EU-Kommission und Norwegens Regierung erörtern Zusammenarbeit beim European Green Deal

Oslo/Brüssel, 1. März 2021. Norwegen und die EU wollen beim Übergang zu einer modernen und wettbewerbsfähigen emissionsarmen Wirtschaft enger zusammenarbeiten. Insbesondere will Norwegen seine grünen Technologien verstärkt bei der Umsetzung des 2019 ins Leben gerufenen European Green Deal einbringen. Bei einem Treffen diskutierten Mitglieder der EU-Kommission und norwegische Minister, wie ehrgeizige Klimaziele in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können. In den Gesprächen ging es um CO2-Steuern und andere Klimaschutzmaßnahmen, Kreislaufwirtschaft mit Schwerpunkt auf Batterien, Elektrifizierung des Verkehrs, umweltfreundliche Schifffahrt sowie Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS). Wasserstoff als mögliche langfristige Lösung für die Dekarbonisierung des Energiesektors wurde ebenfalls diskutiert.

An dem virtuellen Treffen nahmen seitens der EU-Kommission Exekutivvizepräsident Frans Timmermans, Kommissar Kadri Simson und Kommissarin Adina Vălean sowie Ine Eriksen Søreide, Außenministerin, Sveinung Rotevatn, Ministerin für Klima und Umwelt, Tina Bru, Ministerin für Erdöl und Energie, und Verkehrsminister Knut Arild Hareide von norwegischer Seite teil. “Norwegen ist ein wichtiger Partner für die EU und teilt unser Bestreben, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Das heutige Treffen konzentriert sich auf die Maßnahmen, die erforderlich sind, um unsere Ziele in konkrete Maßnahmen auf breiter Front umzusetzen, von Klimaschutzmaßnahmen und dem Schutz der biologischen Vielfalt bis hin zu Energie- und Verkehrsübergängen”, erklärt die EU-Kommission in einer Pressemitteilung. Norwegen sei führend bei der Entwicklung umweltfreundlicher Technologien, und eine verstärkte Zusammenarbeit im Rahmen des Green Deal werde für die EU, Norwegen und den Planeten von Vorteil sein.

“Wir sind bereits durch das EWR-Abkommen und ein separates Abkommen zur Erreichung der Klimaziele für 2030 eng mit der Klimapolitik der EU verbunden. Norwegen ist ein sehr relevanter Partner für die EU und verfügt über Forschungsumgebungen, Technologie, Wirtschaft und Wissen, die wichtige Beiträge leisten werden zu einem klimaneutralen Europa”, sagt Außenministerin Ine Eriksen Søreide .

“Beim Green Deal geht es darum, die Wettbewerbsfähigkeit durch grüne Transformation zu stärken. Eine ehrgeizige Klimapolitik ist auch eine gute Geschäftspolitik. Norwegen verfügt über Technologie, Wissen und Produkte, die uns zu einem attraktiven und relevanten Partner für Europa machen. Die grüne Schifffahrt gehört zu den Bereichen, in denen die EU nach Norwegen blickt und in denen die Regierung Vorkehrungen getroffen hat, um starke norwegische Gewinner hervorzubringen”, betont der Minister für Klima und Umwelt, Sveinung Rotevatn. Norwegens Start des Projekts “Longship” zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) habe großes Interesse in Europa geweckt. Ziel sei es, dass Norwegen eine europäische Infrastruktur für CCS anbietet. Offshore-Windkraft sei ein weiterer Bereich für die künftige Zusammenarbeit mit der EU, in dem norwegische Unternehmen Fachwissen und Know-how anbieten können.

“Wir freuen uns, dass die EU ein so großes Interesse an unserem Langskip-Projekt zeigt, das jetzt in vollem Gange ist. Eine enge europäische Zusammenarbeit beim CO2-Management ist wichtig, wenn CCS international ein Erfolg im Bereich der Klimatechnologie sein soll. Daher ist es uns wichtig, unseren europäischen Nachbarn zu vermitteln, dass die CO2-Speicherung im norwegischen Festlandsockel auch Chancen für europäische Industrieunternehmen bietet. Wenn es um Offshore-Wind geht, insbesondere um schwimmende Windkraftanlagen, besteht kein Zweifel daran, dass die EU die Entwicklungen in Norwegen genau und mit Interesse verfolgt. Dies sind gute Beispiele für den grünen Wandel, den wir hier zu Hause vornehmen und der auch über unsere eigenen Landesgrenzen hinaus große Auswirkungen hat”, erklärte Energieministerin Tina Bru.

Norwegen und die EU hätten auch klare gemeinsame Interessen im Seeverkehr und in der grünen Schifffahrt. Dieser Sektor sei ein wichtiger Treiber für den technologischen Fortschritt, einschließlich elektrischer Fähren, die in norwegischen Fjorden getestet werden, teilt die norwegische Regierung weiter mit.

“Die Erfahrungen aus dem norwegischen Verkehrssektor können für andere Länder relevant sein. Viele Städte haben bessere Luft und weniger Treibhausgasemissionen erhalten, unter anderem aufgrund strengerer Emissionsanforderungen für Fahrzeuge. Wir glauben, dass Länder in Europa davon profitieren, dass die EU die strengsten Emissionsanforderungen für Fahrzeuge festlegt. Ein felsiges und wetterfestes Land wie Norwegen kann auch ein guter Ort sein, um neue Technologien wie Elektroflugzeuge zu testen. Der norwegische Verkehrssektor ist bereit, von anderen Ländern zu lernen, aber auch Wissen und Know-how in Europas Green Give einzubringen”, sagt Verkehrsminister Knut Arild Hareide.

Die EU und Norwegen arbeiten im Rahmen des EWR-Abkommens zur Erreichung der Klimaziele eng zusammen. 2019 unterzeichneten Norwegen und die EU ein Abkommen zur Erreichung der Klimaziele für 2030.

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