Zukunft Gas e.V.: Norwegen und Russland wichtige Partner bei der Dekarbonisierung Europas

Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Gas (r.) und Charlie Grüneberg, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, während der Pressekonferenz im Energiestudie von Zukunft Gas e.V.©Zukunft Gas

Berlin, 12. Januar 2021. Nachdem die Niederlande künftig als Gasproduzent ausfällt und in Deutschland und Großbritannien die Fördermengen abnehmen, der Bedarf an Erdgas für die Energiewende in Europa aber stabil bleibt oder sogar wächst, gewinnen internationale Partnerschaften zunehmend an Bedeutung. Das erklärte Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Gas auf einer Pressekonferenz am 12. Januar anlässlich der Umbenennung des Verbandsnamens von Zukunft Erdgas in Zukunft GAS

Die Brancheninitiative Gas sei auf internationaler Ebene stark vernetzt, erklärte Kehler. Energie sei kein nationales Geschäft mehr. Europa als der größte Energie-Binnenmarkt und der größte Gas-Importmarkt der Welt habe eine entsprechende Marktmacht. Die wichtigsten Zulieferer Norwegen und Russland würden sich natürlich fragen, was es für ihr Geschäftsmodell bedeutet, wenn sich einer ihrer größten Kunden in Richtung Klimaneutralität bewegt.

Wie Kehler betonte, sei es ein wichtiges Anliegen des Verbandes, dass die etablierten Partner Norwegen und Russland, die vom Gasexport leben, in den Prozess der Diversifizierung der Energiequellen in Europa eingebunden werden.

Kehler verwies auf das Langskip-Projekt in Norwegen, die langfristige Speicherung von CO2 unter dem Meeresgrund, als zentrales Angebot für die Dekarbonisierung Europas. In beiden Ländern nehme die Diskussion um die Bereitstellung von Wasserstoff Fahrt auf. Auch die russischen Partner seien intensiv dabei, Technologien zu entwickeln, um Wasserstoff auf den Markt zu bringen. “Wir sollten nicht vergessen, dass die Infrastruktur, die heute vorhanden ist, bereits für Wasserstoff genutzt werden kann”, erklärte Kehler. Die immensen Möglichkeit, nicht nur die Rohstoffvorkommen, sondern auch die immensen Möglichkeiten für Erneuerbare in diesen Ländern, könnten eine zentrale Rolle für die Erreichung der Klimaziele spielen.

Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG AG, sprach zur Pressekonferenz über die Umstellung seines Unternehmens vom reinen Gasunternehmen zu einem wichtigen Player im Bereich erneuerbare Energie. Im Focus stehen dabei drei Projekte, die Heitmüller vorstellte: der Einsatz von Biogas, der Aufbau eines Energieparks in Bad Lauchstädt und die Beteiligung am Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland und in Europa. Allein in Deutschland seien für den Transport von Wasserstoff bis 2050 6.000 Kilometer Leitungen notwendig. Etwa 90 Prozent der bereits vorhandenen Gasleitungen könnten dafür genutzt werden. Auf europäischer Ebene müssen bis 2050 23.000 Kilometer Leitung zur Verfügung stehen. 

Das neue Logo der Brancheninitiative Zukunft Gas.

Zukunft Gas e. V. vertritt die Marke und das Produkt Erdgas gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Verbrauchern. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern setzt sich die Initiative dafür ein, dass die Potenziale des Energieträgers sowie der bestehenden Gasinfrastruktur genutzt werden und informiert über die Chancen und Möglichkeiten, die Erdgas und Grünes Gas wie Wasserstoff und Biogas für unsere Gesellschaft bieten. Getragen wird die Initiative von führenden Unternehmen der Gas-Wirtschaft. Branchenverbände und die Heizgeräteindustrie unterstützen Zukunft Gas als Partner.

Mit der Umbenennung des Namens Zukunft Erdgas in Zukunft Gas will die Initiative der deutschen Gaswirtschaft auch nach außen ihren Willen und ihren Anspruch demonstrieren, die Klimawende aktiv mitzugestalten und die Dekarbonisierung des Energiesystems mit innovativen Technologien zum Erfolg zu führen. „Mit dem neuen Namen unterstreicht die Gaswirtschaft ihre aktive Transformation in Richtung Klimaneutralität. Gas mit seiner breit ausgebauten Infrastruktur ist neben Strom die zweite Säule der zukünftigen Energieversorgung“, erklärte Timm Kehler.

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