Norwegischer Hering verliert Umweltzertifizierung

Weil Norwegen, Island, Russland, Grönland und die EU kein gemeinsames Quotenabkommen für Heringe vereinbart haben, gibt es jetzt ein hohes Risiko der Überfischung. Daher hat der norwegische Hering jetzt seine Nachhaltigkeitszertifizierung MSC verloren.©Grethe Hillersøy, Norwegian Seafood Council

Oslo, 1. Dezember 2020. Dem norwegischen Hering wird die wichtige internationale Nachhaltigkeitszertifizierung MSC entzogen. Die Aussetzung werde wahrscheinlich erhebliche finanzielle Konsequenzen für norwegische Fischer und Meeresfrüchteunternehmen haben, teilt der MSC Marine Stewardship Council mit, der die Zertifizierung vergibt. Seit dem 1. Dezember gilt norwegischer Hering nicht mehr als nachhaltig. Hering verliert aufgrund unzureichender Bewirtschaftung seinen Status als MSC-zugelassene Fischart und als renommierte Marke “Bluefish”.

Grund für die Aussetzung sei, dass Norwegen, Island, Russland, Grönland und die EU, die gemeinsam den Heringsbestand in den nördlichen Seegebieten verwalten, in den letzten zehn Jahren kein gemeinsames Quotenabkommen vereinbaren konnten. Daher sei das Risiko einer Überfischung erheblich und die Bewirtschaftung der Fanggebiete entspreche nicht den Anforderungen des MSC an ein solides Fischereimanagement. Der Ablauf der Zertifizierung gilt auch für Blauen Wittling. Zuvor hat auch die norwegische Makrele ihren MSC-Status verloren.

Um die MSC-Zertifizierung zu erfüllen, ist es erforderlich, dass die Fischbestände stark sind, dass die Fangmethoden nur minimale negative Auswirkungen haben und dass die Fischerei über eine gute Bewirtschaftungspraxis verfügt.

Norwegischer Hering ist international sehr gefragt. Bis Oktober hatte Norwegen in den ersten neun Monaten des Jahres 202.000 Tonnen Hering im Wert von 2,5 Milliarden NOK exportiert. Polen, Deutschland, Russland und Ägypten gehören zu den größten Importeuren von norwegischem Hering.

Nach Angaben von MSC sei die MSC-Zertifizierung die Nummer eins unter den “Nachhaltigkeitsstempeln” in der internationalen Fischereiindustrie. Viele Händler kauften nur Meeresfrüchte, die von MSC zugelassen sind. Norwegische Beispiele sind Orkla, Findus, Ikea und Aker Biomarine.

Um die Zertifizierung von Makrele, Hering und Blauem Wittling wiederzuerlangen, müssen sich die Küstenstaaten so bald wie möglich auf eine langfristige nachhaltige Bewirtschaftung einigen, sagt Linneá Engström, Programmdirektorin bei MSC Scandinavia und der Ostseeregion.

Norwegischer Hering ist die Grundlage für die Matjesproduktion.

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