Tacora Resources plant nach Übernahme der Erzmine Sydvaranger im Norden Norwegens Wiederaufnahme der Förderung

Am 17. September 2009 verlässt ein Erzzug die Fördergrube in Bjørnevatn für die zehn Kilometer lange Fahrt zum Verladehafen in Kirkenes. 2015 wurde die Mine geschlossen. Nun gibt es Hoffnung auf die zweite Wiederaufnahme der Erzförderung.©Jürg Streuli

Oslo/Kirkenes, 14. Januar 2021. Das norwegische Transport- und Logistikunternehmen Tschudi-Gruppe hat die Sydvaranger Mining AS und deren Tochtergesellschaften, eine Eisenerzmine und ein Verarbeitungswerk in Sor-Varanger, an das US-Unternehmen Tacora Resources Inc verkauft. Die nördlichste Eisenerzmine Europas ist seit der Insolvenz im Jahr 2015 nicht mehr in Betrieb. 2016 erwarb das norwegische Logistikunternehmen Tschudi Group die Vermögenswerte und bereitete den Neustart mit der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie vor. Jetzt will der neue Eigentümer die Förderung in der Mine wieder aufnehmen. Das Potenzial wird auf eine Produktion von vier Millionen Eisenerzkonzentrat pro Jahr geschätzt. Die Kaufsumme wurde in Form von Tacora-Aktien gezahlt, über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Sydvaranger Gruve ist die nördlichste Tagebau Europas. Sie befindet sich ca. zehn Kilometer südlich von Kirkenes nahe der Grenze zu Russland.

Sydvaranger förderte und verarbeitete bereits von 1910 bis 1997 und von 2009 bis 2015 hochwertiges Eisenerzkonzentrat mit einem Eisengehalt von 68 Prozent in Pellets. Die Tschudi Group ist seit 2006 an der Sydvaranger Mine beteiligt. Wie das Unternehmen mitteilt, biete die hohe Qualität des Eisenerzes und die Aufbereitung von Erzkonzentrat erhebliche Umwelt- und Kostenvorteile für Stahlproduzenten und Pelletierbetriebe, darunter eine höhere Produktivität des Hochofens, geringere Schlackenmengen, geringere CO2-Emissionen pro Tonne produzierten Stahls und einen geringerer Energiebedarf für die Pelletierung.

Die eingleisige, acht Kilometer lange Bahnstrecke Kirkenes–Bjørnevatn (Sydvarangerbanen) verbindet den Hafen von Kirkenes und das Eisenerzbergwerk von Bjørnevatn in Sør-Varanger nahe der russischen Grenze. Nach dem Konkurs der Sydvaranger Gruve 2015 wurden Grubenbetrieb und Bahnstrecke eingestellt.©Jürg Streuli

Die Tschudi-Gruppe, die einen kleinen Anteil an der Sydvaranger Mining AS behält, will den neuen Eigentümern auch künftig ihre die finanziellen und operativen Fähigkeiten zur Verfügung stellen, um einen Neustart des Bergbaubetriebs zu ermöglichen. “Mit der Einführung von Orion Mine Finance als Finanzpartner im Jahr 2018 und die Zusammenarbeit von Sydvaranger mit dem operativ erfahrenen Tacora-Team glauben wir, dass Sydvaranger in einer hervorragenden Position ist, um mit einem Neustart erfolgreich zu sein”, erklärt Felix Tschudi, Vorsitzender der Tschudi-Gruppe.

Die Tschudi-Gruppe werde weiterhin ein starker Unterstützer der Sydvaranger-Mine sein und ihre beträchtliche Präsenz in Kirkenes und im Landkreis Troms og Finnmark durch ihre anderen Geschäftsaktivitäten in der Region weiter ausbauen.

Sydvaranger hatte während der zwei Phasen der Förderung das Erzkonzentrat von Kirkenes aus nach China und Europa geliefert. Das Eisenerz wurde von der Mine Sydvaranger per Bahn zum Hafen von Kirkenes gebracht und von dort weltweit verschifft. Die Tagebaumine befindet sich wenige Kilometer von der norwegischen Grenze zu Russland entfernt.

Das in den USA ansässige Eisenerzabbau- und verarbeitungsunternehmen Tacora Resources hat bereits Erfahrungen mit der Wiedereröffnung einer im hohen Norden gelegenen Tagebaumine. Das Unternehmen erweckte 2019 die Scully-Mine im Norden Kanadas zu neuem Leben. Zu diesem Zeitpunkt war die Mine seit fünf Jahren geschlossen.

Jährlich werden rund 1,5 Milliarden Tonnen Eisenerz von einer Reihe von Lieferanten auf dem Seeweg verschifft, darunter Norwegen, Schweden, Brasilien, Australien, Kanada, Südafrika und Indien. Chinesische Stahlwerke sind mit einem Verbrauch von über 1,1 Milliarden Tonnen der größte Abnehmer, während die restlichen 400 Millionen Tonnen nach Europa, in den Nahen Osten und nach Asien verkauft werden.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Löschdecke für Elektroautos: Feuerwehren in Schleswig-Holstein nutzen norwegische Lösung