Norwegens Regierung schlägt Schwerölverbot für Spitzbergen vor

Um die Umwelt zu schützen, sollen Kreuzfahrt- und Frachtschiffe, die Schweröl verwenden, künftig nicht mehr nach Spitzbergen fahren.©Renato Granieri, Visit Norway

Oslo, 6. November 2020. In der Umgebung von Spitzbergen sollen künftig keine Schiffe mehr fahren, die Schweröl verwenden. Ein entsprechendes Verbot hat die norwegische Regierung vorgeschlagen. Besonders Kreuzfahrtschiffe, aber auch Frachtschiffe werden davon betroffen sein. Für den Stückgutverkehr nach Longyearbyen und Barentsburg erwägt die Regierung eine Übergangsfrist von zwei Jahren. Die Notwendigkeit von Übergangsregelungen soll nach der Konsultation des Vorschlages neu bewertet werden.

Schwerölverschmutzungen können in der Arktis aufgrund der anfälligen Ökosysteme und des Verhaltens von Schweröl bei niedrigen Temperaturen und Eis großen Schaden anrichten, teilt das Umweltministerium mit. Wenn Schweröl im Falle eines Unfalls auf Spitzbergen freigesetzt wird, kann dies zu erheblichen und langfristigen Umweltschäden führen. Darüber hinaus führten große Entfernungen, Eis, Kälte und ein schlechter Zugang zu Ressourcen zur Bekämpfung von Ölverschmutzungen dazu, dass die Notfallvorsorge und -reinigung schwierig und teuer sein wird. 

“Spitzbergen hat eine sehr gefährdete Natur mit großen, charakteristischen Wildnisgebiete. Daher hat sich die Regierung für Spitzbergen hohe Umweltziele gesetzt, was bedeutet, dass das Risiko von Umweltschäden gering sein muss. Ein Verbot von Schweröl, das für ganz Spitzbergen gilt, ist ein natürlicher Schritt, um dieses Risiko zu verringern”, sagt Sveinung Rotevatn, Minister für Klima und Umwelt.

Im Naturschutzgebiet auf Spitzbergen ist Schweröl bereits heute verboten. Hier dürfen nur Schiffe  verkehren, die Schiffsdiesel verwenden. Dieser verursacht, wenn er ins Meer gelangt, weniger Schaden als Schweröl. Da die Wahrscheinlichkeit besteht, dass Schweröl auch bei Unfällen, die sich außerhalb des Naturschutzgebietes ereignen, in das Naturschutzgebiet gelangt, soll die Verbotszone jetzt ausgeweitet werden. 

Heute verwenden meist nur große Kreuzfahrtschiffe in Übersee und Frachtschiffe von und nach Longyearbyen Schweröl. Solche Schiffe müssen auf Diesel oder auf auf Erdgas umsteigen. Dies werde die Kosten für die betreffenden Schiffe erhöhen, teilt das Umweltministerium mit. Gleichzeitig würden die Reinigungskosten im Falle einer Verschmutzung mit Schweröl erheblich gesenkt. 

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