Neue Partnerschaft zur Elektrifizierung der Ammoniakanlage von Yara in Norwegen

Unterzeichneten ein Partnerschaftsabkommen zur Elektrifizierung der Ammoniakanlage des norwegischen Düngemittelkonzerns Yara: CEOs Christian Rynning-Tønnesen bei Statkraft, Svein Tore Holsether bei Yara und Øyvind Eriksen bei Aker.©Ole Walter Jacobsen / Yara

Oslo, 18. Februar 2021. Aker Horizons, ein Tochterunternehmen der norwegischen Investmentgruppe Aker ASA, der Düngemittelhersteller Yara und der Energiekonzern Statkraft wollen die Ammoniakanlage von Yara im Industriepark Herøya gemeinsam elektrifizieren und dafür eine Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff und grünes Ammoniak in Norwegen aufbauen. Die Anlage soll die erste großtechnische Produktion von grünem Ammoniak in Europa werden. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten die CEOs der Unternehmen am 18. Februar in Oslo.

Mit der Elektrifizierung der Ammoniakproduktion von Yara verschwindet einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen Norwegens. Wenn die Anlage mit sauberem Strom betrieben wird, wird hier emissionsfreier Kraftstoff für die Schifffahrt und kohlenstofffreier Dünger für die Landwirtschaft produziert. Dies könne eine der größten Klimaschutzinitiativen in der norwegischen Industriegeschichte werden, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Das Projekt soll über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren realisiert werden, sofern auf Herøya Strom verfügbar ist und die Behörden das Projekt unterstützen. Darüber hinaus planen die drei Unternehmen, das Potenzial für die Produktion von grünem Ammoniak in Nordnorwegen als zukünftige Möglichkeit für eine Zusammenarbeit zu untersuchen.

Das Herøya-Projekt soll Norwegen einen wichtigen Schub in der Wasserstoffentwicklung geben. Durch eine Umstrukturierung werden nach Angaben der Unternehmen 800.000 Tonnen jährliche Treibhausgasemissionen beseitigt, was mehr als 300.000 fossilen Personenkraftwagen entspricht. 

Großes Einsparpotenzial versprechen sich die Teilnehmer an dem Projekt in der Schifffahrt. Die Schifffahrt verursacht etwa zwei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, 80 Prozent davon die Fernschifffahrt. Wenn die gesamte heutige Fernschifffahrt auf Ammoniak umgestellt wird, entspreche dies etwa 500 bis 600 Millionen Tonnen Ammoniak pro Jahr, das 3-4-Fache der heutigen weltweiten Ammoniakproduktion. Ziel der norwegischen Schifffahrt ist es, die Emissionen aus der Inlandsschifffahrt bis 2030 um 50 Produktion zu senken. Wenn Norwegen dies gelingen soll, ist eine umweltfreundliche Wasserstoffproduktion erforderlich.

Durch die Nutzung der bestehenden Ammoniakanlage von Yara und der dazugehörigen Infrastruktur auf Herøya beschränken sich die Kapitalkosten auf 450 Millionen US-Dollar, teilen die Unternehmen mit. Jeder Partner werde ein Drittel der Projektkosten übernehmen.

Die Ammoniakfabrik auf der Halbinsel Herøya in Porsgrunn, Norwegens einzige Ammoniakfabrik, hat eine jährliche Produktionskapazität von rund 500.000 Tonnen Ammoniak. Durch die Installation eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von 450 MW kann das Werk jährlich etwa 400.000 Tonnen grünes Ammoniak produzieren.

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