Norwegen schließt Grenzen für Ausländer

Oslo, 27. Januar 2021. Ab Freitag, 29. Januar, dürfen nur noch Ausländer mit Wohnsitz in Norwegen in das Land einreisen. Um das Risiko der Verbreitung der deutlich ansteckenderen Variante des Corona-Virus zu begrenzen, verschärft die Regierung die Beschränkungen für den Zugang von Ausländern nach Norwegen. Betroffen ist auch die Wirtschaft, allen voran die Baubranche und die Fischereiindustrie, die keine Saison-Arbeitskräfte aus dem Ausland einsetzen kann. Norwegische Staatsangehörigen können weiterhin nach Norwegen reisen. Ausländer, die vor Inkrafttreten der Regelung eine Reise nach Norwegen angetreten haben, können noch einreisen. In zwei Wochen will die Regierung die Situation neu bewerten. 

In der Praxis ist die Grenze für alle geschlossen, die nicht in Norwegen leben. Ausnahmen gelten für:

  • Menschen, die sich um kritische gesellschaftliche Funktionen kümmern;
  • Personen, die Güter und Passagiere befördern;
  • Gesundheitspersonal aus Schweden und Finnland, das im norwegischen Gesundheits- und Pflegedienst arbeitet;
  • Personen, die zu ihren minderjährigen Kindern reisen und
  • Menschen, die besondere Gründe haben, nach Norwegen zu kommen.

Die Ausnahmen sollen sicherstellen, dass kritische Waren und Dienstleistungen weiterhin nach Norwegen gelangen.

Von den Einreisebeschränkungen befreit sind:  

  • Ausländer mit Wohnsitz in Norwegen;
  • Wenn besondere Gründe darauf hindeuten, dass dem Ausländer das Recht zur Einreise eingeräumt wird, z. B. besondere Sorgfaltspflichten für Personen in Norwegen oder andere wichtige Wohlfahrtsaspekte;
  • Ausländer, die zu ihren minderjährigen Kindern reisen;
  • Enge Familienmitglieder von Personen mit Wohnsitz in Norwegen, d.h. Ehepartner / eingetragener Partner / Mitbewohner, minderjährige Kinder oder Stiefkinder, Eltern oder Stiefeltern minderjähriger Kinder oder Stiefkinder;
  • Journalisten und anderes Personal im Auftrag einer ausländischen Medieninstitution;
  • Ausländer, die einen Zwischenstopp auf einem Flughafen in Norwegen einlegen (sowohl im internationalen Flughafentransit als auch innerhalb von Schengen);
  • Seeleute und Personal in der Luftfahrt;
  • Ausländer, der Güter- und Personenbeförderung durchführt;
  • Ausländer, die in kritischen sozialen Funktionen arbeiten;
  • Gesundheitspersonal aus Schweden und Finnland, das im norwegischen Gesundheits- und Pflegedienst arbeitet.   

    Obligatorische Tests, Reiseanmeldungen, Quarantäne- und Quarantänehotels gelten für diese Personengruppen weiterhin.

Der wöchentliche Bericht des National Institute of Public Health für Woche 3 zeigt für Norwegen einen Rückgang der Infektionsfälle um 53 Prozent seit Woche 1, der bislang schlimmsten Infektionswoche bei der Pandemie. Die R-Zahl wird jetzt auf 0,6 geschätzt. Damit gehört Norwegen zu den Ländern mit der geringsten Verbreitung des Corona-Virus in Europa. Allerdings beunruhigt die neue Variante des Virus. “Was wir sehen ist, dass sich das mutierte Virus seitdem in vielen Ländern, die das Ausmaß der Mutationen nicht auf die gleiche Weise überwachen wie Norwegen, Dänemark und das Vereinigte Königreich, erheblich verbreitet hat”, erklärte Ministerpräsidentin Erna Solberg in einer Pressekonferenz am 27. Januar.

“Wir sehen, dass andere Länder wie Irland in wenigen Wochen von niedrigen Infektionsraten zu einer unkontrollierten Ausbreitung übergegangen sind. Die Folgen für Kinder und Jugendliche, den Arbeitsplatz und die Gesellschaft sind erheblich, wenn man über einen langen Zeitraum wieder scharf abschalten muss. Dank unserer gemeinsamen Bemühungen nach Weihnachten hat die allgemeine Infektion in Norwegen abgenommen und uns einen Vorteil gegenüber der neuen Variante des Virus verschafft. Die Grenzen, die in der Praxis geschlossen wurden, werden uns helfen, diesen Vorteil aufrechtzuerhalten”, sagt der Minister für Gesundheits- und Pflegedienste Bent Høie.

Problematisch für die norwegische Wirtschaft ist vor allem die Tatsache, dass Saisonarbeiter für das Winterfischen die Grenze nicht überschreiben können. “Ich verstehe die Frustration der Fischindustrie. Wenn wir jedoch nichts gegen die Infektionssituation unternehmen, kann dies auch erhebliche Konsequenzen für Unternehmen haben”, sagt der Minister für Fischerei und Meeresfrüchte, Odd Emil Ingebrigtsen, über neue Einreisebestimmungen für Saisonarbeiter. Ingebrigtsten traf sich mit Vertretern der Fischereiindustrie, um über die angespannte Situation zu beraten. Inzwischen gebe es viele, die arbeitslos sind und einen wichtigen Beitrag zum wichtigen Winterfischen leisten können, sagte Ingebrigtsen.

Sehen Sie hier die Pressekonferenz, auf der die neuen Reisebeschränkungen bekannt gegeben wurden.

Finden Sie hier die Liste der kritischen gesellschaftlichen Bereiche, für die Ausnahmen bei der Einreise bestehen.

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