Norwegisches Parlament genehmigt Finanzierung des CCS-Demonstrationsprojektes Langskip

Norcem, norwegische Tochter von HeidelbergCement in Brevik, ist das erste Zementwerk der Welt, das Kohlendioxid im industriellen Maßstab abscheiden und lagern wird. Das norwegische Parlament gab jetzt grünes Licht zur Finanzierung.©Norcem

Oslo/ Heidelberg/ Brevik, 15. Dezember 2020. Das norwegische Parlament Storting hat gestern das Budget des Ministeriums für Erdöl und Energie für 2021 gemäß dem Vorschlag der Regierung genehmigt. Damit kann auch das Projekt Langskip, das Demonstrationsprojekt zur Abscheidung und Speicherung von CO2 unter dem Meeresboden, umgesetzt werden. Die Regierung stellt für die Investition insgesamt 16,8 Milliarden NOK zur Verfügung, davon rund 2,3 Milliarden NOK im Jahr 2021. Partner des Projektes sind Norcem, das Tochterunternehmen von HeidelbergCement in Brevik, die Müllverbrennungsanlage Forum Oslo Varme und das Konsortium Northern Lights mit den Unternehmen Equinor, Shell und Total.

HeidelbergCement ist damit das erste Zementwerk der Welt, das Kohlendioxid im industriellen Maßstab abscheiden und unter dem Meeresboden lagern wird.

Im norwegischen Zementwerk Brevik können mit diesem CCS-Projekt jährlich 400.000 Tonnen CO2 abgeschieden und zur dauerhaften Einlagerung transportiert werden. Wie HeidelbergCement mitteilt, startet der Bau der neuen Anlage in Brevik umgehend, 2024 soll mit der Abscheidung von CO2 aus dem Zementproduktionsprozess begonnen werden. Ziel ist eine Verringerung der CO2-Emissionen des im Werk produzierten Zements um 50 Prozent.

Die norwegische Regierung hatte Brevik Anfang 2018 für einen Versuch zur CO2-Abscheidung im industriellen Maßstab in die engere Wahl gezogen. Im September 2019 unterzeichneten HeidelbergCement und der staatliche norwegische Energiekonzern Equinor eine Absichtserklärung über die Abscheidung und Speicherung von CO2.

„HeidelbergCement begrüßt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den norwegischen Behörden. Das CCS-Projekt in Brevik zeigt deutlich, wie wichtig es ist, dass Industrie und öffentlicher Sektor gemeinsame Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel finden“, sagt Giv Brantenberg, General Manager HeidelbergCement Northern Europe und Vorstandsvorsitzender von Norcem.

Dr. Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von HeidelbergCement, sieht die CO2-Abscheidung als einen wichtigen Eckpfeiler zur Erreichung der nationalen und internationalen Klimaziele. Das CCS-Projekt in Brevik werde den Weg für die Zementindustrie und andere Sektoren ebnen.

HeidelbergCement hat sich das Ziel gesetzt, seine spezifischen Netto-CO2-Emissionen pro Tonne zementartigem Material um 30 Prozent bis 2025 im Vergleich zu 1990 zu senken. Dieser Wert war bisher erst für 2030 angestrebt worden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen konkrete CO2-Reduktionsmaßnahmen für alle Werke weltweit definiert. HeidelbergCement möchte bis spätestens 2050 klimaneutralen Beton anbieten.

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