14 Regierungschefs des Ocean Panels verabschieden globalen Aktionsplan für das Meer

14 Länder, die sich im von Premierministerin Solberg gegründeten Ocean Panel zusammengeschlossen haben, verpflichteten sich jetzt zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Meeres- und Küstengebiete.©Ocean Panel

Oslo, 3. Dezember 2020. 2018 hat Norwegens Premierministerin Erna Solberg ein hochrangiges Gremium zum Schutz der Ozeane ins Leben gerufen, dem neben Norwegen inzwischen 13 Staats- und Regierungschefs angehören. Am 2. Dezember haben sich die Regierungschefs der 14 Länder des Hochrangigen Panels für eine nachhaltige Meereswirtschaft (Ocean Panel) zu einer geplanten und nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Meeres- und Küstengebiete bis 2025 verpflichten. Dies bedeutet, dass fast 40 Prozent der Küsten der Welt und 30 Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszonen innerhalb der nächsten fünf Jahre umfassende Managementpläne erhalten werden. Gleichzeitig fordert das Gremium alle anderen Küstenstaaten nachdrücklich auf, sich an dem “Give it 100%” genannten Aktionsplan bis 2030 zu beteiligen. 

Die Länderchefs legten außerdem einen Bericht vor, der von 240 Forschern und Meeresexperten erarbeitet wurde. In seinen Schlussfolgerungen schlägt das Ocean Panel eine radikale Änderung der weltweiten Nutzung und des Schutzes des Meeres vor. Ziel ist es, künftigen Generationen eine saubere und reiche See zu sichern. Der Bericht beschreibt einen Weg zur Erreichung einer nachhaltigen maritimen Wirtschaft weltweit. Die Kernbotschaft besagt, dass der Ozean noch wichtiger ist als gedacht, der Zustand des Ozeans schlechter ist als gedacht, aber auch, dass der Ozean viele der Lösungen hat, die die Menschheit und der Planet brauchen.

“Dies ist nicht nur für das Meer von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die weltweite Chance, mehr von den Nachhaltigkeitszielen zu erreichen. Der Globus ist in erster Linie ein Ozeanplanet, und die Meeresressourcen werden sowohl überfordert als auch unterschätzt. Es ist nicht nachhaltig, weshalb ich die Initiative ergriffen habe, um das Ozeanpanel zu gründen. Die Arbeiten zur Umsetzung der Schlussfolgerungen beginnen jetzt”, sagt Ministerpräsidentin Erna Solberg während einer zweitägigen Online-Konferenz. Norwegen sei eine Hafennation und Norwegen habe weltweit führende Akteure in den Bereichen Forschung, Wirtschaft und Meeresmanagement. “Wir werden weiterhin eine führende Rolle spielen, wenn wir jetzt gemeinsam mit anderen Ländern die Bemühungen des Ozean Panels ‘100 Prozent für das Meer’ verwirklichen”, so Solberg weiter.

Neben dem Ziel, einen 100-prozentigen Ansatz für ein wissensbasiertes, umfassendes Management der Küsten- und Wirtschaftszonen der Länder zu entwickeln, fördert das Ocean Panel eine Reihe konkreter Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Energie, Tourismus, Verkehr, neue maritime Industrien, Mineralien, Klima und Küstenökosysteme, Umweltverschmutzung, Verteilung, Wissen, Bilanzierung von Naturkapital, Daten / Technologie und Finanzen. Seit seiner Gründung hat das Gremium 16 Unterberichte der globalen Expertengruppe des Gremiums sowie drei Sonderberichte veröffentlicht, unter anderem zu den Themen Ozean / Klima, Ozeanökonomie / Covid19 und wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse.

Im Anschluss an die Tagung des Ocean Panel lud Solberg zu einem Meinungsaustausch mit führenden Vertreter norwegischer Forschungs-, Wirtschafts- und Nichtregierungsorganisationen zur Weiterverfolgung der Initiative des Ocean Panels.

Folgende Maßnahmen will die Regierung im Anschluss an den Aktionsplan des Ocean Panels umsetzen:

  • Umfassende und nachhaltige Bewirtschaftung (100 Prozent) des Meeres und der Küstengebiete:
  • Die norwegischen Ozean-Managementpläne waren ein Modell für die Arbeit des Ozeanpanels. Norwegen trägt zu einer Investition in Entwicklungsländer von «100 Prozent für das Meer» bei, unter anderem durch die Bereitstellung von 60 Millionen NOK für die Weltbank und durch das norwegische Wissensprogramm Sea for Development.
  • Die Bewirtschaftungspläne für die norwegischen Seegebiete werden bis zur nächsten Aktualisierung im Jahr 2024 weiterentwickelt. Die Untersuchungen und Schlussfolgerungen des Ocean Panels legen in diesem Zusammenhang wichtige Voraussetzungen fest.
  • Im Frühjahr 2021 wird die Regierung dem Storting im Rahmen einer umfassenden norwegischen Seeverwaltung einen Bericht über Meeresschutzgebiete vorlegen.

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