Hafen Kiel mit nahezu stabilem Güterumschlag

Während der Güterverkehr im Hafen Kiel im vergangenen Jahr nahezu stabil blieb, kam es im Seetourismus zu einem Einbruch.©PORT OF KIEL

Kiel, 27. Januar 2021. Im SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG gingen im Jahr 2020 insgesamt 6,92 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten. Das entspricht einem nur leichten Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rückgängen im Scheerhafen und am Norwegenkai stehen Zuwächse im Ostuferhafen und am Schwedenkai gegenüber. Einen Einbruch verzeichnet Kiel dagegen im Bereich des Seetourismus. 2020 gingen Corona-bedingt nur gut 517.500 Passagiere und damit 78 Prozent weniger Reisende über die verschiedenen Terminals an oder von Bord. Ab dem späten Frühjahr bzw. Sommer rechnet Geschäftsführer Dirk Claus mit einer Normalisierung der Situation.  

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-Pandemie haben die maritime Wirtschaft vor große Herausforderungen gestellt. In dieser Situation ist es dem Kieler Hafen gelungen, das Umschlagsergebnis nahezu zu behaupten und zur Sicherung von Lieferketten beizutragen“, so Claus weiter. Als besonders stabil hätten sich die Fährverkehre nach Schweden und Litauen erwiesen, die bei der beförderten Gütermenge sogar leicht zulegten.  

Investitionsprojekte abgeschlossen und Landstromanlagen installiert

Der PORT OF KIEL hat im vergangenen Jahr rund 17 Millionen Euro in die Hafenanlagen investiert. So wurde im Spätsommer das neue Vorfeld des Ostuferhafens eröffnet sowie das neue Terminal am Ostseekai, Liegeplatz 28, in Betrieb genommen. Größte Einzelmaßnahme war mit einem Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro der Bau der Landstromanlage am Ostseekai, mit der auch die Fährschiffe der Stena Line am Schwedenkai mit emissionsfrei produziertem Ökostrom versorgt werden können. Alle innerstädtischen Terminals verfügen damit  über einen Landstromanschluss. Damit kann der Hafen 50 Prozent  des Energiebedarfs der Kiel anlaufenden Schiffe emissionsfrei decken. Für den Ostuferhafen plant der Hafen ebenfalls einen Landstromanschluss sowie eine weitere RoRo-Rampe.

Rekordergebnis im Kombiverkehr und Digitalisierungsschub

Im Fährverkehr, der 85 Prozent zur Umschlagsleistung des Kieler Hafens beträgt, wurden im vergangenen Jahr insgesamt fast 240.000 Ladungseinheiten ver- bzw. entladen. Dies entspricht einem Plus von 2,3 Prozent, wobei der Anstieg bei den unbegleiteten Trailern überproportional ausfiel. Hierdurch konnte  gleichzeitig ein Rekordergebnis im umweltfreundlichen Hinterlandverkehr auf der Schiene erzielt werden. Erstmals wurden in Kiel 32.957 Ladungseinheiten (plus 38,2 Prozent) auf Waggons verladen. Maßgeblich zu diesem Ergebnis hat die Etablierung einer Ganzzugverbindung von und nach Bettembourg (Luxemburg) beigetragen, die dreimal wöchentlich bedient wird. 

Einen großen Schub habe 2020 auch die Digitalisierung im PORT OF KIEL erfahren, teilt der Hafen mit.  Im Ostuferhafen wurde das automatische Gate Information & Operation System (Agios) in Betrieb genommen, das kundenübergreifend für die Fährdienste und das Forstproduktterminal arbeitet. Agios optimiert und beschleunigt Gate-Prozesse, indem elektronische Buchungen mit den Kennzeichen einfahrender Lkw automatisch abgeglichen werden. Sind die Daten vollständig, entfällt der bisherige Counter-Check-in für Lkw-Fahrer.

Erholung des Seetourismus wird zum späten Frühjahr bzw. Sommer erwartet                

Im Passagierverkehr hat der PORT OF KIEL im vergangenen Jahr einen beispiellosen Einbruch sowohl im Fährverkehr als auch im Bereich Kreuzfahrt zu verzeichnen. Im Zuge der Corona-Pandemie mit Reisewarnungen, Quarantäneregelungen und sogar Grenzschließungen wurden im Fährverkehr 69,6 Prozent weniger Passagiere befördert. Die Reederei Color Line hat die „Color Magic“ und „Color Fantasy“ zeitweise ganz aus dem Liniendienst genommen. Im Kreuzfahrtbereich lagen 198 Anmeldungen von Kreuzfahrtschiffen für die Saison 2020 vor. Durchgeführt wurden nur 29 Reisen. 

Für die diesjährige Saison, die im Mai starten soll, rechnet der PORT OF KIEL mit einer Normalisierung der Situation. Dirk Claus: „Ich gehe davon aus, dass wir – unter Beibehaltung der strengen Hygienekonzepte und sobald die laufenden Impfkampagnen stärker Fuß fassen – wieder starten können. Ich bin zuversichtlich, dass die Saison wie geplant stattfinden kann.“ 

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