Norwegens Regierung stimmt Bevölkerung wieder auf strengere Maßnahmen ein

Die Weiterführung des Unterrichts hat für die norwegische Regierung hohe Priorität. Kommunen sollen entscheiden, wenn Schulen wegen zu hohem Infektionsdruck geschlossen werden müssen. Im Bild: Die deutsche Schule in Oslo.©BPN

Oslo, 9. März 2021. Norwegens Regierung reagiert auf die schnelle Verbreitung der neuen Virus-Variante von Covid-19 und die steigenden Infektionszahlen und verlangt vor allem von Gemeinden ein schnelles Handeln. Sie sollen sofort strenge Maßnahmen ergreifen, wenn neue Infektionen entdeckt werden. Außerdem müsse die Abstimmung mit Nachbargemeinden funktionieren, erklärte Gesundheitsminister Bent Høie auf einer Pressekonferenz. Wenn die Infektion nicht abnehme, müsse die Regierung schnell auch neue nationale Maßnahmen einführen. Der Rat, Reisen ins Ausland zu unterlassen, gilt über Ostern hinaus bis zum 15. April. Die Regierung nimmt keine Änderungen auf nationaler Ebene bezüglich Schulen und Kindergärten vor.

Das Ministerium für Bildung und Forschung wird Anpassungen in den Leitfäden zur Infektionskontrolle und andere Maßnahmen prüfen, die es ermöglichen, Kindergärten und Schulen offen zu halten. Die nationalen Einschränkungen bleiben auf gelben Niveau, Kommunen sollen aber erwägen, rote Maßnahmen einzuführen, wenn die Infektionssituation dies erfordert. 

Die norwegische Gesundheitsdirektion und das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit raten der Regierung derzeit nicht, momentan strengere nationale Maßnahmen einzuführen. Sie bewerten jedoch die Situation von Tag zu Tag gemeinsam mit dem Ministerium für Gesundheit und Pflegedienste. 

Dies sind die strengeren nationalen Maßnahmen, die eingeführt werden, wenn die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Ausbreitung von Infektionen zu verringern:

  • Empfehlung, zwei Meter von anderen Personen fernzuhalten, außer Personen in ihrem eigenen Haushalt oder engen Kontakten zu Einzelpersonen.  
  • Empfehlung von maximal zehn privaten Kontakten pro Woche, zusätzlich zu maximal fünf Gästen.
  • Verbot des Alkoholkonsums.
  • Verbot von Indoor-organisierten Sport- und Freizeitaktivitäten für Erwachsene. Ausnahmen für Spitzensportler
  • Schließung von Fitnessstudios und Schwimmbädern. Ausnahmen für Schwimmtraining für Kinder und Rehabilitation.
  • Schließung von Unterhaltungsmöglichkeiten wie Vergnügungsparks, Bingohallen und dergleichen.
  • Der Arbeitgeber muss sicherstellen, dass die Arbeitnehmer an allen praktisch möglichen Arbeitsplätzen von zu Hause aus arbeiten
  • Weniger Teilnehmer an Veranstaltungen:
    • Innen: 20 Personen mit festen, zugewiesenen Sitzplätzen (von 100)
    • Innen: 50 Personen bei Beerdigungen und Bestattungen (von 100) –
    • Innen: 50 Personen bei einer Veranstaltung für Personen unter 20 Jahren – nur aus derselben Gemeinde
    • Im Freien: 50 Personen bei Veranstaltungen (von 200 oder 600 bei festen, zugewiesenen Plätzen)

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, will die Regierung Empfehlungen vom Januar wieder einzuführen, einschließlich:

  • Empfehlung, zwei Wochen lang das Haus nicht zu verlassen;
  • Verschiebung aller Veranstaltungen;
  • Digitaler Unterricht an Universitäten, Hochschulen und Berufsschulen;
  • Sekundar- und Sekundarstufe II auf der roten Ebene;
  • Gemeinden mit hohem Infektionsdruck sollten auch den Rotwert in Grundschulen und Kindergärten berücksichtigen.

Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte schon jetzt im Home Office arbeiten. Veranstaltungen, bei denen Menschen aus mehreren Gemeinden zusammenkommen, sollten abgesagt oder verschoben werden, sagte Premierministerin Solberg.

Während der Osterferien sollten in Norwegen lebende Menschen nicht ins Ausland reisen und Norweger, die im Ausland leben, nicht nach Norwegen einreisen. 

Die Regierung erwägt, das Quarantäne-Hotelprogramm auf weitere Einreisende auszudehnen. Dies bedeutet, dass Personen, die jetzt eine Urlaubsreise ins Ausland unternehmen, bei ihrer Rückkehr wahrscheinlich in Hotels unter Quarantäne. 

Die Regierung nimmt keine Änderungen an der nationalen Ebene der Maßnahmen für Schulen und Kindergärten vor, aber Gemeinden mit vielen Infektionen sollten in Absprache mit den Gesundheitsbehörden den Übergang zur roten Ebene in Betracht ziehen.

“Es müssen möglichst viele Kinder und Schüler Kindergärten und Schulen besuchen dürfen, während gleichzeitig eine gute Infektionskontrolle gewährleistet sein muss, die auch an die neuen Virusvarianten angepasst ist. Daher werden wir Anpassungen in den Leitfäden zur Infektionskontrolle in Betracht ziehen und Maßnahmen prüfen, die es ermöglichen, Kindergärten und Schulen auch bei strengeren Maßnahmen zur Infektionskontrolle offen zu halten. Dies könnte zum Beispiel mehr Schule im Freien, die Nutzung alternativer Räumlichkeiten und zusätzlichen Personals bedeuten”, erklärte Bildungsminister Guri Melby.

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