Norwegische Technologie mit Mars-Rover Perseverance auf dem Mars im Einsatz

Die Marssonde Perseverance hat das in Norwegen hergestellte Georadar Rimfax an Bord, das aus einer vergoldeten Elektronikbox und einer Antenne, die am Heck des Mars-Fahrzeugs angebracht ist, besteht. Rimfax soll im Grundgestein des Mars nach Wasser suchen.©FFI

Donnerstag, 18. Februar 2021. Mit der Landung der amerikanischen NASA-Marssonde Perseverance ist auch ein norwegisches Georadar auf den Planeten geschickt worden. Eines der sieben an Bord befindlichen wissenschaftlichen Instrumente wurde vom norwegischen Verteidigungsforschungsinstituts FFI in Norwegen hergestellt. Das Georadar Rimfax wird in das Grundgestein hinunterblicken und nach Spuren von Wasser suchen. Während der ersten zwei Jahre muss Perseverance mindestens 20 Proben der Oberfläche entnehmen, um sie zu sammeln und zur Analyse zur Erde zurückzusenden.

Wie das FFI mitteilt, wurde das norwegische Team als Entwickler des Georadars im Wettbewerb mit Ingenieuren und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt ausgewählt.  Ausschlaggebend für den Auftrag sei die jahrzehntelange Erfahrung des Instituts in der Radartechnologie gewesen, teilt FFI mit. Das Georadar Rimfax wurde von FFI in Zusammenarbeit mit dem norwegischen Raumfahrtzentrum und den norwegischen Unternehmen Comrod, Kongsberg Defence & Aerospace und Inventas entwickelt. Die Universität Oslo, das norwegische Polarinstitut und Vestfonna Geophysical haben ebenfalls wissenschaftlich zu dem Projekt beigetragen.

“Wenn Mars2020 dazu beitragen kann, zu beweisen, dass es Leben auf einem anderen Planeten gegeben hat, wird dies eine der wirklich großen Entdeckungen in der Geschichte der Menschheit sein”, sagt John-Mikal Størda, Direktor des FFI.

Die Radaroperationen auf dem Mars werden von einem Kontrollraum im Zentrum für Weltraumsensoren und -systeme der Universität Oslo in Kjeller aus gesteuert. 
Links Professor Svein-Erik Hamran, rechts Forschungskoordinator Tor Berger. 
©FFI

Die Entwicklung des Instruments wurde von Professor Svein-Erik Hamran geleitet, der bis vor kurzem Chefforscher am FFI war. Die weitere Arbeit mit Rimfax wurde nun an die Universität Oslo und das neu gegründete Zentrum für Raumsensoren und -systeme (CENSSS) in Kjeller übertragen, das Hamran leitet. Es ist eines von 22 neuen Zentren für forschungsorientierte Innovation, die jetzt mit Unterstützung des norwegischen Forschungsrats eingerichtet werden. Das Zentrum das Radar bedienen und die zurückgesendeten Daten weiter untersuchen.

“Die Idee ist, dass dies in Zukunft die Grundlage für aussagekräftige Master- und Doktorarbeiten an der Universität sein wird”, sagt Størdal.

CENSSS hat kürzlich daran gearbeitet, Computer-Tools zu testen, mit denen Rimfax gesteuert und überwacht werden kann. Zusammen mit den Jet Propulsion Laboratories (JPL) der NASA haben Hamran und Kollegen mehrere einwöchige Tests durchgeführt, die den Betrieb des Rovers und seiner Instrumente auf dem Mars simulieren.

In der ersten Woche werden alle Instrumente eingeschaltet. Rimfax wird am vierten Tag seine Arbeit aufnehmen. Am fünften Tag beginnt das Laden neuer Software, mit der die Perseverance während der Arbeit am Mars gesteuert wird. Die Messungen mit dem Radar beginnen wahrscheinlich zwei Wochen nach der Landung.

Die ersten 30 Tage der Expedition sind bereits im Detail geplant. Danach wird eine Wissenschaftsgruppe diskutieren, welchen Weg Perseverance gehen sollte, um die interessantesten Ergebnisse zu erzielen. Das Fahrzeug wird von einem Plutoniumreaktor angetrieben und kann über viele Jahre hinweg spannende Daten liefern.

Mars 2020 ist der erste Schritt im Mars Sample Return-Programm, einer Zusammenarbeit zwischen der Nasa und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Die Proben, die Perseverance entnehmen wird, werden von einem europäischen Rover, Sample Fetch Rover, gesammelt, der später auf den Markt gebracht wird.

Perseverance wird auch mit der Entnahme von Sauerstoff aus der Atmosphäre experimentieren, um zukünftige bemannte Mars-Missionen zu erleichtern.

Lesen Sie hier mehr zum Rimfax-Projekt.

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