BCG-Studie: Norwegen kann bei der Energiewende von Dänemark lernen

“Norwegen belegt bezüglich seiner Wettbewerbsfähigkeit bei der Energiewende Platz vier in Europa. Das fanden die Autoren der Studie der Studie “Norway’s competitiveness in the energy transition” heraus, die auf der diesjährigen Jahreskonferenz des norwegischen Unternehmerverbandes NHO vorgestellt wurde.©Screenshot, NHO

Oslo, 7. Januar 2020. Norwegen liegt in Bezug auf seine Wettbewerbsfähigkeit bei der Energiewende  hinter Dänemark, Deutschland und Schweden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Norway’s competitiveness in the energy transition“, die das Consultingunternehmen BCG im Auftrag des norwegischen Unternehmerverbandes NHO auf seiner Jahreskonferenz am 7. Januar vorstellte. Ziel der Studie ist es, die Wettbewerbsposition Norwegens im Vergleich zu zehn europäische Ländern beim Übergang zu umweltfreundlicherer Energie quantitativ einzustufen. 

Der Unternehmerverband NHO sei seit langem besorgt über die Aktivitäten im Unternehmenssektor, wenn die Ölaktivitäten über die 2020er Jahre hinaus zurückgehen. Die jüngste Analyse soll dazu beitragen, dieses Thema während der NHO-Jahreskonferenz mit dem Titel “Jobschaffende” zu beleuchten, sagte NHO-Chef Ole Erik Almlid gegenüber der Wirtschaftszeitung E24. “Es hat mich besonders überrascht, dass wir im politischen Rahmen schlecht abschneiden”, sagt Almlid.

“Viele norwegische Unternehmen sehen Geschäftsmöglichkeiten im grünen Wandel in Europa und der Welt”, betont der NHO-Chef. Jetzt müssten die Politiker und die Wirtschaft Kräfte sammeln, um eine klare Richtung aufzuzeigen und neue, grüne Arbeitsplätze zu schaffen.

“Was wir brauchen ist ein umfassendes Energie-, Industrie- und Klimaabkommen in Norwegen, das Aufschluss darüber gibt, wohin wir gehen”, sagt Almlid. Nur so könnten die 250.000 neuen Arbeitsplätze geschaffen werden, die  Norwegen zur Aufrechterhaltung der Wohlfahrt benötigt.

Bei der Analyse der Wettbewerbsfähigkeit bewertet BCG die Faktoren Humankapital, Markt und Kapital, politische Rahmenbedingungen und Unterstützungsprogramme, Naturressourcen und Infrastruktur sowie Technologie und Innovation.

Børge Kristoffersen, Senior Partner und Leiter von BCG Norge©Screenshot, NHO

“Norwegens Stärken liegen vor allem im Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Wasserkraft und Erdgas, die für Wasserstoff genutzt werden können, und im Humankapital unserer kompetenten Ingenieure und Mitarbeiter in den Bereichen Öl und Gas, Wasserkraft, Schifffahrtsindustrie und Prozessindustrie”, sagt Børge Kristoffersen, Senior Partner und Leiter von BCG Norge, bei der Vorstellung des Berichts zur NHO-Jahreskonferenz. 

Kristoffersen glaubt, dass Norwegen das Potenzial habe, um sich bei der Energiewende an die Spitze zu setzen. Dazu sei jedoch eine klarere Strategie sowohl für die Geschäftswelt als auch für Erleichterungen und Subventionen durch die Behörden erforderlich. Es müsse jetzt gehandelt werden, und es müsse kollektiver gehandelt werden als bisher.

Die Autoren des Berichtes empfehlen, von der grünen Transformation in Dänemark zu lernen. Dänemark sei in der Lage, seine Stärken in einem ganzheitlichen Ansatz miteinander zu kombinieren, unter anderem durch die Bildung verschiedener Klimapartnerschaften, in denen die Behörden und die Wirtschaft gegenseitige Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten übernehmen.

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