Nel ASA will grünen Wasserstoff bereits 2025 konkurrenzfähig machen

Jon André Løkke, Vorstandsvorsitzender des norwegischen Hydrogenspezialisten Nel ASA, kündigte auf dem Nel Capital Markets Day 2021 an, dass sein Unternehmen die Produktionskosten für Wasserstoff in seiner Anlage in Herøya bis 2025 auf 1,5 USD/kg senken wird. ©Screenshot/Nel ASA

Oslo, 21. Januar 2021. Der norwegische Hydrogenspezialist Nel ASA will in den kommenden Jahren die Kosten für die Herstellung von grünem Wasserstoff drastisch senken. Auf dem Nel Capital Markets Day 2021 am 20. Januar verkündete das Unternehmen sein Ziel, die Produktionskosten bis 2025 auf 1,5 Dollar pro Kilo zu reduzieren. Dafür müssten die Investitionen erheblich gesteigert werden, so dass 2021 mit einem negativen Betriebsergebnis zu rechnen sei.

Die Kostensenkungen will das Unternehmen durch Skalierung der Produktion, Erweiterung des Unternehmens um Kapazitäten sowie kurz- und langfristige Investitionen in Technologie erreichen. Damit werde die weltweit führende Position von Nel in der Wasserstoffindustrie sichergestellt, teilt das Unternehmen mit.

“Grüner erneuerbarer Wasserstoff wird fossile Alternativen übertreffen, und Nel steht im Zentrum dieses Übergangs. Wir verkünden heute unser Ziel, für unsere Kunden in bestimmten Märkten grünen Wasserstoff aus einer großen Nel-Anlage zu 1,5 USD / kg aus kostengünstigem erneuerbarem Strom zu produzieren, und zwar bereits im Jahr 2025. Damit kann grüner Wasserstoff die fossile Parität erreichen, was eine der bedeutendsten Errungenschaften für emissionsfreie Lösungen und einen klimaneutralen Planeten darstellt“, sagt Jon André Løkke, Vorstandsvorsitzender von Nel.

Auf dem Kapitalmarkttag 2021 (CMD) skizzierte Nel ASA die Strategie und die Ambitionen des Unternehmens bis 2025 und diskutierte mit Experten der Branchen die Entwicklung des Wasserstoffmarkt. Nach Angaben des Hydrogen Council wird der Markt von derzeit 70 Millionen Tonnen bis 2050 um das Achtfache wachsen und hauptsächlich auf grünem Wasserstoff basieren.

„Der Wasserstoffmarkt ist bereits groß, aber mit nur einem Bruchteil der Elektrolyse gibt es erhebliche Möglichkeiten, den bestehenden Markt grün zu machen. Darüber hinaus sehen wir weltweit einen regulatorischen Erdrutsch, bei dem die EU und die USA Hunderte von Milliarden Dollar in ihre emissionsfreien Programme investieren, bei denen Wasserstoff als Energieträger der Wahl eine wichtige Rolle spielt. Das Wachstum wird nicht nur aus industriellen Anwendungen resultieren, sondern auch aus der Umstellung des derzeitigen dieselbetriebenen Schwerlasttransports auf emissionsfreien und kostengünstigen grünen Wasserstoff. Diese Entwicklungen erfordern eine kostengünstige Elektrolyse und ultraschnelles Tanken. In beiden Bereichen ist Nel weltweit führend“, fügt Løkke hinzu.

Nel erweitert gegenwärtig die Elektrolyseproduktion um Großprojekte durch den Bau einer vollautomatischen Produktionsanlage im Industriepark Herøya in Norwegen. Die Testproduktion der ersten 500-MW-Produktionslinie wird im zweiten Quartal 2021 beginnen, der kommerzielle Hochlauf soll im dritten Quartal 2021 starten. Die Produktionskapazität könne auf über 2 GW pro Jahr erweitert werden, teilt Nel mit.

Nel hat in den vergangenen Jahren mehr als 110 Wasserstofftankstellen, H2Stations™, in 13 Ländern geliefert. Wie das Unternehmen schätzt, werde der weltweite Markt für H2-Tankstellen bis 2030 um 30 Prozent pro Jahr wachsen. Hinzu kommen Lösungen für die Betankung von Trailern, Zügen und Fähren. Nel verfügt nach eigenen Angaben über eine Technologie-Roadmap, mit der ein Schwerlast-Lkw mit einer Betankungszeit von zehn bis 15 Minuten eine Reichweite von 1.000 Kilometern erreichen kann.

Nel will 2021 mehr als einhundert neue Mitarbeiter einstellen. Über 25 Prozent des im Jahr 2020 eingeworbenen Kapitals sollen in Anlagen-, Ausrüstungs- und Technologieentwicklungsprojekte investiert werden.

Finden Sie hier weitere Informationen zu Nel ASA.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Löschdecke für Elektroautos: Feuerwehren in Schleswig-Holstein nutzen norwegische Lösung