Norwegens Regierung verlangt Wasserstoff-Antrieb für neue Lofoten-Fähren

Zwischen dem norwegischen Festland und den Lofoten sollen ab 2024 vier neue Fähren verkehren, die mit Wasserstoff betrieben werden.©Gaute Larsen, Statens vegvesen

Oslo, 31. Oktober 2020. Zwischen Bodø und Moskenes, auf der längsten Fährverbindung Norwegens, sollen ab 2024 vier neue Fähren verkehren, die mit Wasserstoff betrieben werden. Der Einsatz von wasserstoffbetriebenen Fähren zwischen Bodø und den Lofoten gilt als ein wichtiger Start für die großtechnische Wasserstoffproduktion in Norwegen. Gleichzeitig mit dem Übergang zur emissionsfreien Technologie wird die Kapazität der Verbindung erhöht.

Mit öffentlichen Ausschreibungen für neue Fähren, die an die Bedingungn geknüpft sind, Wasserstoff als Antrieb zu verwenden, will Norwegen die emissionsfreie Schifffahrt vorantreiben. Zur Ausarbeitung der Ausschreibungsunterlagen werde die öffentliche Straßenbehörde Statens vegvesen mit Fährunternehmen, Wasserstofflieferanten und anderen interessierten Parteien zusammenarbeiten. 

“Norwegen ist weltweit führend in der Umwelttechnologie in der maritimen Industrie. Wir haben die Möglichkeit, die öffentliche Beschaffung von Fährdiensten zu nutzen, um die besten Lösungen für emissionsfreie Fähren zu entwickeln. Wasserstoff ist eine Lösung, die die herausfordernden Bedingungen in diesem Zusammenhang gut bewältigt”, sagt Verkehrsminister Knut Arild Hareide

Die Anforderung bestehe darin, dass eine Wasserstofffähre genauso sicher sein muss wie eine normale Fähre. Die Reederei, die die Verbindung betreiben soll, müsse Genehmigungen einholen, unter anderem von der norwegischen Seeverkehrsdirektion und der Direktion für Katastrophenschutz und Notfallplanung.

Im kommenden Jahr soll erstmals eine Wasserstofffähre auf der Verbindung Hjelmeland-Nesvik in Rogaland eingesetzt werden. “Seit der Bekanntgabe dieses Vertrags im Jahr 2017 haben die maritime Industrie, Wasserstofflieferanten sowie norwegische und internationale Sicherheitsexperten intensiv an der Entwicklung einer sicheren maritimen Wasserstofftechnologie gearbeitet. Dies zeigt, dass der kommerzielle Markt die Technologie weiterentwickeln wird, wenn wir die öffentlichen Ausschreibungen nutzen, um Anforderungen festzulegen”, so Hareide. Es werde auch erforderlich sein, dass die Fähren im Laufe der Zeit mit Biokraftstoff und Strom betrieben werden können, erklärt der Minister. Damit soll sichergestellt werden, dass das Routenangebot beibehalten wird, auch wenn es Probleme mit dem Wasserstoffbetrieb geben sollte.

Die norwegische öffentliche Straßenverwaltung wird in Kürze Fährunternehmen, Wasserstofflieferanten und andere interessierte Akteure zu einer Dialogkonferenz einladen. Die endgültige Veröffentlichung der Ausschreibungsunterlagen soll im Dezember erfolgen. Die Frist für die Einreichung von Angeboten ist auf April festgelegt. Die Verträge sollen vor dem Sommer 2021 unterzeichnet werden. Die Ausschreibungsfrist beträgt 15 Jahre und ist damit fünf Jahre länger als der derzeitige Vertrag. 

Die neuen Fähren werden die CO2-Emissionen in der Vestfjordverbindung um 26.500 Tonnen pro Jahr reduzieren, verglichen mit den derzeitigen Fähren, die mit Erdgas (LNG) betrieben werden. Dies entspricht den jährlichen Emissionen von 13.000 Dieselfahrzeugen.

Die norwegische öffentliche Straßenverwaltung erweitert mit dem neuen Vertrag auch die Kapazität im gesamten Vestfjord. Die vier Fähren in der nächsten Ausschreibungsperiode bieten Platz für 120 Autos, 12 Lastwagen und mindestens so viele Passagiere wie heute. Das ganze Jahr über werden zwei Hauptschiffe eingesetzt, während im Sommer zwei zusätzliche Fähren in Betrieb sein sollen. 

Die Ausschreibung beinhaltet auch die Möglichkeit, bei Bedarf ein fünftes Schiff in die Verbindung aufzunehmen.

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