Norwegen wirbt in Deutschland für blauen Wasserstoff und CCS

Norwegens Botschafter Petter Ølberg (r.) und Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Gas, informierten beim digitalen Frühstückstalk im Energiestudio über das Potenzial einer engen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen zur Herstellung von Wasserstoff.©Screenshot

Berlin, 26. Februar 2021. Blauer Wasserstoff und Carbon Capture and Storage (CCS) können einen kosteneffektiven und wettbewerbsfähigen Weg in eine Nullemissions-Gesellschaft aufzeigen. Norwegens Botschafter Petter Ølberg warb beim digitalen Frühstückstalk im Energiestudio der Brancheninitiative Zukunft Gas für eine engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen. Das große Potenzial von klimaneutralem Wasserstoff stellte auch Zukunft-Gas-Vorstand Dr. Timm Kehler heraus und plädierte für mehr Technologieoffenheit in der Diskussion. 

Wasserstoff komme bei der Energiewende eine Schlüsselrolle zu. Denn er könne Klimaschutz in Bereichen voranbringen, die sich sonst nur zu sehr hohen Kosten elektrifizieren lassen. Um Bereiche wie die Industrie, den Verkehr und den Wärmemarkt zu dekarbonisieren, werde vor allem sehr viel Wasserstoff benötigt. „Die Machbarkeitsstudie H2morrow zeigt eindrucksvoll, wie die großen Mengen klimaneutraler Wasserstoff, die wir für die Dekarbonisierung brauchen, bereitgestellt werden können“, erklärte Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Gas, beim Frühstückstalk der Brancheninitiative. Mit H2morrow zeige das norwegische Energieunternehmen Equinor gemeinsam mit dem Essener Fernleitungsnetzbetreiber OGE (Open Grid Europe), wie aus Erdgas Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen hergestellt werden kann. Das dabei anfallende CO2 wird abgeschieden und unter dem Meeresboden in der norwegischen Nordsee gespeichert. 

Das weltweit erste CCS-Projekt (Carbon Capture and Storage), bei dem CO2 im großen Maßstab abgeschieden und gespeichert wird, ist das norwegische „Longship“-Projekt. Der norwegische Botschafter Petter Ølberg sprach vom „größten Klimaprojekt in der norwegischen Industrie aller Zeiten.“ Beim Frühstückstalk von Zukunft Gas warb er für eine engere Zusammenarbeit zwischen Norwegen und Deutschland. „CCS ist eine bewährte und sichere Technologie“, so Ølberg. „Die Kohlenstoffspeicherung in Norwegen ist eine echte und gute Alternative für die Dekarbonisierung der Industrie in ganz Deutschland. Wir haben genug Kapazitäten, um die Emissionen von vielen großen europäischen Energieunternehmen aufzunehmen.“

An der anschließenden angeregten Diskussion beteiligten sich neben Praktikern aus der Energiebranche auch Vertreter der Wissenschaft und mehrere Abgeordnete aus dem Deutschen Bundestag. Tenor der Diskussion war: Der Weg in eine klimaneutrale Zukunft ist noch lang und voller Herausforderungen. Blauer Wasserstoff ist aber Teil der Lösung. Für eine weitere unvoreingenommene Diskussion warb daher auch Timm Kehler: „Deutschland hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt. Um sie zu erreichen, müssen wir für alle Technologien offen sein. Blauer Wasserstoff hat ein sehr großes Potenzial für eine kosteneffiziente Umstellung unseres Energiesystems. Auch wenn Technologien wie CCS in Deutschland umstritten sind: Das Projekt der Energiewende ist zu groß, als dass wir uns Denkverbote leisten können.“

Zukunft Gas ist die Initiative der deutschen Gas-Wirtschaft. Sie vertritt die Marke und das Produkt Erdgas gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Verbrauchern. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern setzt sich die Initiative dafür ein, dass die Potenziale des Energieträgers sowie der bestehenden Gasinfrastruktur genutzt werden und informiert über die Chancen und Möglichkeiten, die Erdgas und Grünes Gas wie Wasserstoff und Biogas für unsere Gesellschaft bieten. Getragen wird die Initiative von führenden Unternehmen der Gas-Wirtschaft. Branchenverbände und die Heizgeräteindustrie unterstützen Zukunft Gas als Partner.

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