Norwegische Küstenverwaltung erreicht Schiffe in der Polarregion jetzt per Satellit

Übersicht über die verschiedenen NAVAREA-Gebiete der Welt – maritime geografische Regionen, in denen ein Land für das Senden von Navigationswarnungen an Schiffe mit dem Status “Test” verantwortlich ist, während Rot die NAVAREA anzeigt, die sich in einer Planungsphase befinden.©Kystverket

Oslo, 29. Januar 2021. Die norwegische Küstenverwaltung kann ab sofort Navigationswarnungen an Schiffe in der Polarregion mithilfe von Satelliten senden. Bisher hat sie die Gebiete von Spitzbergen und im Norden nur per Funktelegraphie (Telex) erreicht. Im Dezember 2020 wurde der Satellitendienst SafetyCast von der Satellitenfirma Iridium in Betrieb genommen, der Teil des Global Maritime Distress and Safety System (GMDSS) ist und den gesamten Globus einschließlich des hohen Nordens abdeckt. Das norwegische Seeverkehrszentrum nutzt den neuen Dienst seit 1.Januar 2021.

Die norwegischen Küstenverwaltung ist dafür verantwortlich, Navigationswarnungen an ein Seegebiet zu senden, das sich von Grönland im Westen bis zur russischen Grenze im Osten, von Rørvik im Süden bis zum Nordpol im Norden erstreckt.

“Die Einführung von SafetyCast ist ein Meilenstein für die Sicherheit des Seeverkehrs im hohen Norden. Zum ersten Mal können wir jetzt mithilfe von Satelliten Notfall- und Sicherheitsmeldungen an Polarregionen senden. Dies bedeutet, dass wir absolut sicher sein können, dass Schiffe, die im hohen Norden fahren, wichtige Warnungen vor Gefahren für Navigation und Verkehr erhalten”, sagt Arve Dimmen, Direktor für Navigationstechnologie und Seeverkehrsdienste bei der norwegischen Küstenverwaltung.

Die Einführung von Satellitendiensten trage dazu bei, die Herausforderungen bei der Kommunikation im hohen Norden zu verringern, da große Entfernungen und Wetterbedingungen die Reichweite der Funkverbindungen beeinträchtigen können, teilt die Küstenverwaltung mit. Darüber hinaus sei die Notfallkommunikation im Norden kürzlich durch die Einrichtung mehrerer Funksender gestärkt worden, die dem Hauptrettungszentrum und den Küstenradiosendern in den nördlichen Gebieten eine Sprachkommunikation mit notleidenden und Rettungskräften ermöglichen.

Die norwegische Küstenverwaltung ist die weltweit erste Behörde, die den neuen Satellitendienst betriebsbereit nutzt. Das Seeverkehrszentrum der norwegischen Küstenverwaltung in Vardø ist für das Versenden von Navigationswarnungen an norwegische Küsten- und Seegebiete verantwortlich. Seit Mai 2020 testet Sjøtrafikksentralen die Iridium SafetyCast unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Küstenwachenschiff Svalbard.

“Weitere Länder haben mit Tests begonnen, während andere Länder sich noch in der Planungsphase befinden. Es ist daher schwer abzuschätzen, wann wir einen weltweit umfassenden Notfall- und Sicherheitsdienst für Iridium SafetyCast haben. Hoffentlich wird bis Ende 2021 viel an Ort und Stelle sein”, erklärt Trond Ski, Senior Adviser bei der norwegischen Küstenverwaltung. Er leitet das Gremium der UN-Seeverkehrsorganisation IMO (International Maritime Organization), die die Nutzung von Satellitendiensten in GMDSS (Global Maritime Distress and Safety System) koordiniert.

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