executive Vice President für Marketing, Midstream & Processing in Equinor.

Equinor ist seit über 35 Jahren in Großbritannien tätig. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Norwegen beschäftigt weltweit 21.000 Mitarbeiter und in Großbritannien über 650.

Equinor ist Großbritanniens führender Energieversorger. Die Energieversorgung aus Norwegen deckt mehr als ein Viertel des britischen Erdgasbedarfs und rund ein Fünftel des Ölbedarfs. Das Unternehmen betreibt das Mariner-Ölfeld, eine der größten Offshore-Investitionen in Großbritannien im letzten Jahrzehnt, und entwickelt Rosebank, das größte unbebaute Feld in Großbritannien, weiter. 

In Großbritannien versorgt Equinor derzeit über seine drei Windparks rund 750.000 Haushalte mit Strom. Sheringham Shoal, Dudgeon und Hywind Scotland, der erste schwimmende Windpark der Welt, arbeiten mit Batwind zusammen, der weltweit ersten Batterie für Offshore-Wind. In Zusammenarbeit mit SSE Renewables baut Equinor den größten Offshore-Windpark der Welt, die Dogger Bank, vor der Nordostküste Englands und entwickelt Pläne zur Erweiterung der Windparks Dudgeon und Sheringham Shoal.
In Norwegen haben Equinor und seine Partner im Januar 2021 mit den Bauarbeiten für Northern Lights begonnen, Europas erstem umfassenden Projekt zum Transport und zur Speicherung von Kohlenstoff, nachdem das norwegische Parlament im Dezember über die Genehmigung der Finanzierung abgestimmt hatte. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Ende 2023 abgeschlossen sein, wobei die erste Phase im Jahr 2024 in Betrieb sein wird.

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